Das Team von B&W Energy realisiert das Großprojekt im Auftrag der Stadtwerke Haltern in zwei Schritten. Zunächst haben die Heidener PV-Spezialisten die bestehende Solaranlage auf dem Dach des Freizeitbads auf eine Leistung von insgesamt 244 kWp ausgebaut. „Im Gespräch mit dem Kunden haben wir dann gemeinsam überlegt, wie man das Außengelände nutzen könnte, ohne Flächen zu versiegeln“, blickt Fabrice Werner, Ansprechpartner aus dem Vertriebsteam für Privat- und Gewerbekunden bei B&W Energy, zurück. Der Ansatz: Die 144 Stellplätze des Parkplatzes mit einem XXL-Carport überdachen und darauf eine PV-Anlage installieren. „Mit dem PV-Carport können wir diverse Vorteile bündeln. Der vor Ort erzeugte Strom kann zusätzlich zum Laden von E-Autos genutzt werden und die Dachfläche des Carports schützt die Fahrzeuge vor Sonne und Regen“, erklärt Carsten Schier, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Haltern am See. Insgesamt investiert das Unternehmen einen siebenstelligen Betrag in das Großprojekt.
Etwa zwei Jahre Planungszeit waren dafür nötig. „Anträge und bürokratische Genehmigungsverfahren als ‚Parkplatzüberdachung‘, für die ein Bodengutachten notwendig ist, ziehen sich bei Photovoltaikprojekten dieser Art leider sehr lange hin. Für uns ist das immer etwas ärgerlich, weil wir den Solarausbau längst schneller vorantreiben könnten, als es aktuell möglich ist“, gibt B&W-Vertriebler Werner einen Einblick. Die etwa 400 kWp starke Carport-PV-Anlage ist zurzeit im Bau, 44 Fertigfundamente wurden dafür schon gesetzt, die Unterkonstruktion wird jetzt montiert. Dann folgen noch die Kabelarbeiten und der Anschluss ans Netz. Alle Arbeiten übernimmt dabei B&W Energy. Noch in diesem Jahr soll die Anlage ans Netz gehen.
100.000 Euro einsparen
Etwa 390 Tonnen CO2 und rund 100.000 Euro an Stromkosten kann das Freizeitbad, das jährlich etwa 200.000 Besucher verzeichnet, dank der kombinierten Anlage künftig einsparen. Rund 68 Prozent des erzeugten Solarstroms werden direkt vor Ort verbraucht. Die überschüssige Energie wird ins Netz eingespeist und erhöht den regenerativen Anteil am Strommix der Stadtwerke. „Die Produktionskurve der Anlage ist nicht zu 100 Prozent deckungsgleich mit dem Verbrauch des Freizeitbads – insbesondere in den Randzeiten oder im Winter“, begründet Werner die Einspeisung.
Das Projekt am Aquarell sei zwar kein alltäglicher Auftrag für B&W Energy gewesen, aber: „Für uns gibt es nicht zu groß oder zu klein. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung können wir auch für solche komplexen Anforderungen die passenden Lösungen finden, die sich auch wirtschaftlich gut umsetzen lassen“, betont Werner. Er ist überzeugt: „Haltern am See hat mit dieser PV-Anlage und der zukünftigen Carport-Anlage ein Vorzeigeprojekt geschaffen, das sowohl für die Region als auch für die Energiewende ein bedeutendes Beispiel darstellt.“ B&W Energy rechnet mit einer steigenden Nachfrage in der Zukunft. „Durch die Novellierung der Landesbauordnung für NRW gibt es eine Solarpflicht für neu gebaute offene Parkplatzflächen von Nicht-Wohngebäuden, also etwa für Möbelhäuser, Supermärkte oder Gewerbe. Diese Pflicht entfällt nur, wenn die Stellplätze entlang von Verkehrsstraßen liegen oder für je fünf Stellplätze ein Baum gepflanzt wird“, erläutert Werner.