Reseco | Aus verschiedenen Blickwinkeln

Was sind eigentlich die besten Rahmenbedingungen für einen Einbruch? Früher war das vor allem der Schutz der Dunkelheit. Und ein guter Fluchtweg. Heute ist das anders. Eingebrochen wird am helllichten Tag, im laufenden Betrieb werden komplette Fahrzeuge und Materialbestände vom Unternehmensgelände gestohlen. Dreistigkeit siegt. „Wer sein Hab und Gut schützen will, muss Einbrüche aus verschiedenen Perspektiven denken“, betont Kevin Rensberg, Geschäftsführer Controlling und Vertrieb für den Geschäftsbereich Kommunikation bei Reseco. Darauf hat sich die Unternehmensgruppe aus Heiden eingestellt.

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Rund 25 Mitarbeitende sind aktuell bei der Reseco Unternehmensgruppe beschäftigt. Das Geschäft sei stabil, denn: Die Zahl der Einbrüche im Privat- und Gewerbebereich nehme nicht ab. Das mache die Sicherheitsbranche zwar einerseits krisensicher, aber: „Es ist immer ein anstrengender Wettlauf mit der Zeit und ein ständiges Nachrüsten. Verbrecher lassen sich immer wieder neue Ideen einfallen, um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen“, betont Rensberg. Und das muss nicht immer ein ausgefuchster Plan sein. „Es kommt immer wieder mal vor, dass Einbrecher mit einem Sprinter durch den Zaun fahren und sich so Zutritt zum Unternehmensgelände verschaffen“, nennt Sicherheitsberater und Mitgesellschafter Maximilian Pierick ein Beispiel. 

Auf präventive Maßnahmen sollte gerade deshalb nicht verzichtet werden, betonen beide. Es gelte, Sicherheit aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten: Videoüberwachung, Zauntechnik, IT-Systeme, Alarmanlage – alles soll im besten Fall ineinandergreifen. 

Unsicherheitsfaktor Mensch

Ein Unsicherheitsfaktor bleibe aber der Mensch selbst. Er sei das „größte Einfallstor“. „Ein verlorengegangener Transponder auf dem Parkplatz oder eine achtlos offen stehen gelassene Tür zum Unternehmensgebäude ist eine Einladung für jeden Einbrecher“, erklärt Rensberg. Aber auch die Gutgläubigkeit von Mitarbeitenden: „Wir hatten schon Fälle, bei denen sich Einbrecher als Telekommunikations- oder Stadtwerkemitarbeiter ausgegeben haben, mit ein wenig Selbstbewusstsein problemlos durchs Gebäude marschierten und sich so Zutritt zum Serverraum verschafften. Da hilft dann auch die beste Alarmtechnik nichts.“  

Oft gehe es dann ganz schnell. Etwa durch einen USB-Stick, der im Handumdrehen in einen Computer im Serverraum gesteckt wird und mit einem Virus die gesamte IT lahmlegt. Rensbergs Rat: Mitarbeitende regelmäßig für solche Gefahren sensibilisieren und schulen, keine fremden Menschen unbeaufsichtigt ins Unternehmen lassen. Und: Nicht nur das Gebäude schützen, sondern das gesamte Unternehmensgrundstück. „Die Tendenz geht zu immer größeren, unübersichtlicheren Außenbereichen. Es sollte den Einbrechern so schwer und umständlich wie möglich gemacht werden, in den Betrieb zu gelangen. Deshalb ist es wichtig, schon an der Grundstücksgrenze damit anzufangen“, sagt Rensberg.  

Schutz auch vor Vandalismus

Dabei gehe es nicht nur darum, das Unternehmen vor Diebstahl zu schützen, sondern auch vor Vandalismus. „Wir hatten vor Kurzem einen Fall, bei dem ein Großteil des Warenlagers mit Pulverschaum eingesprüht wurde. Das hat einen erheblichen Schaden verursacht. Die Reinigung war aufwendig“, beschreibt Sicherheitsberater Pierick. 

Darauf hat sich Reseco mit einem entsprechenden Portfolio eingestellt. Was ursprünglich mit klassischen Alarmanlagen angefangen hat, ist heute im Bereich der technischen Sicherheit erheblich vielseitiger. Angefangen bei einfachen oder KI-gestützten Videoüberwachungsanlagen, VDS-zertifizierten Einbruchmeldeanlagen, Brandmeldetechnik für Privathäuser, Unternehmen und auch öffentliche Gebäude mit automatischer Meldung an die Feuerwehr bis hin zu elektronischen Zutrittskontrollen und Internettelefonie. Pierick stellt fest: „Die Sicherheitstechnik wird immer vernetzter. Für unsere Branche heißt das, sich personell eher zu einem Systemintegrator und Berater zu entwickeln, als nur Montageleistungen zu übernehmen.“ 

Schlauer durch KI

Die Sicherheitstechnik wird durch Künstliche Intelligenz zunehmend schlauer. Kameras schicken Push-Nachrichten aufs Smartphone, wenn sie ungewöhnliche Bewegungen auf dem Unternehmensgelände erfassen. Sie können an Personen heranzoomen und Bewegungsmuster analysieren. Oder: Flüchtige Personen können dank KI anhand ihrer Kleidung in Menschenmassen erkannt werden. Auch in der Produktion können abweichende Stückzahlen als Hinweis auf eine Störung per KI erkannt und gemeldet werden.  

Etwa 80 Prozent der Kunden von Reseco stammen aus dem gewerblichen und öffentlichen Bereich. Bürogebäude, Produktionsunternehmen, Logistikzentren, Kitas und Supermärkte gehören dazu. Aber auch im privaten Segment hat sich das Unternehmen etabliert, etwa als Servicepartner für den Sicherheitstechnikanbieter „Safehome 24“ oder als Mitglied im „Netzwerk zuhause sicher“ in Kooperation mit der Polizei. Reseco ist überwiegend im Umkreis von 60 Kilometern tätig, durch Empfehlung auch mal bundesweit. Unter anderem stattet die Unternehmensgruppe Arztpraxen in ganz Deutschland aus. „Für den Service arbeiten wir dann aber mit Partnern vor Ort zusammen, um beim Ausfall einer Anlage schnell handlungsfähig zu sein“, erklärt Rensberg. Das Team übernimmt sowohl die technische als auch die mechanische Sicherheit von Gebäuden und Grundstücken. Je nach Anspruch, Versicherungsvorgaben und Gegebenheiten vor Ort erstellen die Experten ein passendes Sicherheitskonzept. Auch Satellitenbilder von Routenplanern helfen dabei, schwer einsehbare Bereiche auf dem Gelände zu identifizieren. „Die beste Kamera hilft nicht, wenn im Sommer ein Laubbaum die Sicht versperrt“, so Rensberg. 

Quick win: Außenbeleuchtung und Bewegungsmelder

Die beiden Experten betonen aber auch, dass es nicht immer gleich die teuerste Sicherheitstechnik ist, die am besten wirkt. Als „Quick win“ sorgen zum Beispiel schon eine weitreichende Außenbeleuchtung oder Bewegungsmelder, die alle paar Sekunden an- und ausgehen. „Das erzeugt Aufmerksamkeit auf den beleuchteten Bereich – und die will jeder Einbrecher natürlich unbedingt verhindern“, erläutert Pierick. Eine weitere, niederschwellige Maßnahme sind – so simpel es klingt – Schilder. „Ein Hinweis darauf, dass der Bereich alarm- und sogar kameragesichert ist, kann schon Wunder wirken. Egal, ob man nun tatsächlich diese Technik installiert hat oder nicht“, betont Pierick. Wichtig dabei: Immer einen Datenschutzbeauftragten benennen und angeben, wie lange aufgezeichnet wird. „Sonst könnte es nachträglich Ärger mit Datenschutzbehörden geben“, weiß Pierick.  

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