„Wir sind bislang gut unterwegs in 2023. Die aktuelle Entwicklung stimmt uns vorsichtig optimistisch für die kommenden Monate“, berichtete Finanzvorstand Carsten Schruck auf der Generalversammlung der Genossenschaft.
Westfleisch hat in den ersten fünf Monaten 2023 seine Schlachtzahlen beim Schwein auf Vorjahresniveau gehalten. Bei im Gesamtmarkt weiter sinkenden Stückzahlen bedeute das den Hinzugewinn von Marktanteilen. Auch die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent gestiegene Schlachtzahl beim Großvieh unterstreiche diese Entwicklung. Unter anderem hat das Tochterunternehmen Gustoland seinen Umsatz mit einer weiterentwickelten Produktpalette an Wurstware und Convenience erneut ausgebaut. Positiv ausgewirkt habe sich auch das Ende 2021 gestartete Maßnahmenprogramm „WEfficient“. „Wir werden unser Ziel erreichen, bis Ende 2023 ein Einsparpotenzial im mittleren zweistelligen Millionen Euro-Bereich zu realisieren“, betonte Schruck. Entsprechend stehen auch beim Ergebnis nach den ersten fünf Monaten des Jahres schwarze Zahlen, wie Westfleisch in einer Pressemeldung mitteilte.
Das Unternehmen bestätigte bei der Generalversammlung auch die bereits im März veröffentlichten, vorläufigen Geschäftszahlen. Demnach hatte Westfleisch bereits im vergangenen Geschäftsjahr wieder schwarze Zahlen geschrieben. Nachdem der Fleischverarbeiter 2021 noch einen Verlust verzeichnete, hat das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Überschuss in Höhe von 27 Millionen Euro erzielt. Der Umsatz stieg bei rückläufigen Absätzen (minus 8,5 Prozent) preisbedingt im Vergleich zum Vorjahr um 17,3 Prozent auf drei Milliarden Euro. Auf das vergangene Jahr blickte Finanzvorstand Schruck positiv zurück: „2022 profitierten wir zum einen von unserer guten Marktposition, zum anderen konnten wir unsere Profitabilität auch dank des umfangreichen Maßnahmenprogramms ‚WEfficient‘ deutlich steigern.“ Westfleisch sei daher auf die Zukunft gut vorbereitet, was sich bereits in der ersten Jahreshälfte 2023 bemerkbar mache.
Umstrukturierung des Vorstands beschlossen
Die bereits auf den „Westfleisch-Tagen“ Anfang März angekündigte Anpassung der Organisationsstruktur wurde von der Generalversammlung beschlossen. Aus dem bislang sechsköpfigen Vorstand der Westfleisch SCE scheiden die drei ehrenamtlichen Mitglieder Dirk Niederstucke, Gerhard Meierzuherde und Jochen Westermann aus. Sie bringen ihre langjährige Erfahrung nun in die Arbeit des Aufsichtsrats ein. „Mit einer noch intensiveren Arbeit des Aufsichtsrates sichern wir die Stimme unserer Landwirte und stärken den landwirtschaftlich geprägten Charakter unserer Genossenschaft“, erklärte der bisherige Vorstandsvorsitzende Niederstucke. Zum Vorstand gehören weiterhin Carsten Schruck, Johannes Steinhoff und Geschäftsführer Michael Schulze Kalthoff.
In der anschließenden konstituierenden Aufsichtsratssitzung wurde Jochen Westermann als Nachfolger für den langjährigen Vorsitzenden Josef Lehmenkühler gewählt. „Wir alle bei Westfleisch bedanken uns für die Jahrzehnte, in denen sich Josef Lehmenkühler mit vollem Einsatz in den Dienst der Genossenschaft gestellt hat“, richtete sich der neue Aufsichtsratsvorsitzende an seinen Vorgänger. Er ergänzte: „Ich freue mich sehr, nun mit meinen Kollegen die erfolgreiche Arbeit fortsetzen zu dürfen.“