Mit dem KRITIS-Dachgesetz würden Betreiber kritischer Infrastruktur mehr in die Verantwortung genommen, erklärt Frederik Thüner. Er ist Prokurist bei Deermann und verantwortlich für interne Prozesse und Vertrieb und sagt: „Die meisten Unternehmen möchten ihre Standorte heute nicht nur schützen, sondern Zufahrten, Zugänge und Sicherheitsprozesse möglichst effizient, intelligent und zukunftssicher organisieren.“
Das Familienunternehmen mit Sitz in Dülmen entwickelt und realisiert seit Jahrzehnten Lösungen für modernen Perimeterschutz – also für die professionelle Sicherung von Betriebsgeländen, Zufahrten und sensiblen Außenbereichen. Was 1990 mit klassischen Weidezaunsystemen begann, hat sich heute zu einem spezialisierten Anbieter für Zaun- und Torsysteme, Zufahrtskontrolle, Drehkreuze sowie intelligente Sicherheits- und Zugangslösungen entwickelt.
Die gesetzlichen Vorgaben sorgen bei Deermann für viel Arbeit. Denn ein Zaun allein ist nur noch ein Teil des Schutzes, wie Prokurist Thüner erklärt. „Die Anforderungen unserer Kunden haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Für Betreiber ergibt es keinen Sinn, einen noch so sicheren Zaun zu bauen, wenn Kriminelle dann alle Zeit der Welt haben, diese Hürde ungestört zu überwinden.“ Entscheidend sei heute das Zusammenspiel aus mechanischem Schutz, digitaler Überwachung, intelligenter Steuerung und schneller Reaktion.
„Für uns bedeutet das beispielsweise, bestehende Zäune zu ertüchtigen“, so Thüner. Viele Zaun- und Toranlagen lassen sich heute gezielt mit Sensorik, Überwachungstechnik oder intelligenten Detektionssystemen erweitern. Dadurch können bestehende Standorte effizient modernisiert und sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden.
Das ist auch wichtig. Denn: „Dass die Regelungen verschärft werden, war schon länger bekannt“, betont Thüner. Viele Betreiber hätten bereits reagiert, doch Handlungsbedarf ist noch immer vorhanden. Im Bereich Automatisierung entwickelt sich die Branche übrigens rasant weiter. Moderne Toranlagen und Zutrittssysteme sind zunehmend digital vernetzt und fernüberwachbar. Statusmeldungen, Fehlerdiagnosen oder Wartungshinweise können in Echtzeit übermittelt werden. Dadurch lassen sich Störungen häufig erkennen, bevor es überhaupt zu einem Ausfall kommt. „Fernwartung und intelligente Steuerung reduzieren nicht nur Serviceeinsätze, sondern erhöhen gleichzeitig die Betriebssicherheit unserer Kunden“, wie der Prokurist von Deermann Zaunsysteme erklärt.
Das zahlt auch auf den Personaleinsatz ein, weil überflüssige Fahrten reduziert werden. Das erhöht zudem die Sicherheit, weil eben die ständige Kontrolle auch aus der Ferne möglich wird.
Ein Nebeneffekt gilt hier abseits der reinen Sicherheitsfragen: Deermann setzt bei Toren beispielsweise auf Radartechnologie. Die Sensoren „sehen“ mithilfe von Radar, ob sich Fahrzeuge, Personen oder andere Objekte im Bewegungsbereich der Schranke oder des Tores befinden. Dadurch kann verhindert werden, dass eine Schranke schließt, obwohl sich noch ein Fahrzeug darunter befindet, oder dass Personen durch die Anlage verletzt werden. Ein weiterer Vorteil sei die hohe Zuverlässigkeit bei schwierigen Wetterbedingungen wie Regen, Nebel oder Schnee. Anders als Kameras oder Lichtschranken funktionieren Radarsensoren auch dann zuverlässig und erkennen Bewegungen kontaktlos aus der Entfernung. Zusätzlich können Radarmelder klassische Induktionsschleifen durch „virtuelle Schleifen“ ersetzen. Das bedeutet: Statt Induktionsschleifen im Boden zu verlegen, erkennt der Sensor Fahrzeuge direkt per Radar. Das spare aufwendige Erdarbeiten und erleichtere die Nachrüstung bestehender Anlagen.
Die Verbesserungen und Schutzmechanismen umfassen darüber hinaus weitere Details. Spezielle One-Way-Schrauben verhindern beispielsweise, dass ein Zaun oder Tor mit einem einfachen Akkuschrauber geöffnet werden kann. Engmaschige Zäune, dickere Drähte, Übersteigschutz mit NATO-Draht: Einbrechern die Zeit zu rauben, das ist das Ziel. Moderne Sicherheits- und Zugangslösungen helfen dabei, Gefahren frühzeitig zu erkennen, Prozesse intelligent zu steuern und so Unternehmensstandorte nachhaltig zu schützen.