Am Donnerstag gab es in Rheine gute Laune überall – und prima Wetter obendrauf. Und aus dem Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gab es bereits „grünes Licht“. Jetzt muss noch die Aufsichtsbehörde BaFin zustimmen, dann ist die Fusion offiziell. Und zwar in „Rekordzeit“, wie Vorstand Rainer Langkamp am Donnerstag in Rheine anmerkte. „Und das alles schnell, unkompliziert und geräuschlos“, wie er ergänzte.
Mit dann 34 echten Standorten und 33 SB-Filialen im Kreis Steinfurt entsteht eine neue Großsparkasse, getragen von allen 24 Kommunen aus dem Kreis Steinfurt. Das neue Institut sei im Gebiet Westfalen-Lippe die fünftgrößte Bank, deutschlandweit stehe man auf Platz 33.
Für die neue Kreissparkasse war es bereits die zweite Fusion im Kalenderjahr 2026 – nach der mit der Stadtsparkasse Lengerich im Januar. Seit 2002 wuchs die heutige Kreissparkasse nach mehrfachen Fusionen (unter anderem mit Ibbenbüren, Steinfurt und Emsdetten) zur Bank, die sie heute ist. „Und jetzt ist dann auch Schluss“, versprach Langkamp mit einem Lächeln.
Ganz bewusst hatte die Kreissparkasse den Ort in Rheine ausgewählt: Das Museum Falkenhof stehe sinnbildlich für Tradition und Veränderung – und genau das sei nun auch gefragt, wie Rheines Bürgermeister Peter Lüttmann betonte. Für Rheine hat die Fusion sogar noch eine echte Konsequenz: Die zweitgrößte Stadt des Münsterlandes wird juristischer Sitz der Kreissparkasse – neben dem Standort in Ibbenbüren.
Neubau in Rheine
Und in Rheine soll (frühestens) in zwei Jahren das alte Bankgebäude abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt werden. „Das wird das größte Projekt der Kreissparkasse bisher“, schaute Langkamp voraus. Noch stecke man bei diesem Projekt allerdings in einem ganz frühen Stadium.
Viel schneller soll es mit der Fusion selbst gehen, die am Donnerstag von den Bürgermeistern der Kommunen Rheine, Wettringen und Hörstel unterzeichnet wurde. Nach der rechtlichen Fusion Anfang August folgt die technische Zusammenführung Ende Oktober. Ein paar Kontonummern würden sich wohl ändern, ganz sicher aber die IBAN. Aber man habe diese Umstellung im Griff, es sei ja nicht die erste, wie Langkamp wiederholte. Eher sei es eine Herausforderung, die Fusion auch auf menschlicher Ebene, in den Teams der Banken, umzusetzen. Aber auch das werde gelingen, die ersten Eindrücke seien bestens, betonte Langkamp.
Für Landrat Dr. Martin Sommer schloss sich in gewisser Weise der Kreis: „50 Jahre nach der kommunalen Neuordnung wird das Kreisgebiet auch bei der Sparkasse sichtbar“, meinte er. „Die Zeit war einfach reif.“
Mit der Fusion gibt es auch personelle Veränderungen. Der Vorstand der Kreissparkasse besteht weiter aus Peter Hensmann, Rainer Langkamp und Carl-Christian Kamp. Der bisherige Vorstand der Stadtsparkasse Rheine – Thomas Pochmann und Rolf Harig – tritt beiseite. Pochmann betonte am Donnerstag, wie wichtig der Schritt dennoch sei. „Nachhaltige Stärke ist auch eine Frage der Größe.“ Nur als starke Bank könne man sich den Herausforderungen am Finanzmarkt stellen. „Für die Entwicklung der Bank war das nun genau der richtige Zeitpunkt.“