Rosen Gruppe weiht neues Testgelände ein

Lingen – Die Rosen Gruppe hat ihr Testgelände am Standort in Lingen erweitert: Dort ist ein 4.000 Quadratmeter großes Test-Center-Gebäude entstanden, zu dem auch ein Wasserstoff-Prüflabor gehört. Durch den Ausbau hat das Unternehmen die Rahmenbedingungen für rund 100 zusätzliche Arbeitsplätze am Lingener Standort geschaffen.

„In der Energielandschaft von Morgen wird umweltfreundlicher Wasserstoff weltweit eine tragende Rolle spielen. Wir sind in der Lage, Expertenwissen, Inspektionstechnologien und Materialprüfverfahren zu verbinden. Die Vergrößerung des Testgeländes versetzt uns in die Lage, alle unsere Testverfahren an einem Ort zu bündeln“, erklärte Patrik Rosen, Vertreter der Eigentümerfamilie, bei der Eröffnung.

Das neue Test-Center-Gebäude steht auf dem Testgelände der Rosen Gruppe, das nach der Erweiterung nun in etwa so groß wie etwa 16 Fußballfelder ist. Hintergrund der massiven Erweiterung sind die stark ansteigenden Kundenanforderungen. „Im Zuge der Energiewende entstehen neue Herausforderungen für unsere Kunden: Neue Nutzungsarten ihrer Anlagen, zusätzliche Nachweispflichten sowie ein erheblich größeres Interesse der Öffentlichkeit. All diese Faktoren erfordern wesentlich mehr Tests als bisher. Dafür sind wir nun optimal aufgestellt“, erläuterte Rosen.

Im Außenbereich des Testgeländes testet die Rosen Gruppe ihre Inspektionsgeräte mit sogenannten Zugtest-, Pumptest- und Wasserversuchsanlagen. Allein rund 22.000 Quadratmeter nimmt das weltweit größte Lager für Prüf-Rohrstücke für die Überprüfung und Verbesserung der Inspektionsgeräte. Deren Sensorik wird an realen Fehlerstellen kalibriert und weiterentwickelt.

Im neuen Test-Center-Gebäude werden alle Labortests zentral zusammengeführt: Materialtests – ab Anfang 2022 auch in Wasserstoff –, Sensorik-Tests, Ausdauer- und Verschleißfestigkeitstests, Test-Datenauswertung, Klimasimulation sowie die Vor- und Nachbereitung der Rohrinstallationen.

„Wir bieten mit unserem Wasserstofflabor jegliche Materialprüfverfahren für die Industrie an, um sie dabei zu unterstützen, bestehende Gasnetze effizient für den Wasserstofftransport umzuwidmen und weiterhin zuverlässig und sicher zu betreiben“, erklärte Rosen. Denn Wasserstoff kann die Eigenschaften einer Pipeline verändern. Das Ausmaß kann je nach Stahlsorte, Mikrostruktur und Wasserstoffkonzentration variieren. Die Eigenschaften bestehender Leitungen müssen im Rahmen von Umwidmungen entsprechend neu bewertet werden.

Die Erfahrungen und Erkenntnisse, die das Unternehmen mit seinem neuen Labor sammelt, will es auch in der Region einbringen. Aber auch die globale Energiewirtschaft hat das Potenzial von Wasserstoff als Alternative zu fossilen Brennstoffen erkannt. Geplant ist ein europäisches Pipeline-Netz, das ab Mitte der 2020er Jahre schrittweise ausgebaut wird und die „Hydrogen Valleys“ miteinander verbindet. Bis 2040 soll das Netz 23.000 Kilometer Rohrleitungen in neun europäischen Ländern umfassen. Drei von vier Leitungen sollen dabei umgewidmete Gasleitungen sein. „Hier entstehen Potenziale, die wir mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung im Bereich der Anlageninspektion – plus unserem neuen Wasserstofflabor –, bedienen können“, stellte Patrik Rosen fest.

Wasserstoff als Energieträger stehe bereits seit mehreren Jahren im Fokus des Technologiekonzerns und stelle einen wichtigen Eckpfeiler der langfristigen Unternehmensstrategie dar. Mehrere Standorte der Rosen Gruppe waren für den Bau des Wasserstofflabors im Gespräch. Ausschlaggebend für Lingen war die große Entwicklungsabteilung, die kurzen Wege von Idee zu Forschung, Entwicklung und Fertigung sowie die bestehenden Testanlagen, heißt es in einer Pressemeldung der Rosen Gruppe.

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