„Die Biomethangasanlage der NDEnergie ermöglicht es uns, einen weiteren Kreislauf zu schließen. Neben Schweine- und Rindergülle wird auch Geflügelmist aus unserer Erzeugungskette aus einem Umkreis von bis zu 80 Kilometern verarbeitet. Aus dem Fermentationsprozess wird neben Biogas auch ein standardisierter Wirtschaftsdünger gewonnen, der dem Ackerbau dann wieder nutzbar gemacht wird", erläutert Rainer Aschenbroich, geschäftsführender Gesellschafter der NDEnergie. Es werde kein zusätzliches Kohlenstoffdioxid produziert, sondern es komme zu einer Rückgewinnung von hochreinem CO2 im gesamten Prozess.
Diese Ressource könne das Unternehmen schon heute in den eigenen Produktionsbetrieben einbinden und somit fossiles CO2 zu 100 Prozent ersetzen, wie Aschenbroich betont. Das entstehende Biogas könne zudem über die Umwandlung in CNG oder LNG als Kraftstoff für Fahrzeuge dienen. „Mit dieser Biomethangasanlage leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Energieversorgung in Deutschland.“
Projekt als Meilenstein
Rund 40 Millionen Euro hat die PHW-Gruppe nach eigenen Angaben in die Biomethangasanlage investiert. Der Spatenstich fand Anfang 2024 statt. Nach fast zweijähriger Bau- und Inbetriebnahmephase ist die Biomethangasanlage nun im März 2026 in Betrieb gegangen und speist Biomethan in das Erdgasnetz ein.
Mit dieser Anlage leiste die Gruppe einen Beitrag für die Landwirtschaft in Niedersachsen: der Nährstoffkreislauf werde umweltschonend geschlossen und durch die fast ausschließliche Verwendung von Wirtschaftsdünger (Mist und Gülle) werde CO2-neutral rund 80 Millionen kWh Biomethan pro Jahr erzeugt. Damit könnten rund 7.000 Haushalte bezogen auf 80 Quadratmeter Wohneinheiten mit Gas versorgt werden.
Bei der Herstellung des Gases aus Biomethan werden keine fossilen Brennstoffe benötigt, da sich die Anlage nach der Inbetriebnahme autark mit Strom und Wärme versorgen kann. Das erzeugte Biomethan kann für die Versorgung von Haushalten in die Nutzung geführt werden, aber auch in den Kraftstoffsektor, wo dann fossile Treibstoffe beispielsweise durch Bio-CNG ersetzt werden können.
Eine Besonderheit der Biomethangasanlage sei, dass diese selbst energetisch betrachtet komplett autark sei: Der benötigte Strom- und Wärmebedarf werde mittels einem eigenen Blockheizkraftwerk mit einer Feuerungswärmeleistung von 2,9 MW sowie einer PV-Anlage mit 950 kWp abgedeckt.
Investitionen in Energiequellen
Die Unternehmensgruppe beschäftigt sich mit vielen verschiedenen Energiequellen, die über PV und Windenergie hinausgehen. 2024 hat die PHW-Gruppe mehrere Millionen Euro für Umweltprojekte bereitgestellt, um unabhängiger vom Energiemarkt zu sein und so die Zukunftsfähigkeit der Produktionsbetriebe zu gewährleisten. Die Gruppe strebt weitere Investitionen für alle Standorte der PHW-Gruppe in diesem Bereich an. „Als Familienunternehmen arbeiten wir kontinuierlich an der Reduktion unserer eigenen Treibhausgasemissionen und verpflichten uns damit, einen Beitrag zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs zu leisten. Die PHW-Gruppe bekennt sich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens und arbeitet intensiv daran, ihre Klimastrategie konsequent weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang haben wir uns Ende 2024 SBTi verpflichtet und setzen uns damit wissenschaftsbasierte Klimaziele“, sagt Katrin Metschies, Leiterin Zentrales Nachhaltigkeitsmanagement und Unternehmenskommunikation bei der PHW-Gruppe.