VR-Bank verzeichnet „ein Wachstum über dem Markt“

Coesfeld
Zogen Bilanz für 2020 (von links): Matthias Entrup (Vorstand), Dr. Carsten Düerkop (Vorstandsvorsitzender) und Berthold te Vrügt (Vorstand) Foto: VR-Bank Westmünsterland

Coesfeld/Borken – Mit einem „über dem Markt liegenden Wachstum“ hat die VR-Bank Westmünsterland das Geschäftsjahr 2020 abgeschlossen.

Das Kundengeschäftsvolumen stieg um sieben Prozent (400 Millionen Euro) auf erstmals rund sechs Milliarden Euro. Bei der Bilanzsumme knackte die Bank erstmals die Drei-Milliarden-Euro-Marke (plus 8,9 Prozent). Der Jahresgewinn lag bei 18,2 Millionen Euro (Vorjahr 21 Millionen Euro). „Das Ergebnis stimmt uns angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen durch die anhaltend extreme Niedrigzinspolitik, die voranschreitende Regulatorik und die erheblichen Auswirkungen der Corona-Pandemie mehr als zufrieden“, betonte Vorstandsvorsitzender Dr. Carsten Düerkop bei der virtuellen Pressekonferenz der VR-Bank Westmünsterland.

Treiber der positiven Entwicklung war zum einen das Kreditgeschäft. Das Kreditvolumen stieg um 6,7 Prozent auf insgesamt 2,83 Milliarden Euro. „Wir haben im vergangenen Jahr 726 Millionen Euro an neuen Krediten vergeben. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 550 Millionen Euro“, erklärte Vorstand Matthias Entrup.

Einen Anstieg gab es auch bei der Vermittlung von Fördermitteln: In diesem Segment stieg das Volumen um 10,6 Prozent auf 709 Millionen Euro. Beeinflusst wurde das Kreditgeschäft außerdem durch die Corona-Hilfen. „Im ersten Lockdown im Frühjahr haben wir über 300 Kreditanfragen in Höhe von insgesamt 70 Millionen Euro verzeichnet. Aktuell verzeichnen wir zwar weniger Kreditanfragen als zu Beginn der Pandemie, aber insbesondere im kleingewerblichen Bereich, im Einzelhandel und in der Gastronomie ist der Bedarf groß – auch weil die zugesagten Bundeshilfen noch auf sich warten lassen“, erläuterte Entrup.

Die Kredite benötigten die VR-Bank-Kunden aber auch, um ihre Bauprojekte zu finanzieren. „Wir haben nach wie vor eine rege Bautätigkeit im privaten Wohnbaubereich festgestellt“, betonte Entrup, der für die nächsten Monate auch bei den Firmenkunden mit einer weiteren Nachfrage an Krediten rechnet: „Wir gehen davon aus, dass es Nachholeffekte und Zukunftsinvestitionen bei den Unternehmen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie geben wird. Das betrifft zum Beispiel den Bereich Digitalisierung.“

Auch das Kundenanlagengeschäft trug zum Wachstum der VR-Bank Westmünsterland bei: Es stieg um 8,3 Prozent auf insgesamt 3,1 Milliarden Euro. Ein Grund dafür war das florierende Wertpapiergeschäft: „Trotz des turbulenten Jahres mit einem Corona-bedingten Börsencrash im Frühjahr stiegen die Wertpapiereinlagen um 6,4 Prozent auf eine Rekordsumme von 874 Millionen Euro. Aufgrund der Niedrigzinslage hält der Trend weg vom klassischen Sparkonto hin zu Wertpapieren an“, erklärte der Vorstand. Vor diesem Hintergrund hat die VR-Bank im vergangenen Jahr ihr Angebot für Kleinanleger erweitert, um so schon mit kleinen Geldbeträgen einen Einstieg ins Wertpapiergeschäft zu ermöglichen.

Die VR-Bank hat die Zeit in der Corona-Pandemie auch genutzt, um sich mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen. „Wir haben gemeinsam mit unseren Mitarbeitern Ideen gesammelt, wie wir unsere Bank und das Miteinander nachhaltig ausrichten können. So sind 450 Vorschläge zusammengekommen, die wir in den kommenden Wochen sichten, um zu schauen, was umsetzbar ist“, erklärte Vorstand Berthold te Vrügt.

Verantwortung hat die Genossenschaftsbank auch für die Region übernommen und zahlreiche regionale Initiativen, Vereine sowie soziale und gemeinnützige Einrichtungen finanziell unterstützt. Insgesamt mehr als eine halbe Millionen Euro hat die VR-Bank im vergangenen Jahr an Fördergeldern vergeben. Vor Weihnachten hatte die Bank ein Budget in Höhe von 50.000 Euro als „Coronahilfe“ zur Verfügung gestellt.

Auf das neue Geschäftsjahr blickte Vorstandsvorsitzender Düerkop optimistisch: „Aufgrund der diversifizierten, starken Branchenstruktur im Westmünsterland gehen wir davon aus, dass sich die Wirtschaft von der Corona-Krise nachhaltig erholen wird.“ Entrup ergänzte: „Klar ist aber auch: Je stärker die Corona-Maßnahmen in die Wirtschaft eingreifen, desto deutlicher wird sich das auch in der Liquidität auswirken.“

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