„Meine größte Sorge ist die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie,“ so Uwe Goebel, Präsident der der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim mit Blick auf die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage. Er forderte die Politik auf, gegenzusteuern: „Die Transformation der Industrie wird dann erfolgreich gelingen, wenn unsere Unternehmen Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen erhalten. Die Bundesregierung muss deshalb schnell handeln, um insbesondere die enorm gestiegenen Netzentgelte zu senken. Auf die vorgelegte Kraftwerkstrategie müssen zügig konkrete Maßnahmen folgen“, so Goebel in der Mitteilung.
94 Prozent der Unternehmen fordern laut Umfrage, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. „Wir brauchen eine Entbürokratisierung, die nicht nur auf dem Zettel steht, sondern dafür sorgt, dass beispielsweise der Windstrom zügig bei den Unternehmen ankommt“, so Goebel. Die Belastung durch Berichterstattungspflichten, Zertifizierungen und Kontrollen sei vor allem im Vergleich zum Ausland hoch.
Verlagerung macht Sorgen
„Die Verlagerungen der Industrie ins Ausland bleibt mit 26 Prozent besorgniserregend hoch. Der Wert für geplante Verlagerungen steigt dabei von 5 Prozent auf 18 Prozent. Die Politik muss diese Warnsignale endlich ernstnehmen“, so Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung, Innovation und Energie.
Die Stabilität des Netzes und Versorgungssicherheit seien wichtige Themen: 25 Prozent der Unternehmen haben laut der Umfrage mit Spannungsabsenkungen oder Stromausfällen zu tun und berichten von teils massiven Schäden an Werkzeugen oder Produkten. Besonders belastend sind für viele Unternehmen die Netzentgelte. Sie sind zu Jahresbeginn noch einmal deutlich gestiegen. 89 Prozent aller Unternehmen fordern deshalb die Reduzierung der Netzentgelte. In der Industrie sind es 92 Prozent.