„Ökoprofit hat mich sensibilisiert“

Bei der Zertifikatsübergabe mit Landrat Dr. Kai Zwicker (vorne, Dritter von links)Borken
Bei der Zertifikatsübergabe mit Landrat Dr. Kai Zwicker (vorne, Dritter von links)

Mit ökologischen Projekten die Umwelt schonen und dabei gleichzeitig die Betriebskosten senken: Dass das geht, war Günter Mulder vom Truck Center Vreden (TCV) lange Zeit nicht bewusst. Im vergangenen Jahr hat er dann bei Ökoprofit mitgemacht – und hat seitdem sowohl viel Energie als auch Geld gespart.

Mulder hat sich für die Teilnahme entschieden, weil einige seiner langjährigen Kunden schon bei Ökoprofit mitgemacht hatten. Ein Beispiel: Holzbau Terhalle aus Ottenstein. „Wir haben damals die Fahrzeuge von Terhalle auf 130 Stundenkilometer gedrosselt. So wurde viel Kraftstoff und CO2 und damit auch Geld gespart“, erinnert sich Mulder. „Das hat mir gezeigt, dass man auch mit kleinen Veränderungen sehr viel erreichen kann.“ Auch Ingo Trawinski, der das Projekt als Berater der WFG für den Kreis Borken organisiert und begleitet, machte sich bei dem TCV-Geschäftsführer für eine Teilnahme stark.
Zeitgleich mit den Vredenern starteten auch ein Steuerbüro, die Landesmusikakademie Nienborg, eine Druckerei und ein Garten- und Landschaftsbauer in die neunte Ökoprofit-Runde. Insbesondere die Vielfalt der Truppe hat Mulder in guter Erinnerung: „Im Prinzip hatten alle die gleichen Probleme, obwohl jedes Unternehmen unterschiedlich war und viele Branchen zusammengekommen sind. Wir waren zwar ein gemischter Haufen, konnten aber alle an den gleichen Schrauben drehen.“ Umso bedauerlicher ist es für den Geschäftsführer, dass durch die Corona-Pandemie viele persönliche Treffen ausfallen mussten. Die Abstandsregeln und Beschränkungen sorgten außerdem dafür, dass die Kontakte zwischen den Teilnehmern weniger intensiv waren als in den vergangenen Jahren. Auch eine Abschlussfeier gab es nicht. Stattdessen besuchte Landrat Dr. Kai Zwicker jedes Unternehmen persönlich. Ein echtes Highlight, wie Mulder in der Rückschau betont: „Sowohl für mich als auch für das ganze Team war das eine sehr schöne Veranstaltung. Dr. Zwicker ist das sehr locker angegangen, war persönlich und menschlich. Darüber haben wir uns sehr gefreut.“ Mulder ließ sogar extra einen kleinen Film von dem Besuch anfertigen.
Durch die Ökoprofit-Veränderungen im Betrieb spart das Truck Center Vreden jährlich knapp 38.000 Kilowattstunden Energie und damit rund 6.000 Euro. Um die größten Einsparpotenziale zu identifizieren, holte Mulder sein gesamtes Team ins Boot. Aus den Rückmeldungen der Mitarbeiter entwickelte das eigens berufene Umweltteam dann die Projekte. „Meine Mitarbeiter haben zum Beispiel die Eingangsrechnungen von 2005 bis 2018 unter die Lupe genommen und so unsere Verbräuche analysiert“, erklärt Mulder. TCV ersetzte daraufhin zum Beispiel einen Druckluftkompressor durch ein moderneres Modell und stellte auf LED-Lampen um. Außerdem schaffte Mulder „BusinessBikes“ für die Belegschaft an, kaufte ein Elektroauto und ersetzte einen Dieselstapler durch ein E-Modell. Auch das Abfallmanagement gestaltete das Team neu. Aber es wurden auch Dinge wieder rückgängig gemacht: So installierte Mulder zum Beispiel Bewegungsmelder in den Arbeitsgruben der Werkstatt. Die stellten sich im Nachhinein als sehr unpraktisch heraus, weil seinem Team plötzlich das Licht ausging, wenn sie in der Grube standen.
Künftig wird Mulder die angestoßenen Projekte in seinem Unternehmen weiter fortführen und ausbauen. Außerdem nimmt TCV an der Aktion „Grün statt Grau – Fachberatung für die naturnahe Gestaltung von Industriegebieten“ teil. Dabei werden Betriebe dazu ermutigt, auf dem eigenen Gelände Grünflächen anzulegen. Ziel ist es, die Aufheizung von Industriegebieten zu begrenzen. Eine Gärtnerei war bei TCV vor Ort und hat ein Konzept inklusive Vorschläge für kleine Grünflächen und die dazugehörigen Pflanzen entwickelt. Mulder wird in diesem Jahr 5.000 Euro investieren, um die Vorschläge in die Tat umzusetzen. Ohne Ökoprofit hätte der Geschäftsführer vermutlich nicht an dem Projekt teilgenommen. „Meine Sichtweise hat sich verändert, Ökoprofit hat mich sensibilisiert. Mittlerweile schaue ich zum Beispiel auch genauer auf die Strom- oder Abfallrechnung. Die habe ich vorher einfach akzeptiert und nicht hinterfragt, solange sie im Verhältnis zu unserer Arbeitsleistung stand. Das ist jetzt anders.“ Auch deshalb empfiehlt Mulder die Teilnahme an Ökoprofit. „Das ist eine Selbstkontrolle der unternehmerischen Leistung. Durch eine Eigenanalyse erkennt man die ökologisch wichtigen Kostenstellen und dämmt sie ein.“ Das gehe in jedem Unternehmen, betont er: „Ich bin kein High-Tech-Unternehmer, ich bin Handwerker. Auch mit wenigen und unkomplizierten Schritten lässt sich schon enorm viel erreichen.“

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