Diese Klein- und Kleinstprojekte können mit bis zu 2.500 Euro gefördert werden, wobei die Gemeinde Glandorf selbst jeweils zehn Prozent beisteuert. Antragsberechtigt sind Privatpersonen, aber auch Vereine oder die Kommune selbst. Sie müssen allerdings einen „angemessenen finanziellen Eigenanteil“ mitbringen, wie es in Glandorf heißt. Der Ansatz ist durchaus erfolgreich: Zuletzt wurden alle gestellten Anträgen tatsächlich genehmigt.
Die Kleinprojekte aus der Bürgerschaft sind Teil eines größeren Plans, Glandorf und die Ortsteile attraktiv zu halten. Über die Dorfentwicklungsplanung „Dorfregion Glandorf“ wurden die Eckpunkte bereits 2018 definiert. Viele Einzelmaßnahmen von Gemeinschaftsleben über Naherholung bis zu Wohnen und Infrastruktur wurden seitdem durchgeführt.
Besonders augenfällig ist die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses Wibbelsmann. Das Gebäude gehört zu den ältesten in Glandorf, stand allerdings seit Jahrzehnten leer. Mit der Verpachtung an den Heimat- und Kulturverein begann die Sanierung des Hauses, das seit 2022 als Begegnungsstätte und Kulturzentrum dient. „Geschichte zum Anfassen“, wie es Stabsstellenleiterin Eileen Scheckelhoff formuliert. Rund 1,5 Millionen Euro kostete die Sanierung des Gebäudes, das sich damit von den übrigen Projekten etwas abhebt.
Priorität hatte auch der Thieplatz. Dort wurden im Jahr 2021 für rund 630.000 Euro neue Sitzgelegenheiten mit einem Trinkwasserbrunnen geschaffen, Bäume gepflanzt und zudem ein Tauschregal für Bücher installiert. Zusammen mit der Eisdiele vor Ort hat sich die Aufenthaltsqualität deutlich erhöht.
Die Maßnahmen sind dabei nicht auf Glandorf selbst begrenzt. Auch in den Ortsteilen tut sich einiges. In Schierloh wird der Ortsraum hergerichtet. Das etwas in die Jahre gekommene Gebäude wird unter anderem vom Tennisclub genutzt, muss aber dringend saniert werden. Die Förderzusage hatte die Gemeinde bereits erhalten, jetzt wird gebaut. Voraussichlich im August soll alles fertig sein. Hergerichtet wurden zudem das Heimathaus in Averfehrden und das Schützenhaus in Sudendorf, das nach der Renovierung 2012 im Jahr 2025 auch einen vollständig neuen Luftgewehrstand erhielt. Auch dieses Projekt war durch Fördermittel ermöglicht worden.
Das Prinzip, gemeinschaftliches Engagement zu bündeln, greift jetzt auch beim Glandorfer Hallengartenbad. Im Spätsommer 2025 wurde ein Förderverein für das Bad gegründet, der sich für Erhalt und Weiterentwicklung einsetzt.
Erstellt von Carsten Schulte