Im Kern geht es auch in Metelen darum, eine umfangreiche Analyse des Ist-Zustands zu erstellen. Welche Stärken und Schwächen weist das Plangebiet aus, das sich zwischen Südring und Vechtestraße erstreckt? Welche Ziele sollen erreicht werden? Und welche Strategien bieten sich an, um sie umzusetzen? Der Bedarf sei da, vieles war in den vergangenen Jahren liegen geblieben, heißt es in Metelens Rathaus. Städtebaulicher Handlungsbedarf lautet die förmliche Umschreibung. Bürgermeister Gregor Krabbe nennt es plakativ ein „Megathema“. Und zwar eines, das Aufgabe der gesamten Gemeinde sein werde.
Diese Aufgabe ist längst begonnen: Gemeinsam mit der DSK Stadtentwicklung aus Bielefeld hat Metelen seit Anfang 2024 verschiedene Themenfelder definiert, die von naheliegenden Themen wie Baustruktur, Wohnen und Einzelhandel bis zu Kultur oder Freizeit reichen. Über die verschiedenen Wünsche diskutierte die Stadt dabei auch mit Bürgerinnen und Bürgern, im Sommer 2024 fanden mehrere Beteiligungsaktionen statt, in denen sich die Gemeinde zunächst viel Zustimmung für den grundsätzlichen Wunsch abholte, die Attraktivität des Ortskerns zu entwickeln. Aber auch eine Absage: Eine neu geplante Fußwegeverbindung zwischen dem Ortskern und der Fischtreppe an der Vechte fand so wenig Zustimmung, dass sie aus dem Plan verschwand.
Anregungen und Wünsche wurden im Oktober 2024 auch offiziell – und zwar in Form einer Sanierungssatzung für den Ortskern. „Ein wesentlicher Vorteil der Sanierungssatzung besteht darin, dass Eigentümerinnen und Eigentümer im Sanierungsgebiet Investitionen in den Gebäudebestand steuerlich absetzen können. So ist es möglich, Aufwendungen, Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen von der Einkommensteuer abzusetzen“, formuliert die Gemeinde selbst.
Viele Projekte geplant
Die Aufgaben sind anspruchsvoll. Das geschichtsträchtige Bürgerhaus mit seinem wichtigen Angebot für die Gemeinde muss energetisch wie funktional saniert werden. Bis Herbst 2025 sollen die Planungen dafür so weit gediehen sein, dass ein entsprechender Umbau-Antrag gestellt werden kann. Auch der Bereich um das Museum Plagemann‘s Mühle, das vom Heimatverein bewirtschaftet und gepflegt wird, gehört zum Ortskern und ist damit Teil des Entwicklungsgebietes. Die Umgestaltung des zentralen Sendplatzes, Barrierefreiheit für den Ortskern, dazu die fortgesetzte Renaturierung der Vechte: Es gibt viel zu tun in Meteln. Und es kostet Geld.
„Das können wir nicht alles allein stemmen“, gibt Krabbe zu. „Wir müssen einen Eigenanteil stemmen, obschon wir finanziell nicht auf Rosen gebettet sind.“ Deshalb wird die Gemeinde einen Antrag auf Städtebauförderung stellen. Der wird aktuell erarbeitet, das ISEK bildet die Grundlage dafür. Bis 2026 soll der Antrag gestellt werden. Die verschiedenen Fördermittel, aber auch die Sanierungssatzung, sorgen bereits jetzt für Interesse von Investorenseite. „Es tut sich einiges“, weiß Krabbe, der beispielhaft das Projekt Alte Post nennt, das künftig mit 24 Wohnungen zwischen 44 und 141 Quadratmeter Wohnfläche als „Neues Postquartier“ auferstehen soll. Nicht jede Veränderung ist behutsam, mancher Blickwinkel auf Metelens Ortskern wird sich verändern. Aber so will es die Gemeinde.