„Das ist ein großartiger Fortschritt und zeigt deutlich, wie viel diese einfache und kostengünstige Art der Mobilfunkmessung erreicht“, erklärt Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr. Schon das Konzept und die Messfahrten als solche hätten bundesweit für großes Interesse gesorgt. „Dass die Netzbetreiber nun positiv auf unsere fundierten, aus den Mess- und Standortdaten abgeleiteten Vorschläge zur Schließung der Lücken reagieren, macht die Mobilfunkmessung mithilfe von Müllsammelfahrzeugen in doppelter Hinsicht zu einem wahren Vorzeigeprojekt“, betont Schulze Pellengahr.
Eine digitale Karte mit rund 300.000 Messpunkten, die bei den Messfahrten im Jahr 2022 gesammelt wurden, weist die 26 LTE-Versorgungslücken auf valider Basis nach. Auf die Netzbetreiber bezogen bedeutet dies: Das Telekom-Netz deckt zwölf Prozent des Kreisgebiets nicht ab, Vodafone 15 Prozent und Telefonica 20 Prozent. Auf neun Prozent der Fläche gibt es gar keinen LTE-Empfang. Neben diesen Lücken zeigt die digitale Karte dank der Unterstützung der STF-Gruppe aber auch Wälder, Gebäudehöhen, kommunale Liegenschaften und vor allem funktechnisch geeignete Standorte an. „Wir prüfen diese Möglichkeiten und gehen dann mit konkreten Vorschlägen auf die Netzbetreiber zu. Dadurch haben sie deutlich weniger Aufwand bei der Akquise und Planung von Standorten“, erklärt Sebastian Schulze Baek, Mobilfunkkoordinator des Kreises Coesfeld. „Denn häufig gibt es eine kommunale Liegenschaft, die sich gut als Standort eignet, oder einen Standort eines Wettbewerbers, der mitgenutzt werden kann.“
Ein solches Beispiel ist laut Schulze Baek das Wohngebiet hinter dem Coesfelder Finanzamt: „Nach unserer Datenanalyse hat sich das Finanzamt schnell als prädestinierter Standort herausgestellt, um die schlechte LTE-Versorgung im Wohngebiet zu verbessern. Aufgrund der Höhe des Gebäudes kann sogar der Bau eines neuen Sendemasts vermieden werden. Durch meine Vermittlung und die Gespräche mit allen Beteiligten ist der Standort aktuell in der Genehmigungsphase.“
So weit ist es an den anderen Stellen noch nicht, aber in Billerbeck, Coesfeld und Dülmen fanden mit den Kommunen bereits Gespräche über die jeweilige die Versorgungslage und konkrete Standorte zur Schließung der Versorgungslücken statt.
Daraus hat sich ergeben:
• Ein Netzbetreiber analysiert einen vorgeschlagenen Mobilfunkstandort im Dülmener Dernekamp.
• Unterstützung der Stadt Dülmen und der Netzbetreiber bei der Suche nach Mobilfunkstandorten im Bereich des neuen Anschlusses B67n/B474, um dem künftig erhöhten Bedarf gerecht zu werden
• Begleitung von Ausbauprojekten und der Standortsuche entlang der Bahnstrecke zwischen Coesfeld und Münster, um die dort festgestellten Versorgungslücken zu schließen
• In Coesfeld wird ein Netzbetreiber die Versorgungslücken an der B525 in Harle/Gerleve und an der B474 in Richtung Dülmen schließen. Zudem sollen die übrigen Netzbetreiber den Standort möglichst frühzeitig mitnutzen.
Gespräche mit den anderen Kommunen sollen zeitnah folgen. Dabei geht es unter anderem um den neuen Standort in der Nähe der Burg Hülshoff in Havixbeck, der unter Beachtung des Denkmalschutzes nun umgesetzt werden soll. Auch hier sei es das Ziel, dass möglichst alle drei Netzbetreiber den Standort nutzen.