Hackmann Hotels | „Wir müssen mitwachsen“

In der Region ist sie mit neun Häusern die größte Hotelgruppe: Hackmann Hotels mit Hauptsitz in Meppen. Die Standorte verteilen sich entlang der niederländischen Grenze im Münsterland, in der Grafschaft Bentheim und im Emsland. Und doch betonen Marketingleiterin Nadine Rüther und Hotelmanager Johannes van Lengerich, dass Hackmann sich keinesfalls als typische Hotelkette versteht. Vielmehr bestehe das Konzept aus einzelgeführten Hotels – jedes mit eigenem Charakter je nach Standort. Denn genau dahin gehe der Trend beim Gast: Gefragt seien in der ländlichen Region individuelle Angebote für das persönliche Reisererlebnis. Kein Massentourismus. Bei Hackmann Hotels führt genau diese Ausrichtung dazu, dass die Unternehmensgruppe derzeit stark wächst.

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Aktuell hat die Unternehmensgruppe mit dem KonnexInn ein neues Hotel auf 4-Sterne-Niveau mit 80 Zimmern direkt am Bahnhof in Nordhorn eröffnet. Das Stadthotel in Borken wurde um 42 auf jetzt über 100 Räume erweitert. Anfang 2025 hat Hackmann außerdem das Hotel Stadthöfe mit 50 Zimmern in Rhede eröffnet. „Das ist sicherlich nicht die Regel, dass wir innerhalb kürzester Zeit solche Investitionen gebündelt tätigen. Aber der Zeitpunkt war passend und die Nachfrage ist so groß, dass wir einfach mitwachsen müssen“, erklärt Marketingleiterin Rüther.  

Familie Hackmann habe seit der Gründung 1986 stets weitsichtig gehandelt, wie sie betont. „Die Erfahrung aus 40 Jahren Hotellerie kommt der Unternehmensgruppe heute zugute. Das heißt: Es wird nur investiert, wenn es zum nachhaltigen Wachstum beiträgt“, so Rüther. Es gebe viele Anfragen aus dem Gastgewerbe, die ihre Nachfolge beispielsweise über eine Übernahme durch Hackmann lösen möchten. Aber es müsse eben auch passen. Wachstum um jeden Preis sei nicht die Philosophie der Unternehmerfamilie.  

Neues Verwaltungsgebäude in Meppen, neues Hotel in Gronau

Damit auch die Strukturen hinter dem Hotelgeschäft mitwachsen, ist am Hauptsitz in Meppen aktuell ein neues Verwaltungsgebäude entstanden. Dort haben nun alle Mitarbeitenden Platz, die Aufgaben im Backoffice der Unternehmensgruppe übernehmen: Marketing, Buchhaltung, Personalwesen und vieles mehr. „Die Kommunikationswege zwischen den Abteilungen sind nun viel kürzer. Das Team verteilt sich nicht mehr auf alle Standorte, sondern sitzt unter einem Dach. Das hat große Vorteile für die Zusammenarbeit“, betont Rüther.  

Auch für 2026 hat die Unternehmensgruppe ein Bauprojekt auf der Agenda: In Gronau eröffnet im Spätsommer neben den rock’n’popmuseum das zehnte Hotel von Hackmann. Passend zum Flair der Nachbarschaft wird das Thema Musik und Udo Lindenberg auch im Hotel aufgegriffen: Neben einem großen Flügel in der Lobby und Gitarren an der Wand werden die 80 Zimmer mit Requisiten aus der Musikszene dekoriert.  

Genau solche standortbezogenen Konzepte seien es, die die Hotels der Hackmann Unternehmensgruppe von Hotelketten unterscheiden. „Bei uns gibt es keinen einheitlichen Teppich, der in jedem Haus verlegt wird und ein typisches Kennzeichnen von uns ist. Im Gegenteil: Jedes Hotel steht individuell für sich“, macht Rüther klar. Einziges gemeinsames Merkmal: Alle Häuser haben das 3- oder 4-Sterne-Niveau. Und: Das Thema Radtourismus wird bei der Hotelplanung mitgedacht, etwa durch große, überdachte Fahrradgaragen, die per Zimmerkarte geöffnet werden können, oder eine Ladeinfrastruktur für E-Bikes.  

Ein weiterer Punkt, der für die Hotelgruppe relevant ist: das Frühstück. „Dafür und für unser freundliches Personal werden wir tatsächlich viel gelobt, egal an welchem Standort unsere Gäste übernachtet haben. Wir versuchen, mit einem großen, vielseitigen Buffett möglichst viele Geschmäcker unserer Gäste abzuholen“, erklärt Hotelmanager van Lengerich. 

Keine Personalsorgen

Ein Thema, das Hackmann wie andere Wettbewerber beschäftigt, ist die Personalfrage. Qualifizierte Fachkräfte zu finden und zu halten, ist ein generelles Problem im Gastgewerbe. „Zurzeit können wir das glücklicherweise noch ganz gut bewältigen. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Team und haben keine Personalsorgen“, betont van Lengerich. Das liege aus seiner Sicht auch daran, wie alle miteinander umgehen. „Es ist egal, ob ich mit einem Mitarbeiter aus dem Housekeeping oder mit jemandem aus der Führungsebene spreche: Wir arbeiten auf Augenhöhe miteinander. Dieses Wir-Gefühl und die ordentlichen Arbeitsbedingungen lassen sich eben nicht mit Geld aufwiegen“, beschreibt der Hotelmanager. „Ordentliche Arbeitsbedingungen“ heißt bei Hackmann zum Beispiel: regelmäßig gemeinsame Teamevents, eine Kreditkarte mit einem monatlichen Budget von 25 Euro pro Mitarbeiter, die im Einzelhandel vor Ort eingelöst werden können. Ein bisschen lokale Wirtschaftsförderung. 160 Mitarbeiter arbeiten heute für das Unternehmen, das von Barbara und Wolfgang Hackmann sowie der dritten Generation, Oliver und Sophie Hackmann, geführt wird. 

Geschäftsreisende in der Woche, Touristen am Wochenende

Die Gäste, die in den Hackmann Hotels ankommen, teilen sich grob in zwei Zielgruppen auf: Geschäftsreisende in der Woche, Touristen am Wochenende und an Feiertagen. „Das Münsterland und das südwestliche Niedersachsen ist mit seinem vielseitigen Freizeit- und Kulturprogramm und natürlich durch die weitläufigen Rad- und Wanderwege eine beliebte Destination. Die Stadt Münster ist gut erreichbar und auch in die Niederlande ist es nicht weit, sodass man schnell in eine ganz andere Kultur eintauchen kann“, beschreibt Rüther. Aus ihrer Sicht hat die Region noch viel Potenzial: „Die deutsch-niederländische Grenze gehört zu den schönsten Ecken in Deutschland. Die günstigen Flugpreise werden sich aus meiner Sicht nicht lange halten, sodass ein Urlaub im Heimatland immer attraktiver wird.“ Sie merkt aber auch kritisch an: „Es müsste noch mehr Einkehrmöglichkeiten geben. Auch wegen des Personalmangels haben viele Gastronomen ihre Öffnungszeiten reduziert oder mussten ganz aufgeben. Das ist natürlich schade für Gäste, die die regionale Küche genießen möchten.“ 

Während Radfahrer und Wellnessurlauber vor allem im Sommer kommen, reisen im Winter überwiegend Geschäftsleute für kürzere Aufenthaltszeiten an. Einzige Ausnahme: die Weihnachtsmärkte im Dezember, wie beispielsweise in Borken-Marbeck. Die haben sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Magneten entwickelt, wie Rüther und van Lengerich an der erhöhten Buchungsnachfrage festgestellt haben. Und spontaner sind die Gäste geworden; sie buchen in der Regel kurzfristig. 

Mit „Business by Hackmann“ hat die Unternehmensgruppe im August ein neues Konzept aufgelegt, das sich speziell an den Bedürfnissen der Geschäftsreisenden ausrichtet, die auch mal mehrere Wochen für ein Projekt in der Region bleiben. Zielgruppenspezifische Angebote zu erstellen, sei dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor in der Branche, um sich vom Wettbewerb abzuheben. Das heißt in der Praxis: Bei bestimmten Buchungsvolumina gebe es für Geschäftsreisende firmenspezifische Raten. Für Touristen spezielle Arrangements in Verbindung mit Freizeitangeboten in der Region oder Wellnessanwendungen. Und für alle Gäste Gutscheine für die umliegende Gastronomie.  

Mehr direkte Anfragen über die Homepage

Die Buchungsanfragen kommen übrigens wieder vermehrt über die Homepage von Hackmann anstatt über Buchungsportale. Eine Entwicklung, die Hotelmanager van Lengerich begrüßt: „Wenn Pro­bleme bei der Buchung über Drittanbieter auftauchen, können wir nicht immer ad hoc helfen, weil wir keinen direkten Zugriff auf die Daten haben. Das ist dann sowohl für den Gast als auch für uns als Hotel ärgerlich.“ Dennoch hätten die Portale durchaus ihre Daseinsberechtigung: „Sie schaffen Sichtbarkeit. Insbesondere, wenn man die Stadt nicht kennt, kann man sich so einen guten Überblick über das Hotelangebot verschaffen“, betont van Lengerich.  

Worauf die Gäste bei der Buchung achten, ist allerdings nicht nur der Preis. Auch das Thema Nachhaltigkeit entscheidet mit. Hackmann Hotels reagiert darauf zum Beispiel mit kurzen Lieferketten von regionalen Erzeugern fürs Frühstück oder mit der Zimmerreinigung auf Anfrage anstatt automatisch täglich. Informationsmaterial ist online per QR-Code abrufbar und könne so aktuell gehalten werden. 

Für mehr Nachhaltigkeit will Hackmann Hotels aber auch noch an einer anderen Stelle sorgen: bei der E-Mobilität. „Wir wollen künftig an allen Standorten eine Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge und E-Bikes vorhalten. Vereinzelt ist das schon der Fall“, informiert Rüther. Die Investitionen bei Hackmann sind also längst noch nicht abgeschlossen.  

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