Hof Grothues-Potthoff | Von der Hofstätte zum Begegnungsort

Eine Hofstätte mit jahrhundertelanger Tradition. Hier, vor den Toren von Senden, wurde schon im Mittelalter Erde auf den Äckern bewegt. Es ist ein Ort mit langer Geschichte. „Aber Viehzucht“, sagt Elmar Grothues, „gibt es hier schon lange nicht mehr.“ Stattdessen ist aus dem Hof Grothues-Potthoff ein bunter Ort für Touristen und Tagungen geworden. Ein Erlebnisort, mit dem sich das Familienunternehmen neu erfunden hat. Obst und Gemüse gibt es noch immer, aber keine Tierhaltung mehr. Stattdessen locken Hotel, Hofcafé oder Bäckerei Menschen in den Osten der Gemeinde Senden.

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Den Schritt in eine neue Zeit machten bereits die Eltern von Elmar Grothues. „Das war für beide schon eine extreme Umstellung“, erinnert sich der heute 42-Jährige. Es sei aber ein Wandel gewesen, der einfach notwendig war. Die Gemeinde rückte mit ihrer Wohnbebauung näher an den Hof, die vier Geschwister wollten andere berufliche Wege als in die klassische Landwirtschaft gehen. So wuchs die Idee, aus einem Bauernhof einen Ort für Menschen zu schaffen.   

Mit einem Hofcafé begann 1999 alles, wie Grothues sagt. Er selbst ist seit 2009 Geschäftsführer im Familienunternehmen und hat das Wachstum seitdem eng begleitet. Rund 140 Menschen arbeiten heute regelmäßig in den verschiedenen Bereichen. Und über die Jahre entwickelte sich der Hof Stück für Stück weiter. Längere Öffnungszeiten in der Gastronomie, warme Küche. Eine Bäckerei und ein Hofladen. „Natürlich mit Produkten aus der eigenen Herstellung“, betont Grothues. „Wir haben hier eine ungewöhnlich hohe Fertigungstiefe“, sagt er. Die Marmelade wird beispielsweise aus eigenen Früchten erzeugt. Gleiches gilt für Säfte.   

Familienunternehmen

Mehrere von Grothues‘ Geschwistern sind heute auf dem Hof beschäftigt. Alexander Grothues (48) kümmert sich um den landwirtschaftlichen Teil, also den Anbau von Obst und Gemüse. Pia Tekaat (45) betreut das Hofcafé, Eva Langenkamp (47) den Hofladen mit der Bäckerei. „Und mein Schwager Marcel Tekaat führt das Hotel“, erklärt Grothues. Das Hotel: Das war vor etwa 15 Jahren ein Projekt, das schon ganz früh in den Köpfen der Familie herumspukte, aber erst nach vielen Jahren und mehreren konzeptionellen Anläufen realisiert werden konnte. Über 70 Zimmer mit rund 140 Betten stehen heute direkt am Hof zur Verfügung, dazu kommt das Hotelrestaurant „Hasenpfeffer“ – damit spricht das Unternehmen sowohl Touristen als auch Geschäftsreisende an. „Vor allem das Geschäft mit Tagungen oder Seminaren ist hier in den vergangenen Jahren sehr gewachsen“, so Grothues. Acht Tagungsräume stehen zur Verfügung.   

Das Wachstum in diesem Bereich schreibt Grothues vor allem den positiven Bewertungen von Stammgästen zu. Klassische Werbung macht der Hof nämlich eher nicht. „Wir setzen da auf zufriedene Kunden, auch wenn das manchmal etwas mehr Zeit erfordert.“  

Verschiedene Angebote

Ein bisschen spiegelt der zurückhaltende Ansatz auch die Idee des Hofes: In ruhiger Ortsrandlage stolpert man eigentlich eher nicht über die Anlage. Wer kommt, tut dies mit einem klaren Ziel. „Laufkundschaft haben wir hier eigentlich nicht.“ Die Sendener kennen den Hof natürlich. „Im Sommer ist die Terrasse auch immer gut gefüllt“, freut sich Grothues. Die Ruhe, die Abwesenheit von städtischer Hektik, all das spiele eine große Rolle für den Hof. Dabei ist Ruhe nur auf die Lage bezogen. Sportliche Aktivitäten bietet der Hof nämlich durchaus an. Direkt am Hof lässt sich SwinGolf spielen – das ist eine vereinfachte und nie­drigschwellige Form des klassischen Golfsports. Es gibt einen eigenen Platz für den Minigolf-Ableger SpielGolf  und neu angelegte Wege ermöglichen Spaziergänge.   

Mit diesem Angebot richtet sich der Hof Grothues-Potthoff an Gäste aus der direkten Umgebung und dem Münsterland, aber auch an Besucher aus den Niederlanden oder dem Ruhrgebiet. „Der Großteil unserer Besucher kommt allerdings aus dem näheren Umkreis.“  Spürbar sei hier vor allem eine Veränderung in der Mobilität: Besucher auf E-Bikes sind seit einigen Jahren deutlich häufiger zu sehen. Grothues: „Wir sehen, dass auch ältere Besucher dank elektrischer Fahrräder wieder mobiler werden und auch mal etwas weitere Wege zu uns nehmen.“   

Gibt es weitere Pläne? Grothues überlegt. „Unser Café haben wir bereits vor zwei Jahren kernsaniert, wir haben außerdem Sozialräume und Arbeitsbereiche für unser Team neu eingerichtet. Es gibt immer etwas zu tun.“

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