Volksbank Münsterland Nord: „moderates Wachstum“ im Fusionsjahr

Steinfurt
Der Vorstand der Volksbank Münsterland Nord zog Bilanz (von links): Thomas Jakoby, Ulrich Weßeler, Friedhelm Beuse und Hubert Overesch. Die Pressekonferenz leitete Pressesprecher Patrick Grubba (links)

Münster – Der Vorstand der Volksbank Münsterland Nord (ehemals Volksbank Greven, Vereinigte Volksbank Münster und VR-Bank Kreis Steinfurt) hat Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr gezogen.

„Angesichts der Corona-Pandemie, schwieriger Rahmenbedingungen und der 2020 vollzogenen Fusion zur neuen Volksbank Münsterland Nord sind wir mit dem moderaten Wachstum gut zufrieden“, betonte Vorstandsmitglied Ulrich Weßeler bei der digitalen Pressekonferenz. In Zahlen stellt sich das wie folgt dar: Die Bilanzsumme stieg um vier Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Das betreute Kundengeschäftsvolumen wuchs um 5,6 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 30 Millionen Euro und lag damit unter dem Vorjahreswert (56,9 Millionen Euro). Aus Sicht des Vorstands sei das vor dem Hintergrund der Fusion und der Zusatzbelastungen aus der Corona-Pandemie „zufriedenstellend“.  

„In dem schwierigen Umfeld haben wir unsere Kommunikation mit Beginn der Pandemie nicht zurückgefahren, sondern intensiv erweitert – und zwar über alle verfügbaren digitalen und analogen Kanäle hinweg. Die so vermittelte Sicherheit haben unsere Kunden honoriert“, freute sich Weßeler. Vorstandskollege Thomas Jakoby ergänzte: „2020 war ein sehr anspruchsvolles Jahr mit wirtschaftlichen Problemen in allen Volkswirtschaften. Angesichts der gestiegenen Unsicherheiten für Unternehmen und ungeahnter neuer Herausforderungen können wir mit dem erreichten Ergebnis zufrieden sein. Das sind stabile Verhältnisse für unsere Mitglieder mit einer sehr guten Perspektive. Vor diesem Hintergrund werden wir der Vertreterversammlung eine angemessene Dividende empfehlen, sofern die BaFin nicht erneut die Dividendenzahlung coronabedingt untersagt.“

Getragen wurde das Ergebnis der Volksbank Münsterland Nord zum einen vom wachsenden Kreditgeschäft. Im vergangenen Jahr vergab die Volksbank Münsterland Nord rund eine Milliarden Euro an Neukrediten. 30 Prozent davon waren vermittelte Fördermittel. Das betreute Kundenkreditvolumen belief sich insgesamt auf 6,47 Milliarden Euro (Vorjahr 6,22 Milliarden Euro; plus vier Prozent). Wachstumstreiber waren dabei vor allem Kredite für Unternehmen und für die Finanzierung von Immobilien.

Das betreute Kundenanlagevermögen erhöhte sich um 6,9 Prozent (549 Millionen Euro) auf 8,47 Milliarden Euro (Vorjahr 7,92 Milliarden Euro). „Das zeigt, dass die Unternehmen und Privatpersonen gespart haben und trotz der Krise über eine hohe Liquidität verfügen“, betonte Vorstand Weßeler. Er warnte aber: „Die Liquiditätsentwicklung ist nicht mit der Ertragsentwicklung gleichzusetzen. Insofern bleibt es spannend, wie sich die Wirtschaft schlagen wird, sobald der Handel wieder komplett geöffnet ist und es an die Substanz geht, um Investitionen zu tätigen und das Geschäft in Gang zu bringen.“ Die bilanziellen Kundeneinlagen stiegen um 6,3 Prozent auf 5,11 Milliarden Euro (Vorjahr 4,81 Milliarden Euro). Außerdem legten die Volksbank-Kunden ihr Geld verstärkt in Wertpapiere an. Der Wertpapierbestand bei der Volksbank Münsterland Nord belief sich auf 2,52 Milliarden Euro (plus 9,2 Prozent).

Abseits der Geschäftszahlen aus dem vergangenen Jahr warf der Vorstand einen Blick auf die sich verändernden Arbeitsprozesse infolge der Corona-Pandemie. So habe sich die Einstellung der Kunden zu telefonischen, mobilen und digitalen Bankdienstleistungen über alle Altersklassen hinweg nachhaltig verändert. Die Zahl der Telefonkontakte ist im Vorjahresvergleich beispielsweise um 36,1 Prozent auf circa 660.000 gestiegen. „Alles wird schneller und digitaler – darauf müssen wir reagieren und unsere Dienstleistungen entsprechend anpassen. Denn das Nutzerverhalten wird sich auch nach der Pandemie nicht wieder ändern“, betonte Vorstand Hubert Overesch.

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