Kreis Borken

„Science meets Business“ bei Spaleck

Bocholt – Rund 60 Unternehmerinnen und Unternehmer haben sich bei der jüngsten Veranstaltung von „Science meets Business“ über das Thema „Data Science“ informiert. Dazu hatte die Fördergesellschaft Westmünsterland der Hochschule in Bocholt/Ahaus ihre Mitglieder sowie Professorinnen und Professoren der Westfälischen Hochschule (WH) zu Spaleck in Bocholt eingeladen.

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Der Vorsitzende der Fördergesellschaft, Ulrich Grunewald, freute sich über die Resonanz: „Heute stellen wir mit Data Science wieder ein brandaktuelles Thema vor. Dieses hat die Westfälische Hochschule, wie zuvor schon Bionik und bald ganz neu Sustainable Engineering and Management, in Form neuer Studiengänge am Campus in Bocholt absolut im Blick. Was wir in der Wirtschaft an Fachleuten benötigen, wird so vor unserer Haustür praxisnah ausgebildet.“ Data Science und Machine Learning stellen einen Ansatz des datengestützten Arbeitens dar, aus dem sich für Unternehmen neue Chancen und Herausforderungen ergeben können – von der Veränderung von aktuellen Leistungen und Prozessen bis hin zu neuen Geschäftsmodellen.

Zwischen Prüfstand und Messgeräten in den Hallen des Gastgebers Spaleck lauschten die Gäste zwei Vorträgen. Zunächst stellte sich Professor Dr. Marina Arendt vor, die im Frühjahr für das Lehrgebiet Data Science an den Standort Bocholt berufen wurde. Die 34-jährige Bio-Informatikerin kehrt damit an die WH zurück, wo sie ihre akademische Laufbahn einst begann. Im neuen Studiengang Data Science vermittelt Arendt den Studierenden Engineering-Kenntnisse von sich selbst optimierenden Systemen – und das immer eng an den Bedarf der hiesigen Wirtschaft angelehnt: „Data Science im technischen Bereich heißt, dass Unternehmen ihren Datenschatz analysieren und dann auch heben können.“ Arendt erläuterte auch grundlegend das Gebiet der Datenanalyse: Es geht darum, durch mathematische und statistische Methoden Auswertungen aus großen Datenmengen zu erstellen, zuvor unbekannte Zusammenhänge in Datensätzen zu erkennen und daraus Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen abzuleiten. „Darauf bauen künstliche Intelligenzen und das maschinenbasierte Lernen auf“, so Arendt.  

Wie Data Science schon heute und in Bocholt ganz praktisch eingesetzt wird, zeigte Ricardo van Manen von der Flender GmbH in Bocholt am Beispiel intelligenter Getriebe auf. „Daten werden in Maschinen schon seit Jahrzehnten erfasst. Aber eher nach dem Motto: Haben ist besser als brauchen.“ Bei Flender etablierte sich in den vergangenen fünf Jahren die Abteilung „Digitale Antriebstechnik“. Die inzwischen 15 Beschäftigten stellen selbst Hardware her und schreiben Software. „Das ist für einen konventioneller Maschinenbauer ein innovativer Ansatz und ein völlig neues Geschäftsmodell“, so van Manen, der einst auch in Bocholt studierte und bei „Science meets Business“ seinen Master-Professor wiedertraf. Data Science sei, so van Manen, in Flender-Produkten heute state of the art. Die Anwendungsmöglichkeiten sind dabei vielfältig: Lastdaten analysieren, Wartung optimieren, Monitoring ermöglichen, Verschleiß anzeigen, bei (drohenden) Stillständen alarmieren und vieles mehr. Van Manen: „Wir verbauen die Sensoren und unsere Komponenten inzwischen nicht nur in unseren Getrieben, sondern integrieren sie in kompletten Antriebssträngen sowie generell in rotierendem Equipment, wo sie sich dann natürlich auch mit allen anderen Bauteilen ‚verstehen‘ müssen.“ 

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