Tece weiht Innovationszentrum ein

Steinfurt
Jörg Venker, Leiter Corporate Logistics bei Tece, beaufsichtigt die Weiterentwicklung des Distributionszentrums in Emsdetten. Im Hintergrund: Kommissionier-Roboter bei der Arbeit. Foto: Tece

Emsdetten – Der Hersteller von Sanitärprodukten und Installationssystemen Tece hat am Standort in Emsdetten ein Innovationszentrum eingeweiht. In dem „InnoLab“ sollen die Entwickler des Unternehmens in enger Zusammenarbeit mit Handwerksbetrieben Produkte in frühen Entwicklungsstadien testen und auf die Bedürfnisse des Sanitär-Heizung-Klima-Marktes zuschneiden. Darüber hinaus will Tece sein Distributionszentrum weiterentwickeln und hat ein automatisiertes Lager- und Kommissionierungssystem in Betrieb genommen.

„Sowohl bei der Konzeption von Neuprodukten als auch bei Produktoptimierungen arbeiten wir seit jeher eng mit dem Handwerk zusammen. Im InnoLab können wir nun in kreativer Atmosphäre testen, ob sich ein Produkt real bewährt und wie es vom Kunden gesehen wird – und zwar unter Praxisbedingungen“, erklärt Martin Krabbe, Leiter Produktmanagement und Produktentwicklung bei Tece.

Dafür wurde das 24.000 Quadratmeter große Areal direkt neben dem Tece Campus erworben und die dortige ehemalige Autowerkstatt zum Innovationszentrum umgebaut. Das InnoLab bietet jetzt auf 1.600 Quadratmetern viel Raum für Ideen und deren Umsetzung: einen Bereich zum mechanischen Test von Prototypen, eine Elektro- und Keramikwerkstatt und einen Raum mit 3D-Druckern zur Nachbearbeitung der Prototypen. In der ehemaligen Waschstraße des Autohauses befindet sich nun eine feste Versuchsreihe mit unterschiedlichen WC-Modulen zum Test von Funktionsverbesserungen.

Krabbe: „Ideenwerkstätten dieser Art sind nichts Neues für uns. Mit dem InnoLab haben wir jetzt aber eine Lösung direkt am Standort, auf die jederzeit kurzfristig und flexibel zugegriffen werden kann.“ In Zukunft sollen dort neben den internen Entwicklungsarbeiten auch Workshops, Schulungen und Expertengespräche stattfinden, bei denen neue Produktkonzepte auf dem Prüfstand stehen.

Neben dem InnoLab baut Tece auch sein Distributionszentrum aus, über das die zentralen Warenströme des Unternehmens in Europa gelenkt werden. Dazu wurde in ein automatisiertes und platzsparendes Kleinteile-Kommissioniersystem investiert, das nach dem Prinzip „Ware-zur-Person“ funktioniert. Die Kleinteile lagern dort in der ersten Ausbaustufe in knapp 30.000 übereinandergestapelten Behältern, die von acht kleinen, auf Schienen fahrenden und energieeffizienten Robotern kommissioniert und direkt an einen der vier Karussell-Ports angedient werden. Dadurch fallen Laufwege weg, wertvolle Zeit wird gespart und es gibt keine Stillstandzeiten, wie Tece mitteilte. Eine intuitive Bedienung über Touchscreens reduziere zudem die Wahrscheinlichkeit von Fehllieferungen und damit von teuren Zeitverzögerungen im Bauablauf. Behälter mit Produkten, die häufig und insbesondere in der folgenden Schicht benötigt werden, werden von den Robotern vor jedem Schichtbeginn bereits in die oberen Ebenen umgezogen, sodass die Wartezeiten an den Ports minimiert werden.

Jörg Venker ist Leiter Corporate Logistics bei Tece und beaufsichtigt das Projekt: „Das modular aufgebaute und skalierbare Design des AutoStores ermöglicht uns, die vorhandene Lagerfläche optimal zu nutzen und gleichzeitig die Produktivität zu steigern. Sollte die Kapazität mal knapp werden, lässt sich das System problemlos erweitern.“

Mit beiden Investitionen, InnoLab und neues Lagersystem, will Tece ein Bekenntnis zum Standort der Firmenzentrale in Emsdetten geben. Bereits Anfang September wurde dort die Grundsteinlegung für den Verwaltungsneubau gefeiert, der den heutigen Firmen-Campus erweitert.

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