„Wir sehen dies als Zeichen des Vertrauens in unsere Beratung in allen Geldangelegenheiten“, ordnet der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Heinrich-Georg Krumme, die Ergebnisse ein. Das Jahr 2022 war für Menschen und Unternehmen von vielen Umbrüchen geprägt, deren Auswirkungen weiterhin nicht vollständig absehbar sind. „Unter dem Strich sind die Wirtschaft und die Region stabil geblieben, für die Zukunft sind wir daher für das Westmünsterland optimistisch“, betont Krumme. Die noch vor einigen Monaten befürchtete konjunkturelle Abschwächung sei jedenfalls bislang ausgeblieben, dies unterstreiche auch das aktuelle Konjunkturbarometer für das Westmünsterland.
Kreditgeschäft
Der Gesamtbestand an Krediten zum Jahresende 2022 wuchs bei der Sparkasse Wedtmünsterland um 505 Millionen Euro auf 7,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,4 Milliarden Euro). Trotz der Unsicherheiten war die Nachfrage nach Krediten „enorm“. 1,9 Milliarden Euro hat die Bank 2022 neu zugesagt (Vorjahr: 1,65 Milliarden Euro). Etwa zwei Drittel des Neugeschäfts entfielen auf Unternehmer und Selbstständige. Insbesondere Investitionen im Bereich der Transformationsfinanzierung – Stichwort Energiewende – waren und sind zunehmend gefragt. Ein Beispiel hierfür ist der Solarpark in Gescher, den Jochen Schulze Pröbsting und Helmut Robert errichtet und Mitte 2022 in Betrieb genommen haben. Rund vier Millionen Kilowattstunden „grüner“ Strom werden dort jährlich produziert, was den Jahresbedarf von etwa 1.000 Haushalten deckt. „Für die Begleitung und Finanzierung von Projekten mit den Schwerpunkten erneuerbare Energien und Transformation haben wir eine hierauf spezialisierte Abteilung gegründet“, erläutert Vorstandsmitglied Jürgen Büngeler.
Wohnungsbaufinanzierung rückläufig
Bei der Finanzierung des Wohnungsbaus hat sich die Entwicklung aufgrund der steigenden Bau-, Zins- und Energiekosten sowie der Reduzierung der Bundesförderungen Anfang 2022 indes gedreht. Die Kreditzusagen für den Wohnungsbau gingen leicht auf eine Milliarde Euro (Vorjahr: 1,05 Milliarden Euro) zurück. „Inzwischen kommt es häufiger vor, dass Bauwillige ihr Vorhaben verkleinern, vertagen oder auch ganz auf ein Grundstück verzichten“, erklärt Vorstandsmitglied Norbert Hypki. Das ändere jedoch nichts an der Tatsache, dass der Bedarf unverändert hoch sei und viele Menschen weiterhin in einer eigenen Immobilie wohnen möchten. „Das neue Wohnraumförderprogramm der Landesregierung begrüßen wir daher“, betont Hypki.
Kundeneinlagen
Der Gesamtbestand an Kundeneinlagen stieg 2022 von 7,1 auf 7,5 Milliarden Euro. Entgegen der allgemeinen Erwartung haben die Kundinnen und Kunden im vergangenen Jahr mit 610 Millionen Euro erneut mehr Geld angelegt als im Jahr zuvor (558 Millionen Euro). „Aufgrund von Nachholeffekten nach Corona, der allgemeinen Inflation und steigenden Energiepreisen ist das beachtenswert“, bewertet das stellvertretende Vorstandsmitglied Heiko Hüntemann die Entwicklung. Die Realität sei allerdings, dass die Inflation nicht annähernd ausgeglichen werden könne. Hüntemann: „Das Geld bleibt zwar erhalten, verliert aber an Wert.“ Daher mache es großen Sinn, Geld auch weiterhin in Investmentfonds anzulegen, die in Aktien und Immobilien investieren. Insgesamt 218 Millionen Euro wurden 2022 mit Hilfe der Sparkasse in Wertpapieren angelegt, rund 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt ging der Bestand in den Wertpapierdepots allerdings von 2,5 auf 2,4 Milliarden Euro zurück.
Ausbildung
40 junge Menschen haben in diesem Jahr ihre Ausbildung bei der Sparkasse absolviert. Alle haben ein Übernahmeangebot erhalten, 38 haben das angenommen und sind bereits an ihren Standorten und ihren Abteilungen tätig. Insgesamt beschäftigt die Sparkasse Westmünsterland rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.