Im Zuge des Projekts erhalten Unternehmen in zehn Pilot-Gewerbegebieten im Münsterland die Möglichkeit, ihren Energiebedarf abzustimmen und Erzeugungsanlagen, Speicher und Leitungen gemeinsam zu nutzen.
Der Millionenbetrag für das Projekt „Regionale Netzdienliche Energieverbünde in Gewerbegebieten“ (ReNET-EV) stammt aus dem EFRE/JTF-Programm NRW, das von der Europäischen Union kofinanziert wird. Die Förderung diene der Entfaltung regionaler Potenziale und der Stärkung des Landes, wie Regierungspräsident Andreas Bothe bei der Übergabe des Fördermittelbescheids betonte. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und läuft seit dem 1. April 2026. Die Wirtschaftsförderung Münster koordiniert das Vorhaben federführend.
Zehn Pilot-Standorte im Münsterland werden in diesem Zeitraum im Hinblick auf ihre Energiebedarfe, Potenziale und Infrastrukturen untersucht und zu digitalen Zwillingen modelliert, um optimale Versorgungskonzepte zu ermitteln. Parallel dazu werden geeignete kooperative Anreiz- und Betreiberstrukturen konzeptionell entwickelt, die den notwendigen Investitionsaufwand verteilen und Anreize für den großflächigen Einsatz erneuerbarer Energien schaffen.
SYNERGIEEFFEKTE REALISIEREN
In einem ersten Schritt werden die Energiedaten der 23 assoziierten Partnerbetriebe erhoben. Zu den beteiligten Unternehmen mit Sitz in Münster gehören die Fiege Logistik, Westfalen AG, Remondis-Gruppe, Aschendorff Medien GmbH & Co. KG und die awm Abfallwirtschaftsbetriebe Münster aus den Gewerbegebieten Hessenweg und An der Hansalinie.
Im Kreis Borken sind die Gebiete Gronau-Ost sowie der I-Park Bocholt vertreten. „Mit der Analyse der Energiedaten der ansässigen Unternehmen schaffen wir die Grundlage für eine detaillierte technische Modellierung der Standorte und die Entwicklung passgenauer Konzepte zur klimafreundlichen Transformation“, erklärt Renate Warmers, die das Projekt für die WFG für den Kreis Borken betreut. „Das Potenzial dafür ist gerade in Gewerbegebieten groß. Hier sind Unternehmen mit verschiedenen Energiebedarfen – Strom, Wärme, Kälte, Mobilität – nah beieinander. Synergieeffekte wie beispielsweise bei der Nutzung von Abwärme, dem gemeinschaftlichen Einsatz von Wärmepumpen, Stromspeichern oder der Koordination von Spitzenlasten lassen sich gut realisieren.“
Im Kreis Coesfeld werden im Projekt die Energiedaten in den Betrieben in den Gewerbegebieten Julius-Maggi-Straße, Hans-Böckler-Straße und Tetekum in Lüdinghausen sowie in den Gewerbegebieten Hamern und Friethöfer Kamp in Billerbeck erhoben. Im Kreis Steinfurt gehören der Energie-Innovationspark in Hörstel und der I-Nova Park in Ibbenbüren zum Projektgebiet, im Kreis Warendorf die Bereiche Olfetal in Ahlen sowie Sudhoferweg, Auf dem Tigge und Stromberger Straße in Beckum. In der Stadt Münster sind das Industriegebiet Hessenweg sowie der Bereich Weseler Straße/An der Hansalinie am Projekt beteiligt.