Kreis Coesfeld

TechnologiePark Havixbeck: Investor macht Rückzug

Havixbeck – Es ist ein „schwerer Rückschlag“ für den TechnologiePark Havixbeck: Das Projekt wird im geplanten Gewerbegebiet südlich der Schützenstraße nicht umgesetzt. Die Investorenfamilie hat Bürgermeister Jörn Möltgen vor wenigen Tagen abgesagt. In der der Mitte des Gewerbegebietes sollte ein Campus entstehen, der Büroflächen, Veranstaltungsräume, Co-Working- und Co-Living-Bereiche und ein Hotel vereint. Auf dem Areal sollten sich außerdem weitere Unternehmen aus dem Technologie-Sektor ansiedeln.

Der Plan, einen TechnologiePark in Havixbeck zu bauen, wurde gestoppt. Foto: pixabay/knerri61

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Wie die Gemeinde Havixbeck in einer Pressemeldung mitteilte, sei die Realisierung des TechnologieParks in der ursprünglich geplanten Form trotz vieler Gespräche in den vergangenen Monaten und Wochen nicht umsetzbar. „Wir haben das Konzept in den letzten Monaten immer wieder an die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen angepasst, sodass wir gemeinsam von einer Realisierung ausgegangen sind. Darauf haben wir unsere Planung ausgerichtet und auch die Erschließungsplanung beauftragt. Baubeginn hätte 2024 sein sollen“, erklärt Bürgermeister Möltgen.

Die Rahmenbedingungen hätten sich seit dem Planungsbeginn im Herbst 2021 kontinuierlich erschwerend verändert. So habe die Corona-Pandemie mit ihren Auswirkungen schon große Veränderungen in der Arbeitswelt mit sich gebracht. Des Weiteren gebe es unter anderem durch den Ukraine-Krieg eine massive Kostensteigerung im Baugewerbe. Dazu kämen Zinssteigerungen für Finanzierungen, die auch weiterhin als ein Unsicherheitsfaktor bestehen blieben, wie die Gemeinde mitteilte.

„Die Gründe der Investoren sind für mich völlig nachvollziehbar und wir haben in letzter Zeit gemeinsam und sehr lösungsorientiert versucht, es dennoch möglich zu machen. Daher hatten wir uns in den letzten Wochen auf ein Stufenkonzept zur Umsetzung verständigt und dementsprechend auch die Erschließungsplanung ausgerichtet. Aber die jüngsten Entwicklungen und Zinserhöhungen in den letzten Wochen haben das Projekt aus Investorenperspektive so nicht mehr tragfähig erscheinen lassen. Das ist mehr als schade, aber wir müssen jetzt nach neuen Lösungen für die Flächen suchen“, erläuterte Möltgen.

Die Investorenfamilie habe dazu nach Angaben der Gemeinde in einem Brief an den Bürgermeister geschrieben: Die „Entwicklung und Situation haben uns veranlasst, unser Herzensprojekt noch einmal neu zu kalkulieren und den Markt aktuell zu analysieren. In den letzten Wochen haben wir viele Gespräche mit Fachplanern, Bauträgern, Finanzierungsberatern und Gewerbeexperten geführt, um alle Möglichkeiten der Realisierung zu prüfen. Die neuen Analysen und Kalkulationen haben gezeigt, dass unser Projekt aus wirtschaftlichen Gründen heute für uns nicht mehr umsetzbar ist“.

Möltgen will an der Idee, das Gewerbegebiet mit einem Mix aus Ansiedlungsfläche und Campus festhalten, um vor allem technologie-orientierte Arbeitsplätze zu schaffen. Ein Argument dafür seien vor allem die Gewerbesteuereinnahmen, wie Bürgermeister Möltgen betont: „Wenn man sich das Verhältnis Gewerbesteuern pro Einwohner ansieht, dann liegen wir deutlich unter 50 Prozent des Durchschnitts im interkommunalen Vergleich. Mit dem TechnologiePark hätten wir vergleichsweise schnell substanzielle Verbesserungen für die Gemeinde erreichen können, ab heute denken wir über Plan B nach.“ Er erklärte, dass die Gewerbegebiete häufig sehr hoch durch die Kommunen subventioniert würden. „Daher müssen wir uns überlegen, wie wir ergänzend zu den bisherigen Maßnahmen technologie-orientierte Arbeitsplätze in Havixbeck schaffen können und unsere gute geografische Lage mit der Nähe zu Münster hierfür gewinnbringend einbringen können“, so Möltgen. Gemeinsam mit der Politik in Havixbeck soll nun das weitere Vorgehen beraten werden. In der Verwaltung soll dazu eine neue Projektgruppe eingerichtet werden, um Vorschläge auszuarbeiten.

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