Nicht nur in Karusselldrehtüren, auch auf Theaterbühnen, an Windkraftanlagen oder sogar in Zoos sorgt die Sicherheitstechnik des Vredener Unternehmens dafür, Menschen vor Unfällen und Verletzungen zu schützen. Welche Technologie wann zum Einsatz kommt, ist unterschiedlich. Viele standardisierte Produkte von Haake lassen sich konfigurieren und so auf den jeweiligen Anwendungsfall anpassen. Zum Kundenkreis zählen sowohl mittelständische Betriebe als auch große Unternehmen. Ein Beispiel: Aktuell ist das Unternehmen bei der Absicherung eines komplett neuen Petrochemiestandorts in Osteuropa im Einsatz, der von einem der größten europäischen Stahlkonzerne gebaut wird. Die Produktionsprozesse in dem Chemiewerk folgen streng festgelegten Mustern. So dürfen Ventile nur in einer bestimmten Reihenfolge geöffnet und wieder geschlossen werden. Die Sicherheitstechnik von Haake sorgt dafür, dass diese Abläufe auch eingehalten werden. „Das dient neben der Vermeidung von Unfällen auch dem Umweltschutz“, erläutert Jonas Haake.
Nicht immer lassen sich die Anfragen von Kunden allerdings aus dem Produktportfolio abdecken. „Dann entwickeln unsere Ingenieure in unserem hauseigenen Labor eine passende Lösung“, gibt André Haake einen Einblick. Dabei greift das Team auf die Hilfe moderner Technik, zum Beispiel auf 3D-Drucker, zurück. „Damit lässt sich beispielsweise spezielles Werkzeug schnell herstellen“, erläutert Jonas Haake. Bei der Entwicklung neuer Sicherheitsprodukte muss Haake einen hohen Standard erfüllen: So legt die Europäische Maschinenrichtlinie fest, welche Anforderungen im Bereich Sicherheit abgedeckt sein müssen. Auch ISO-Normen muss das Unternehmen im Blick behalten.
Zusammenarbeit mit Hochschulen
Im Bereich Innovation setzt Haake Technik auf die Zusammenarbeit mit Hochschulen. Das Vredener Unternehmen hat zum Beispiel bei dem Interreg-Projekt BIK mitgewirkt, bei dem die Entwicklung neuer Produkte nach dem Vorbild der Natur im Fokus stand. Über die Landesförderung „Karriereweg FH-Professur“ war mit Dr. Michael Bennemann ein Bionik-Experte bei Haake beschäftigt. Als bionische Inspirationsquelle im Rahmen von BIK nutzte Haake den Tastsinn der menschlichen Hand und den Elefantenrüsselfisch als Vorbild. So entwickelte das Unternehmen gemeinsam mit den Forschungspartnern Sensoren, die eine Person bereits erkennen, bevor sie den Gefahrenbereich überhaupt berührt. Auch mit der Hochschule Niederrhein hat Haake über einen Zeitraum von drei Jahren zusammengearbeitet. „Aktuell finden diese Projekte eher in einem kleineren Umfang statt, doch wir wollen unser Innovationsmanagement komplett überarbeiten“, erläutert André Haake. „Unser Ziel ist es, bei kompletten Neuentwicklungen in Zukunft schneller zu werden.“
Bei der Entwicklung neuer Produkte sei die eigentliche Konstruktion allerdings nicht der größte Zeitfresser, wie Jonas Haake einordnet: „Die Validierung nimmt am meisten Zeit in Anspruch. Um die neu entwickelten Lösungen mit dem CE-Kennzeichen auszeichnen zu können, müssen die Produkte sehr genau geprüft werden.“ Bei besonders komplexen Anlagen braucht es dazu eine Prüfung durch den TÜV oder die Berufsgenossenschaft. In der Regel lässt sich die Zertifizierung aber über eine Konformitätsbewertung erlangen, die Haake selbst nach den Regeln der Europäischen Maschinenrichtlinie vornimmt. „Die genaue Prüfung ist enorm wichtig“, betont André Haake. „Schließlich geht es bei uns immer um Produkte, die eine sicherheitsrelevante Funktion erfüllen. Wenn eine der Vorrichtungen ausfällt, kann das zu schweren Unfällen führen und im schlimmsten Fall Menschenleben kosten.“
Sensibilisieren und informieren
Trotz der hohen Relevanz des Themas haben André und Jonas Haake den Eindruck, dass der Bereich Sicherheit von vielen Unternehmen eher ungern behandelt wird. „Bei der Entwicklung einer Maschine geht es häufig in erster Linie um das Design, die Funktionen sowie Kosten. Häufig erfolgt erst im Nachgang die Auseinandersetzung mit der Absicherung der Maschine“, meint Jonas Haake. Die beiden Geschäftsführer haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, vermehrt zu sensibilisieren und zu informieren. „Ratschläge in Sachen Maschinen- und Anlagensicherheit gibt es zum Beispiel bei den Berufsgenossenschaften“, weiß André Haake. „Doch auch wir stehen gerne mit Rat zur Seite, wenn es Fragen rund um das Thema gibt.“