An den Messeständen standen Personaler mit ihren Azubis den interessierten Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort. Aber es wurde nicht nur gesprochen, die Jugendlichen konnten auch aktiv werden: Metallautos als Stiftständer bauen bei der Salzgitter Automotive Engineering, Herzen aus Schiefer schneiden bei Weber Dach, Kerzenständer für Teelichter sägen bei der Tischlerei Kull: Alle Unternehmen hatten sich kleine Arbeitsproben einfallen lassen. Sie gaben den potenziellen Auszubildenden einen Einblick in die typischen Aufgaben des jeweiligen Ausbildungsberufs. Maßarbeit-Vorstand Lars Hellmers betonte: „Die Arbeitsproben liegen uns besonders am Herzen. Für die Jugendlichen ist es immer aufschlussreich, praktisch etwas zu machen. So manche Talente können dabei entdeckt werden.“
Überraschende Erkenntnisse
Der Meinung waren auch Klara Müller, Jonna Frankenberg und Jette Frühling vom Gymnasium Oesede. Immobilienkauffrau, Sanitätsdienst bei der Bundeswehr oder ein duales Studium bei der Bundespolizei: Das waren eigentlich die favorisierten Ausbildungswege, über die sich die drei informieren wollten. Beim Gestalten der kleinen Gärten bei Otten Gartengestaltung hatten sie aber dann – für alle drei überraschend – richtig viel Freude. „Unseren Mitarbeiter Jannik Michel, der heute mit mir hier auf der Messe ist, haben wir tatsächlich bei genau diesem Messeformat vor einigen Jahren in Hasbergen gefunden“, erzählte Vanessa Otten, die den Gartenbaubetrieb in Holzhausen mit ihren beiden Geschwistern führt.
Oft kennen die Schülerinnen und Schüler die regionalen Unternehmen, haben aber keine Vorstellung davon, welche Berufe sie dort erlernen können und vor allem, welche Aufgaben und Kompetenzen dazu gehören. „Aufgrund unseres Standorts direkt hinter der Filiale eines Burger-Restaurants sind wir bei vielen Jugendlichen bekannt. Aber was wir genau machen, wissen die meisten eben nicht. Genau das können sie hier auf der Messe erfahren und ausprobieren“, sagte Hubert Hanesch, Ausbilder bei Pötter Klima in Georgsmarienhütte. Acht Mechatroniker für Kältetechnik werden aktuell im Unternehmen ausgebildet, Sven Hülsmann ist einer von ihnen und konnte den Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe von seinen Erfahrungen aus gut drei Lehrjahren berichten.
Perspektive in der Region aufzeigen
Das Team der Servicestelle Schule-Wirtschaft der Maßarbeit hatte zusammen mit der Oberschule Hagen und der Gemeinde Hagen die Veranstaltung organisiert. „Aufgrund des Fachkräftemangels hat die Gewinnung von Nachwuchskräften für unsere regionalen Unternehmen eine hohe Bedeutung“, betonte Hagens Bürgermeisterin Christine Möller. Maßarbeit-Vorstand Hellmers ergänzte: „Und für die Schülerinnen und Schüler ist es extrem wichtig, eine Perspektive hier in der Region für die Zeit nach der Schulentlassung zu haben.“ Deshalb sei deren Unterstützung bei der Berufsorientierung so sinnvoll, waren sich Hellmers und der Schulleiter der Oberschule Hagen, Michael Koslik, einig.
Eine Hilfestellung beim Gang über die Messe war für die Schülerinnen und Schüler ein Laufbuch, dessen Handhabung im Unterricht vorbereitet wurde. Mindestens sechs Unternehmenskontakte sollten hier dokumentiert, die für den jeweiligen Ausbildungsberuf wichtigen Schulfächer notiert, eine Frage an das Unternehmen formuliert und die Eindrücke nach der Arbeitsprobe festgehalten werden. „Es macht einen Riesenunterschied, ob die Schülerinnen und Schüler durch das Laufbuch eine Aufgabe haben. Und die Unternehmenskontakte bekommen dadurch eine ganz andere Qualität. Schließlich ist es für die Unternehmen ein großer Aufwand, an der Messe teilzunehmen“, stellte Koslik heraus. „Eines Tages könnten diese Schüler unsere Handwerker, Pflegekräfte oder auch Fach- oder Führungskräfte in der Verwaltung oder unseren regionalen Unternehmen sein. Deshalb spielt die Unterstützung bei der Berufsorientierung in unserer Schule eine sehr große Rolle.“
Am Abend vor der Messe hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich den Unternehmen im Rahmen von Speed-Meetings vorzustellen. 55 Schülerinnen und Schüler nutzten die Chance, sich in 76 solcher Blitz-Vorstellungsgespräche den Unternehmensvertretern zu präsentieren. Und auch die Eltern als wichtigste Ratgeber für die Berufswahl der Kinder waren eingeladen, sich zusammen mit ihren Kindern am Abend vor der Messe bei dem Unternehmen zu informieren.
Im nächsten Jahr wird die Oberschule am Roten Berg in Hasbergen Gastgeber dieser seit 2015 stetig weiterentwickelten Plattform für Berufsorientierung sein.