Der zunehmende Fachkräftemangel stellt gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor große Herausforderungen. Eine starke, authentisch kommunizierte Arbeitgebermarke wird mehr und mehr zum Schlüsselfaktor, um qualifizierte Talente zu gewinnen, zu binden und die Unternehmenskultur sichtbar zu machen – nach innen wie außen.
Talent Acquisition Funnel
Wie das in der Praxis gelingt, zeigte die Veranstaltung. Nach der Begrüßung durch Kreisverbandsleiter Mühlenkamp und Stefan Laakmann, Geschäftsführer des gastgebenden Unternehmens Dialog Bildungszentrum Transport & Logistik, folgten drei Impulsvorträge, die sowohl wissenschaftliche Grundlagen als auch praxisnahe Ansätze vermittelten.
Prof. Dr. Nils Ommen von der FH Münster eröffnete mit einem analytischen Blick auf strategische Methoden im Employer Branding. Unter dem Titel „Weniger Zufall, mehr System“ stellte er den Talent Acquisition Funnel vor – ein Steuerungsmodell, das Mittelständlern dabei helfen kann, ihre Rekrutierungsprozesse gezielt und effizient zu gestalten. Ommen zeigte auf, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in praxistaugliche Handlungsempfehlungen übersetzt werden können – ganz besonders mit Blick auf die Herausforderungen von KMU, die oft mit begrenzten Ressourcen arbeiten müssen.
Im Anschluss gab Justus Ratzmann, Gründer der Nottulner Agentur Lackymedia, Einblicke in das Potenzial von YouTube als Plattform zur Stärkung der Arbeitgebermarke. In seinem Vortrag „YouTube als Gamechanger“ betonte er die Relevanz authentischer Einblicke und konkreter Strategien für maximale Wirkung im digitalen Raum. Mit praxisnahen Beispielen zeigte er, wie Unternehmen die Videoplattform nutzen können, um ihre Unternehmenskultur sichtbar zu machen – glaubwürdig, kreativ und wirkungsvoll.
Kontinuität, Identifikation und Mut zur Sichtbarkeit
Abgerundet wurde der Abend durch einen Erfahrungsbericht von Max Bayer-Eynck, Gründer der Kawentsmann GmbH aus Nottuln. Unter dem Titel „Der steinige Weg zur Marke“ schilderte er den Prozess der Markenbildung aus Unternehmersicht – von den ersten Schritten bis zur bewussten Weiterentwicklung einer gelebten Unternehmensidentität. Sein Fazit: Eine starke Marke entsteht nicht über Nacht, sondern durch Kontinuität, Identifikation und Mut zur Sichtbarkeit.
Beim anschließenden Ausklang nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung.
Mühlenkamp zeigte sich zum Abschluss zufrieden: „Die hohe Beteiligung und das große Interesse zeigen, wie wichtig das Thema Employer Branding für den Mittelstand ist. Wir wollen den Unternehmen Impulse geben, wie sie mit kreativen und praxisnahen Maßnahmen ihre Arbeitgeberattraktivität stärken können – unabhängig von Größe oder Budget.“