Nach Angaben von Statista setzte die deutsche Logistikbranche im Jahr 2023 rund 327 Milliarden Euro um. Der Umsatz sei damit gegenüber den Vorjahren deutlich gewachsen – auch aufgrund steigender Kosten entlang der Lieferketten. Für das Jahr 2024 prognostiziert Statista eine weitere Umsatzsteigerung auf 331 Milliarden Euro.
Gleichzeitig sind die Lieferketten angesichts diverser Krisen und Herausforderungen fragiler denn je: Steigende Energiepreise, ein stauanfälliges Straßennetz, zunehmende regulatorische Anforderungen und Personalmangel bei den Berufskraftfahrern sind nur einige der gegenwärtigen Hürden für die Logistikunternehmen. Die Digitalisierung verspricht zwar effizientere Abläufe bei Transport und Lagerlogistik, aber ganz ohne Manpower geht es auch in dieser Branche nicht. Die Stimmung bei den Logistikern bleibt vor diesem Hintergrund skeptisch, wie das Logistikbarometer der unabhängigen Unternehmensberatung SCI Verkehr in ihrer turnusmäßigen Umfrage unter deutschen Transport- und Logistikunternehmern im März 2025 ermittelt hat. Die derzeitige Geschäftslage werde demnach weiterhin negativ bewertet, wenn auch nicht mehr so deutlich ausgeprägt wie im Februar. 49 Prozent der befragten Unternehmer bezeichnen sie als schlecht (minus zwölf Prozent) und 33 Prozent als normal (plus zwei Prozent). Elf Prozent geben eine Verbesserung an, 17 Prozent konstatieren eine Verschlechterung. Der Anteil derjenigen, die eine Verbesserung der Geschäftslage erwarten, beträgt laut SCI Verkehr nur noch rund ein Drittel (minus 19 Prozentpunkte). Demgegenüber klettert der Anteil derjenigen, die eine (weitere) Verschlechterung erwarten, auf knapp über zehn Prozent.
Geschäftslage besser als Geschäftserwartungen und Geschäftsklima
Eine verhaltene Stimmung registriert auch die Bundesvereinigung Logistik (BVL). Nachdem der Branchenverband Ende des vergangenen Jahres noch einen leichten Aufwärtstrend des Geschäftsklimas in der deutschen Logistikwirtschaft notierte, sind fast alle Werte des Logistikindikators für das erste Quartal 2025, den das ifo Institut für die BVL berechnet, wieder gesunken – wenn auch nur leicht. Die Geschäftslage verharre für die ersten drei Monate des Jahres sowohl bei Verladern als auch bei den Logistikdienstleistern auf niedrigem Niveau, wie die BVL mitteilte. Interessant sei, dass die Geschäftslage bei den Logistikdienstleistern (Indikatorwert 85,8) weiter deutlich besser ist als die Geschäftserwartungen (80,8) und das Geschäftsklima (83,3) in diesem Segment. Umgekehrt sehe es bei Industrie und Handel als Anwender von Logistikdienstleistungen aus, die bei einer schwächeren aktuellen Lageeinschätzung (79,8) etwas optimistischer auf Geschäftserwartungen (87,1) und Geschäftsklima (83,4) schauen.
Die Unsicherheit in der Branche führt der Verband auf die aktuelle wirtschaftliche Lage sowie die „(geo-)politischen Entwicklungen mit einer ungewissen Zukunft bezüglich Ukraine-Krieg und US-Zöllen“ zurück. Umso wichtiger sei es jetzt, „dass sich schnell eine verlässliche und handlungsfähige Bundesregierung bildet, die einen klaren Plan für ein neues Wirtschaftswachstum, Investitionen in die Infrastruktur, einen sichtbaren Abbau der Bürokratie sowie niedrigere Energiepreise präsentieren kann“, so die BVL.