„Mit dem Münsterland Business Award möchten wir Unternehmen aus dem Münsterland sichtbar machen, die nachhaltig wirtschaften und mit innovativen Ideen, Konzepten und Projekten Verantwortung übernehmen. Der Preis würdigt Best Practices aus dem Mittelstand, zeigt Chancen für neue Geschäftsmodelle auf und inspiriert andere, nachhaltige Entwicklung aktiv mitzugestalten. Denn Nachhaltigkeit bedeutet Zukunftsfähigkeit“, betonte Feistmann bei der von Judith Rakers moderierten Verleihung.
Über 20 Bewerbungen
Insgesamt hatten sich über 20 Unternehmen für den Münsterland Business Award 2026 beworben. „Unter den Bewerbern waren Unternehmen aus ganz verschiedenen Branchen und aller Größen – diese breit gefächerte Vielfalt hat uns beeindruckt und zeigt, dass wir mit dem Award ein wichtiges Thema ansprechen“, fasste Feistmann zusammen.
Auch die Volksbank im Münsterland selbst beschäftigt sich mit den Herausforderungen der Unternehmen: „Wir haben eine Transformations- und Nachhaltigkeitsberatung eingeführt, um unsere gewerblichen Kunden bei Fragen und Investitionen in diesem Bereich noch besser unterstützen zu können“, erläuterte Feistmann.
Aus den Bewerbern für den Münsterland Business Award 2026 hatte eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Volksbank, Wirtschaft, Wissenschaft, Presse und aus regionalen Institutionen vorab eine Top 3 ausgewählt. „Damit stellen wir sicher, dass die Entscheidung auf einer ausgewogenen, vielfältigen und fundierten Basis getroffen wird und unterschiedliche Perspektiven in die Bewertung einfließen“, so Feistmann.
Pitch entscheidet
Die drei Finalisten – Loppi, Gieseke und Shards – haben sich dann im Rahmen des Münsterland Business Summit in einem jeweils zweiminütigen Pitch vor den Gästen und der Jury persönlich vorgestellt. Anschließend konnten Jury und Publikum gleichberechtigt Punkte verteilen.
Die höchste Punktzahl erreichten die Schwestern Elena und Ricarda Weber, Mütter, Gründerinnen, und Geschäftsführerinnen von Loppi in Rheine. 2024 sind sie mit ihrem Konzept eines stationären Floh‑Supermarkts für gebrauchte Kindersachen gestartet. Die Idee entstand während der Elternzeit 2023: Kunden mieten Regalfächer, während Loppi Präsentation, Verkauf und Abrechnung übernimmt. Das Konzept soll Familien eine einfache Möglichkeit geben, Kinderkleidung und Zubehör nachhaltig weiterzugeben. Durch den Fokus auf Second-Hand, langlebige Produkte und lokale Kreisläufe soll der Konsum deutlich ressourcenschonender gestaltet werden und echte, alltagsnahe Nachhaltigkeitseffekte im Münsterland geschaffen werden. Mittlerweile bespielt Loppi über 300 Regale und verfügt über Standorte in Münster und Rheine. Und Elena und Ricarda Weber planen bereits den nächsten Expansionsschritt: In Köln wollen beide einen dritten Store eröffnen und sind derzeit auf Standortsuche. Für den ersten Platz bekamen sie 10.000 Euro. „Wir freuen uns sehr über den Gewinn des Münsterland Business Awards“, betont Elena Weber von Loppi. „Das Preisgeld können wir ideal in unsere geplante Expansion investieren. Zusätzlich zahlt die Auszeichnung positiv auf die Bekanntheit von Loppi ein.“
Aus dem Start-up-Alter längst herausgewachsen ist das 1901 gegründete Tief-, Hochbau- und Straßenbauunternehmen Gieseke aus Rheine, das den zweiten Platz (3.000 Euro Prämie) belegte. Das Unternehmen, das 340 Mitarbeitende beschäftigt, hatte sich mit einem Konzept für eine ganzheitliche CO2-Strategie beworben, bei dem durch den optimierten Verkehrswegebau und ressourcenschonenden Materialeinsatz weniger CO2 als bei herkömmlichen Arbeitsweisen ausgestoßen werden.
Das drittplatzierte Unternehmen Shards aus Sassenberg (2.000 Euro Prämie) entwickelt und produziert Fliesen aus Bauschutt und das komplett ohne Primärrohstoffe. Dafür nutzt das dreiköpfige Team ausschließlich recycelte Industriematerialien und Bauschutt wie Ziegel, Keramik oder alte Fliesen. Durch dieses zirkuläre Geschäftsmodell können Abfallmengen reduziert und CO₂‑Emissionen, die bei der Herstellung konventioneller Fliesen entstehen würden, gesenkt werden. Shards ist seit 2022 auf dem Markt.
Die drei Preisträger erhielten neben dem Preisgeld und dem Award außerdem eine Mitgliedschaft bei der Bürgerwald Münsterland eG – „als Zeichen für gelebte Nachhaltigkeit“, so Feistmann.