„Der Mangel an Nachwuchskräften ist für Unternehmen im Landkreis Osnabrück eine große Herausforderung. Um dem wirksam entgegenzusteuern, bringen wir bei unseren Netzwerktreffen Schulen und Unternehmen zusammen und vermitteln wichtige Kenntnisse unter anderem rund um die Gewinnung und Bindung von Azubis“, erläuterte Annika Schulte von der Servicestelle Schule-Wirtschaft der MaßArbeit im Südkreis. Sie ergänzte: „Es ist toll, zu sehen, wie groß die Nachfrage an unseren Treffen ist.“ Schulte bedankte sich auch bei Hagens Bürgermeisterin Christine Möller und der Wirtschaftsförderin der Gemeinde, Annika Berelsmann, für das Interesse an dem Austausch von Schulen und Unternehmen.
Das Thema „Messe-Präsentation“ werde für Betriebe auch bei der Azubigewinnung immer wichtiger. Das zeige sich auch immer wieder bei den von der MaßArbeit gemeinsam mit Partnern organisierten Berufsorientierungsveranstaltungen und Ausbildungsmessen wie „Talent trifft Ausbildung“ sowie den Speed-Meetings, die zuletzt in Bad Iburg erfolgreich stattfanden, erläuterte Schulte. Die Rückmeldungen aus den Unternehmen seien sehr positiv gewesen. Mehr als 80 Prozent der Befragten hätten sich beispielsweise dafür ausgesprochen, dass „Talent trifft Ausbildung“ an zwei Tagen veranstaltet wird.
Unter dem Titel „Messe-Knigge: Wie Sie erfolgreich auf Messen überzeugen!“ machte Verkaufs-Profi Schumacher deutlich, auf was Unternehmen – insbesondere auf Jobmessen – achten sollten. Einen Tipp hatte er schon für die Zeit vor dem Messeauftritt: „Setzen Sie sich klare Messeziele. Es ist ein Unterschied, ob Sie und Ihr Team mit der Haltung ,Wir wollen unser Unternehmen repräsentieren‘ oder ,Wir suchen fünf Auszubildende‘ teilnehmen. Denn unsere Ziele bestimmen unser Verhalten.“
Wichtig sei auch, wer aus dem Unternehmen an der Messe teilnimmt. Der Verkaufs-Profi plädierte dafür, dass auch Azubis aus dem eigenen Unternehmen auf dem Messestand vertreten sind: „Es ist ein Unterschied, ob ein 50-Jähriger einer Schülerin oder einem Schüler etwas über die Ausbildung erzählt, oder eine Auszubildende oder ein Auszubildender des Unternehmens.“ Wenn es um die Darstellung des Arbeitsalltages geht, sollten die Aussteller unbedingt bei der Wahrheit bleiben. Kein Job sei in allen Situationen 100 Prozent super. „Ein Aussteller, der alles rosarot darstellt, lügt mit hoher Wahrscheinlichkeit, um den Bewerber zu bekommen“, so Schumacher. Ist jedoch ein interessanter Kandidat oder eine Kandidatin gefunden, sollte das Unternehmen zum Abschluss kommen, zum Beispiel ein Praktikum anbieten.
Bei der Gewinnung von Nachwuchskräften sei eine Präsenz in den sozialen Medien unabdingbar, betonte Schumacher: „Wer junge Leute gewinnen will, muss in den sozialen Netzwerken stattfinden. Sorgen Sie nicht nur für gute Landingpages, die sich gezielt an Bewerber richten, sondern seien Sie auch in den sozialen Medien wie TikTok und Instagram präsent.“
Mit diesen Tipps gingen die Netzwerkteilnehmenden im Anschluss an den Vortrag in den Austausch darüber, wie sich Unternehmen bei den Jugendlichen am besten bewerben und wie Schulen dabei unterstützen können. Ihr Fazit: „Bei den Messen mehr vor als hinter den Tischen stehen und spannende Arbeitsproben und Eyecatcher wie zum Beispiel einen ferngesteuerten Kran mit Wettbewerb am Stand bieten.“