Dieter Meiners, heute 64 Jahre alt, hat nämlich vor einigen Jahren damit begonnen, über seine Nachfolge nachzudenken. Der glückliche Umstand, dass sein Sohn Christian (35) als Malermeister eine ähnliche berufliche Laufbahn gewählt hat, war ein wichtiger Baustein dabei. Seit 2015 ist er voll im Familienbetrieb aktiv und will künftig in die Chefrolle wechseln – freiwillig, wie Dieter Meiners betont. „Er hat sich selbst für diesen Berufsweg entschieden, ich habe ihn nie dazu gedrängt.“ Ein Ansatz, der bei Nachfolgeplänen innerhalb von Familien nicht immer beachtet wird, wie Unternehmensberater zu berichten wissen.
Der Plan von Dieter Meiners war, Ende 2025 einen Schritt zurückzumachen. Über die Nachfolge herrscht innerhalb der Familie bereits Einigkeit, der Prozess allerdings hat gerade erst begonnen, viele Details werden in den kommenden Monaten noch zu erledigen sein, wie er sagt. Doch die grundsätzliche Botschaft ist klar: Es geht weiter in Billerbeck. „Bereits heute steigt mein Sohn immer mehr in den administrativen Bereich ein“, sagt Meiners und ergänzt mit einem Lächeln. „Manche Anrufe kommen schon gar nicht mehr zu mir durch.“ Der normale Wandel sei das. Dabei werde auch künftig erhalten bleiben, was den Betrieb heute auszeichne: Gerade im Bereich der Renovierungen und Sanierungen sei das siebenköpfige Team beschäftigt. Ein Grund, warum es dem Maler- und Glaserbetrieb heute gut gehe. „Die Häuser, in denen wir arbeiten, stehen ja bereits“, sagt Meiners mit Blick auf eine sonst spürbare Zurückhaltung im Bereich Neubauten. Und wer Immobilien besitze, wolle ihren Wert in den meisten Fällen ja erhalten und dauerhaft sichern.
Fassaden, Maler- und Tapezierarbeiten, Beratung und Erstellung von Raumkonzepten, digitale Farbentwürfe und die Anlage von Musterflächen: Es ist ein „bunter Blumenstrauß”, den das Meiners-Team für Kunden aus allen Branchen vom Hotelgewerbe über Dienstleister bis hin zu Praxen und auch Privatleuten im Portfolio hat. Mit einem Komplettservice will Meiners zudem auch solche Kunden ansprechen, denen der Aufwand, mehrere Gewerke zu koordinieren, zu viel ist. „Dann organisieren wir die verschiedenen Handwerksbetriebe von der Steckdose bis zum Wasserrohr“, sagt er. Dass Meiners als Innungs-Obermeister im Kreis Coesfeld gut vernetzt ist, hilft dabei.
Mit der geplanten Nachfolge sollen die bewährten Angebote erhalten bleiben, aber Nachfolger Christian Meiners will im Wohnbereich auch neue Akzente setzen, beispielsweise mit fugenlosen Oberflächen für Bäder, Treppen oder Treppenhäuser – ein Bereich, der noch nicht auf breiter Fläche bekannt ist und für den eine besondere Zertifizierung notwendig sei, wie Meiners betont. Auch rutschfeste und pflegeleichte Betontreppen seien so ein Thema, das derzeit etwas mehr Fahrt aufnehme. Ansonsten bleibe es beim buchstäblich „bunten” Blumenstrauß von Arbeiten.
Meiners‘ Plan ist es, ab Ende 2025 künftig nicht mehr um sechs Uhr morgens im Büro aufschlagen zu müssen. Das kann der Nachfolger in der Familie übernehmen, dann in sechster Generation.