Kreis Coesfeld

Nachfolgemonitor 2023: Firmenchefs bei Übergabe immer älter

Essen – Das durchschnittliche Alter von Chefinnen und Chefs, die ihr mittelständisches Unternehmen an einen Nachfolger übergeben, ist erneut gestiegen – auf 61 Jahre. Das geht aus dem „Nachfolgemonitor 2023“ hervor. Gleichzeitig zeigt die fünfte Auflage der Studie, dass übernommene Unternehmen Wachstumspotenzial haben. Für den diesjährigen Nachfolgemonitor haben die FOM Hochschule, der Verband Deutscher Bürgschaftsbanken und die Creditreform Rating mehr als 9.000 Unternehmensnachfolgen aus den Jahren 2013 bis 2022 untersucht.

Präsentierten die Ergebnisse des Nachfolgemonitors 2023 (von links): Dr. Michael Munsch (Creditreform Rating AG), Dr. Nikolaus Paffenholz (IHK Düsseldorf), Manfred Thivessen (Bürgschaftsbank NRW), Jeannette Peters (Moderation), Christine Währisch (Referatsleiterin Bürgschaften, Unternehmenssicherung und -finanzierung im NRW-Wirtschaftsministerium), Professor Dr. Holger Wassermann (FOM Hochschule) und Professor Dr. Carsten Kruppe (FOM Hochschule). Foto: FOM Hochschule

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Die aktuelle Auflage des Nachfolgemonitors zeigt, dass der demografische Wandel viele Firmen vor eine Herausforderung stellt: „In einer alternden Gesellschaft gibt es zwangsläufig mehr übergabereife Unternehmen als potenzielle Übernehmende. Hinzukommt, dass eine Neugründung oft als attraktiver empfunden wird als eine Übernahme. Im Vergleich zum letzten Untersuchungszeitraum ist das Durchschnittsalter der Übergebenden noch einmal um drei Jahre auf nun 61 Jahre gestiegen“, fasst der wissenschaftliche Leiter der Studie, Professor Dr. Holger Wassermann von der FOM Hochschule, die Ergebnisse zusammen. Das Durchschnittsalter der Übernehmenden ist mit 38 Jahren gleich geblieben.

Lage und Größe des Unternehmens von Bedeutung
Für die Übernahme eines Unternehmens spielen der Studie zufolge verschiedene Faktoren eine Rolle. Demnach finden Unternehmen in zentraler Lage eher eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger, diese Firmen machen etwa drei Viertel der untersuchten Übernahmen aus. Auch die Unternehmensgröße ist der Studie zufolge bei der Nachfolgesuche von Bedeutung. So entfallen im Jahr 2021 die Hälfte der Nachfolgen auf Unternehmen mit einem Umsatz von mindestens zwei Millionen Euro – eine Verdopplung im Vergleich zum Jahr 2014. 

Nachfolgen stützen Wachstumspotenzial 
Zudem geht nach Angaben der Studienherausgeber aus dem Nachfolgemonitor hervor, dass fast zwei Drittel der Unternehmen das Umsatzniveau nach der Übernahme halten oder steigern können. „Dies zeigt, dass Unternehmensnachfolgen das Wachstumspotenzial stützen, Arbeitsplätze sichern und zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen können“, erläutert Dr. Michael Munsch, Vorstand der Creditreform Rating AG. Gleichwohl erreichen viele Nachfolgerinnen und Nachfolger im Mittel nicht das EBIT, also das Ergebnis vor Steuern und Zinsen, im Vergleich zum Zeitraum vor der Übergabe, was laut Studie unter anderem am Abbau des Investitionsstaus liege. 

Jede fünfte Übernahme erfolgt durch eine Frau
Der Anteil an Nachfolgerinnen ist über die Jahre konstant: Etwa jede fünfte Übernahme erfolgt durch eine Frau – in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg, den meisten östlichen Bundesländern, Baden-Württemberg und dem Saarland ist der Anteil der Studie zufolge höher. Unterschiede gibt es auch innerhalb der verschiedenen Branchen. Beispielsweise ist der Frauenanteil im Bereich „Gesundheit & Soziales“ höher, während im „Baugewerbe“ die Nachfolger vor allem Männer sind. 

Info:
Der Nachfolgemonitor basiert auf den Daten vom Verband der Deutschen Bürgschaftsbanken und von der Creditreform. Er bezieht sich nicht auf Hochrechnungen, Schätzungen oder Umfragedaten, sondern auf tatsächlich erfolgte Unternehmensnachfolgen. „Mit der Studie wollen wir einen Beitrag dazu leisten, das Nachfolgegeschehen in Deutschland besser zu verstehen und neue Erkenntnisse in einem Bereich zu erhalten, in dem es nur wenige Daten gibt“, betont Manfred Thivessen, stellvertretender Vorsitzender des Verbandes Deutscher Bürgschaftsbanken und Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen. Für den Nachfolgemonitor wurden mehr als 9.000 Übernahmen von Unternehmen aus den Jahren 2013 bis 2022 untersucht. 

Die Studie gibt es hier zum Download: www.nachfolgemonitor.de
 

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