Kreis Steinfurt

projekt K: einmal auf links gezogen

Steinfurt/Münster – Drei vollverglaste Etagen, durchzogen von einer Stützkonstruktion und mit Seitenwänden aus Beton – der Verwaltungstrakt der Atair Group in Steinfurt-Borghorst hat Loft-Charakter. Was architektonisch modern aussieht, ist für die Innenraumgestaltung und die Akustik eine echte Herausforderung. Das Team von projekt K, dem Generalunternehmen für Innen aus Münster, um Projektmanagerin Vera Vorst und Beraterin Lisa Weidmann hat sich daher jede Menge einfallen lassen, um den Bürotrakt des Herstellers von Socken und Strümpfen als Open Space im Bestand umzugestalten.

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„Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, wie wir die Arbeitsatmosphäre für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so angenehm wie möglich gestalten können. Schließlich trägt das zur Bindung ans Unternehmen bei. In Zeiten des Fachkräftemangels ist die Zufriedenheit am Arbeitsplatz ein ganz entscheidender Punkt“, erklärt Maren Baumbach-Sim, die mit Jan Baumbach die Atair Group leitet. Zusammen mit ihrem Team haben die beiden Ideen und Wünsche für die Umgestaltung des Bürotrakts gesammelt. In enger Abstimmung mit den Experten von projekt K sind dann die Pläne für die Umgestaltung entstanden. „Ziel war es vor allem, die Kommunikation untereinander zu verbessern, die Teams zu durchmischen und die vorhandene Fläche so zu verdichten, dass mehr Mitarbeitende Platz finden. Wir wollten einen Open Space schaffen, in dem agiles und flexibles Arbeiten möglich sind, ganz im Sinne der flachen Hierarchie in unserem Unternehmen. Trotzdem sollte es auch Rückzugsmöglichkeiten geben“, beschreibt Jan Baumbach den Auftrag. 

Vor diesem Hintergrund hat projekt K den dreigeschossigen, 640 Quadratmeter großen Atair-Bürotrakt im Herbst des vergangenen Jahres innerhalb von drei Monaten einmal komplett auf links gezogen. Dabei verfolgten die Münsteraner – wie bei all ihren Projekten – einen ganzheitlichen Ansatz: „Wir haben nicht einfach alle Wände herausgerissen, sondern sinnvolle Strukturen geschaffen“, wie Projektmanagerin Vera Vorst betont. Bisher waren sämtliche Arbeitsplätze bei dem Familienunternehmen in kleinere Einheiten unterteilt und zur großen Fensterfront Richtung Eingang ausgerichtet, damit möglichst viel Tageslicht auf die Schreibtische fiel. „Wir haben die Aufteilung neu von der Rückseite des Gebäudes, die ebenfalls vollverglast ist, gedacht. Der Ausblick auf den Innenhof ist deutlich reizvoller“, beschreibt Vorst. 

Glastrennwände separieren nun die Besprechungsräume und unterteilen die Bürofläche in verschiedene Arbeitsplätze, ohne starre Räume zu schaffen. „Durch die Transparenz entsteht das Gefühl eines Open Space. Gleichzeitig ist aber konzentriertes Arbeiten möglich, da die Glastrennwände in Kombination mit Akustikpaneelen den Schall, der durch die ‚nackten‘ Betonwände entsteht, reduzieren“, erklärt Vorst. Loungemöbel und Touchdown-Plätze mit Tischen, Hockern und Sitzecken dienen als Rückzugsort oder Treffpunkt für den spontanen Austausch. Durch die flexiblere Anordnung sind insgesamt 39 Arbeitsplätze und zwölf Meeting-Points entstanden. Regale und Schränke fungieren dabei als Raumtrenner. Dafür hat projekt K die Büromöbel aus dem Bestand von Atair „recycelt”. „Wir haben Möbel, mit denen wir ­Atair schon vor einigen Jahren ausgestattet haben, umgebaut und ihnen neue Funktionen  zugewiesen. Einige Regale dienen jetzt zum Beispiel nicht nur als Stauraum, sondern gleichzeitig als Sitzbank. Diese Multifunktionalität belebt die Bürofläche”, beschreibt Beraterin Lisa Weidmann.

Für das Team von projekt K ist das auch ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. „Bei der Planung und Umsetzung von Bürowelten legen wir großen Wert darauf, dass die von uns eingesetzten Möbel nicht nur ein kurzfristiger Trend sind. Unser Anspruch ist, dass das Mobiliar langlebig, zeitlos und strapazierfähig sein muss, um der tagtäglichen Nutzung im Büro standzuhalten. Wir setzen auf Systeme, die sich mit wenig Aufwand im Schadenfall reparieren und – wie bei Atair – für neue Funktionen umbauen und ergänzen lassen. So reduzieren wir den Ressourcenverbrauch und vermeiden unnötige Abfälle”, erklärt Weidmann. Auf diese Weise lassen sich auch Stil und Design der Möbel flexibel anpassen. Bei Atair hat projekt K  zum Beispiel die neuartigen Möbelsysteme mit Einrichtungselementen im Used-Look kombiniert, sodass eine lockere Optik entsteht.

Übrigens: Die Möbel, die das projekt K-Team bei der Büroeinrichtung verwendet, müssen nicht zwingend erworben werden: „Immer mehr Unternehmen gehen dazu über, ihre Büromöbel zu leasen. Neben losem Mobiliär können auch Akustikelemente und Festeinbauten geleast werden. Das Leasingmodell verschafft ihnen Planungssicherheit und eine solide Kalkulationsgrundlage”, erklärt Beraterin Weidmann.

Neben Möbeln ist bei Atair auch Farbe in die Verwaltung gekommen: Grüne und gelbe Stühle sowie Loungemöbel bilden einen Kontrast zu den überwiegend schwarz-weiß eingerichteten Arbeitsplätzen. „Damit greifen wir den Grünton der Außenfassade zum Innenhof auf. Außerdem haben wir bequeme Möbel in knallrot ergänzt, die eine gewisse Leichtigkeit und Frische in die Räume bringen. So bekommt der Arbeitsbereich einen wohnlichen und inspirierenden Charakter“, erklärt Vorst.

Drei Monate hat das projekt K-Team die Umbauarbeiten vom Ausräumen bis zum Anschluss des letzten Kabels begleitet. Mit dem Ergebnis sind die beiden Geschäftsführer der Atair Group mehr als zufrieden: „Wir haben nun endlich eine moderne Open-Space-Welt, die den Bedürfnissen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entspricht und gleichzeitig funktional ist“, freut sich Maren Baumbach-Sim. Und Jan Baumbach ergänzt: „Obwohl der gesamte Umbau Etage für Etage im laufenden Betrieb erfolgte, gab es keine Störungen. Das haben wir der guten Planung des Teams von projekt K, das durch die eigenen Monteure und Planer immer flexibel handeln konnte, sowie der Unterstützung unserer Mitarbeitenden, die zum Teil ins Home­office gewechselt sind, zu verdanken.“

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