Majamo | Wachstumsgeschäft Social Commerce

Wie verschickt man eigentlich ein Paket in die Schweiz? Eine einfache Frage. Aber auch eine, die gerade Start-ups mit eigenem Online-Business durchaus fordert. Das ging Florian und Maria Bußmann auch so, als sie sich 2015 neben dem Studium mit einem Modeshop selbstständig machten. „Als wir uns intensiver damit beschäftigt haben, haben wir gemerkt, dass nicht nur wir uns mit solchen logistischen Fragen schwer tun“, schaut Maria Bußmann zurück. Die Folge: Aus dem kleinen Modeshop wurde Majamo, ein Unternehmen für Fulfillment-Lösungen. In Bramsche hat es nun eine Heimat gefunden.

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Fulfillment: Das war ein Geschäftsmodell, mit dem beide auf der Suche nach geeigneten Immobilien nicht sofort und überall auf offene Ohren stießen.  Noch immer denken manche Standortmanager dabei an tonnenschwere Logistik und gewaltige Lkw-Verkehre. Fulfillment ist aber der gesamte (und eher kleinteilige) Prozess der Auftragsabwicklung, vor allem für Unternehmen aus dem Bereich E-Commerce.  

Logistikdienstleistung für YouTuber und Influencer

Mit einem Onlinehändler auf dem Amazon-Marketplace ging es für Majamo los, 2019 noch in einem gemieteten Hallenteil und mit einem einzigen Regal. Das wurde schnell zu klein und das Unternehmen begab sich auf die Standortsuche. „In der Stadt Bramsche hat man verstanden, was wir vorhaben. Die haben auch an unsere Wachstumsgeschichte geglaubt“, erinnert sich Bußmann. Ein Grundstück fand das junge Unternehmen direkt an der Autobahn 1. Rund 18.500 Quadratmeter Fläche stehen dort zur Verfügung. Seit April 2023 sind rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit beschäftigt, die Bestell-Verwaltung und Auslieferung für „spannende, junge Unternehmen“ zu organisieren. Etwa 40 sind es aktuell, „vor allem YouTuber und Influencer“, wie Bußmann berichtet. In jedem Fall Kunden, die teils völlig andere Anforderungen hätten als klassische Versandhändler. „Vieles läuft hier spontan, das Geschäft kann oft schwankend sein.“  Beispiele: Kurzfristige Rabatte und in der Folge schnell steigende Auftragsvolumen, rasche Produktwechsel. „Da muss man flexibel sein“, sagt Bußmann.  

Dieser „Social Commerce“ sei aber ein wachsendes Geschäft, sagt Bußmann. Eine Nische, die noch viel Potenzial biete. Man ahnt das, wenn man abends auf dem Smartphone durch TikTok, Facebook oder Instagram scrollt: Produktanzeigen sind dort längst Alltag und genau um die Abwicklung solcher Onlineaufträge kümmert sich nun Majamo. Von Merchandise bis zu jungen Marken: Kernbranchen sind Textil, Kosmetik oder Nahrungsergänzungsmittel – es ist aber ein kleinteiliges Geschäft.  

„Wir machen aber nicht nur Lagerung, sondern übernehmen auch den Support für Endkunden, entwickeln passende Kartonagen und helfen sogar beim Einkauf der Waren“, sagt Bußmann. Man fühle sich dabei fast als Teil der eigenen Kunden. 

Etwa 250 Versandstücke pro Monat sind nötig, damit sich das Geschäft für Majamo rechnet, Ausnahmen sind möglich, müssten aber sehr individuell geprüft werden. „Wir haben viele unserer Kunden in einer Wachstumsphase begleitet. Wenn wir an einen Erfolg glauben, machen wir das gern.“ Und zwar ohne große „Onboardingkosten“, wie Bußmann sagt. Bis zu 15.000 Pakete am Tag kann Majamo derzeit abwickeln – und will weiter wachsen. 
 

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