„Für Personalverantwortliche ist es wichtig, im Recruiting- und Bewerbungsprozess die Brille der Bewerbenden aufzusetzen, um deren Erwartungen und Bedürfnisse erfüllen zu können“, erklärte Monika Leiking, Leiterin des Services Onboarding@Münsterland beim Münsterland e.V. In den vergangenen beiden Jahren hat die Einrichtung rund 400 Fachkräfte beraten, die das Münsterland als Arbeits-, Wohn- und Lebensort in Betracht ziehen. „Wir beraten viele Fachkräfte, die trotz akademischer Qualifizierung keine Anstellung finden, weil sie zum Beispiel ihr Fachgebiet wechseln möchten, aber die Unternehmenslandschaft in der Region nicht kennen. Mit der Präsentation unserer Netzwerkmitglieder als Top-Arbeitgeber auf unserer Website und der persönlichen Beratung fällt der Einstieg für Neulinge leichter“, erläuterte Birgit Stübing-Beunink, Beraterin beim Münsterland e.V. „Wir teilen unsere Erfahrungen aus den Beratungen mit dem Arbeitgeber-Netzwerk, um die Unternehmen unserer Region bestmöglich bei der Fachkräftesuche zu unterstützen.“
Kano-Modell genutzt
Welches die richtigen Begeisterungsfaktoren sind, mit denen die GWS Gesellschaft für Warenwirtschaftssysteme Fachkräfte dauerhaft halten kann, überlegt sich gerade Frauke Wehmeyer zusammen mit ihrem Team. Dafür hat sie das Kano-Modell genutzt – ein Modell, das eigentlich im Produktbereich verwendet wird, um Kundenzufriedenheit anhand von verschiedenen Merkmalen zu reflektieren. „Wir nutzen das Modell, um unsere Leistungen in Basis-, Leistungs- und Begeisterungsfaktoren einordnen zu können und werden dazu unsere Mitarbeitenden involvieren, denn eine Unternehmenskultur muss so verändert werden, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut aufgehoben, eingebunden und motiviert fühlen – und deshalb im Unternehmen bleiben“, so Wehmeyer.
Workation bei newgen
Ein Begeisterungsfaktor kann hierbei auch „Workation“ sein: Ein Kunstwort, das sich aus Work (Arbeit) und Vacation (Urlaub) zusammensetzt. Gerade für jüngere Beschäftige ist das Arbeiten in der Ferne für das Unternehmen in der Heimat eine attraktive Abwechslung im Arbeitsalltag. „Auch wenn Workation durchaus mit Kosten verbunden ist und deshalb nicht für jeden geeignet ist, bin ich meinem Arbeitgeber sehr dankbar für dieses Erlebnis. Ich durfte vier Wochen in Südafrika arbeiten und leben und habe trotzdem meinen Vollzeitjob ausgeübt“, berichtete Johannes Schmittmann, der als PR-Leiter bei newgen AG in Vreden beschäftigt ist.
4-Tage-Woche bei Naturstein Häder
Eine andere Möglichkeit, um das Thema Arbeitszeit und Freizeit attraktiver zu vereinbaren, kann die Vier-Tage-Woche sein. Überzeugt davon ist Manuel Rosenthal, einer der Geschäftsführer von Naturstein Häder in Greven, der in seinem Handwerksbetrieb die Vier-Tage-Woche umsetzt und bei gleicher Stundenzahl die Woche auf vier Tage, von Montag bis Donnerstag, verkürzt. „Das Modell ist natürlich gewachsen, da wir eh mit unseren Baustellen NRW-weit unterwegs sind und hauptsächlich montags bis donnerstags mindestens 40 Stunden gearbeitet wird. Da bietet es sich an, generell eine Vier-Tage-Woche einzurichten, weil damit ein anderes Freizeitgefühl vermittelt wird“, gegründete Rosenthal.