„Kleine und mittlere Unternehmen sind nicht nur das vielbeschworene Rückgrat unserer Wirtschaft – sie sind es, die den Wandel in der Praxis umsetzen. Aus regionaler Innovationskraft und starken Hochschulpartnerschaften entsteht internationale Wettbewerbsfähigkeit“, erklärte NRW-Wirtschafts- und Energieministerin Mona Neubaur im Rahmen ihrer „NRW Innovation Tour 2026“ vor Kurzem, auf der sie sich auch über den aktuellen Forschungsstand beim Boost-Projekt vor Ort in Emsdetten informierte.
Damit die Integration von Elektrolyseuren zur Herstellung von Wasserstoff effizienter gestaltet werden kann, wird im Rahmen des Boost-Projekts ein softwarebasierter Werkzeugkasten für Elektrolyseure entwickelt. Ziel des Interreg-Projekts ist es, Betriebe dabei zu unterstützen, Wasserstoff sicher, effizient und wirtschaftlich in ihre Produktionsprozesse zu integrieren. Bei Boost wird untersucht, wie Wasserstoffanlagen technisch geplant, aufgebaut und betrieben werden können. Die Ergebnisse sollen kleinen und mittleren Unternehmen den Einstieg in wasserstoffbasierte Anwendungen erleichtern.
KRAFT-WÄRME-KOPPLUNGSBETRIEB
Mit Boost verknüpft ist das containerisierte Elektrolyse-Brennstoffzellen-Batterie-Kraftwerk „H2PowerCube“, das zum Produktportfolio von H2 Powercell gehört. Das Emsdettener Unternehmen setzt die modularisierte Systemintegration von Elektrolyse, Brennstoffzelle und Batterie zusammen mit dem Engineering des Energiewirtschaftsstrategen Ben-Tec, ebenfalls aus Emsdetten, um. Das Kraftwerk vereint die ganzheitliche Kette zur autarken und dezentralen Energiespeicherung und -versorgung im Kraft-Wärme-Kopplungsbetrieb, wie die Unternehmen erklären. Bei der standardisierten Fertigung wird im Innern der PEM-Elektrolyseur „H2PowerLyzer“ integriert. Eine Brennstoffzelle dient zur Rückverstromung vor Ort. Der Batteriespeicher soll für Lastspitzenglättung und Kurzzeitspeicherung sorgen.
Eingesetzt werden könnte diese Technologie nach Angaben der Hersteller zum Beispiel in Wasserstoff-Tankstellen, bei Kommunen, kommunalen Netzbetreibern, in Gewerbegebieten und Wasserstoff-Quartieren sowie in Hotels und Unternehmen, die Solarmodule und Windstrom installiert haben.
NRW ALS HISTORISCHES INDUSTRIEHERZ
Sebastian Niehoff, Geschäftsführer von Ben-Tec und H2-Powercell, erklärte: „Wir haben uns sehr über den Besuch und das Interesse von Ministerin Neubaur gefreut. Der offene Austausch zu unseren wasserstoffbasierten dezentralen Lösungsansätzen als Energiehabitate für die Dekarbonisierung hat die Relevanz und Dringlichkeit bestätigt. Insbesondere braucht der NRW-Standort als historisches Industrieherz von Deutschland neue sowie überhaupt erneuerbare Technologien für Produktinnovationen zum weltweiten Vertriebsmarketing.“