Theveßen: „Schwächung Putins möglich“

Coesfeld – Elmar Theveßen, Autor und Leiter des ZDF-Studios in Washington, glaubt nicht an ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine in diesem Jahr. Aber: Aus Geheimdienstkreisen habe man erfahren, „dass eine Schwächung Putins in den nächsten Wochen möglich“ sei. Das betonte der Journalist im Rahmen der Vertreterversammlung der VR-Bank Westmünsterland in der Bürgerhalle in Coesfeld, zu der ihn die Bank als Gastredner live aus den USA zugeschaltet hatte.

In seinem Vortrag unter dem Titel „Blick über den Atlantik und zurück“ ging der deutsche Fernsehjournalist außerdem auf die den Sturm im Kapitol am 6. Januar 2021 ein, bei dem die Ausrüstung eines Teams durch den gewaltsamer Angriff von Anhängern des damals amtierenden US-Präsidenten Donald Trump zerstört wurde. „Den USA liegt sehr daran, die Geschlossenheit gegenüber autoritären Systemen zu erhalten“, gab Theveßen einen Einblick in die amerikanische Denkweise. So sähen die USA in China „die viel größere Bedrohung für die Demokratie“.

Rückschau auf Geschäftsjahr 2021

Im Rahmen der Vertreterversammlung informierte der Vorstand der VR-Bank Westmünsterland seine Mitglieder außerdem über das abgelaufene Geschäftsjahr. „Unser Wachstum ist und bleibt im Kundengeschäft verankert“, betonte Vorstandsvorsitzender Dr. Carsten Düerkop. 

Trotz anhaltender Corona-Krise hat die VR-Bank das Jahr 2021 erfolgreich abgeschlossen, wie Vorstand Matthias Entrup erklärte. Das Kundengeschäftsvolumen ist um 632 Millionen Euro gestiegen (plus 10,6 Prozent) und erhöhe sich damit auf über 6,6 Milliarden Euro. Damit gehe auch ein deutlicher Anstieg der Bilanzsumme um 7,5 Prozent auf rund 3,3 Milliarden Euro einher. „Unsere Bank hat also auch im vergangenen Jahr einen sehr guten Kundenzuspruch erfahren. Der positive Trend der letzten Jahre setzt sich damit fort“, freute sich Entrup. In den vergangenen vier Jahren habe die Bank das Kundengeschäftsvolumen um rund 1,6 Milliarden ausbauen können, „ein Zeichen dafür, dass das Westmünsterland eine prosperierende Region ist.“ Das operative Ergebnis stieg dadurch auf 25,3 Millionen Euro. 

Wachstumstreiber war erneut das Kreditgeschäft. „Der gesamte Kreditbestand liegt mit 3,11 Milliarden Euro erstmals über drei Milliarden Euro“, betonte Entrup. Der Anstieg betrug 270 Millionen Euro (plus 9,6 Prozent). Grund dafür sei die hohe Kreditnachfrage sowohl von Firmen- als auch Privatkunden. „Kredit-Neuzusagen in einer Größenordnung von 759 Millionen Euro zeigen das eindrücklich, davon betreffen 283 Millionen Euro das Privatkundengeschäft und damit im wesentlichen private Baufinanzierungen. Generell ist das Immobilienfinanzierungsgeschäft wie schon im Vorjahr ein Wachstumstreiber gewesen“, erklärte Entrup.

Ebenfalls gewachsen sind die Kundengeldanlagen, sie lagen zum Jahresende 2021 bei 3,50 Milliarden Euro (plus 358 Millionen Euro). Besonders hervorzuheben sei, so Entrup, das Wertpapier- und Fondsgeschäft mit einem Anstieg von 217 Millionen Euro (plus 24,5 Prozent). Der Gesamtbestand an Wertpapieranlagen sei damit auf 1,104 Milliarden Euro gestiegen.

Zwei Prozent Dividende 

Die Vertreterversammlung stimmte der vorgeschlagenen Entlastung des Vorstands einstimmig zu. Die über 48.000 Mitglieder erhalten auf ihre Einlagen eine Dividende von zwei Prozent und eine Bonusdividende von 2,5 Prozent (für die ersten zehn Geschäftsanteile). Die Summe der Gesamtausschüttung beträgt 1,42 Millionen Euro.

Auf Basis der geplanten geschäftlichen Entwicklung schaut der Vorstand der VR-Bank weiterhin positiv in die Zukunft. „Das Jahr 2022 ist sehr gut angelaufen, wir liegen voll im Plan“, so Düerkop.

Aufsichtsratmitglieder bestätigt

Bei der Vertreterversammlung wurden außerdem die Aufsichtsratsmitglieder Anja Meuter (Gescher), Udo Damhus (Coesfeld/Rosendahl-Holtwick) und Dr. Jürgen Wigger (Borken) in ihren Ämtern einstimmig bestätigt.

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