„Trotz der allgemein wahrnehmbaren Störungen im Welt- und Wirtschaftsgefüge sind auch heute viele junge Menschen bereit, innovative Geschäftsmodelle unternehmerisch umzusetzen“, freute sich Sven Wolf, Geschäftsbereichsleiter Unternehmensförderung bei der IHK, über das Interesse an der Veranstaltung. Gut 200 Jungunternehmerinnen und -unternehmer, junge Führungskräfte sowie Gründerinnen und Gründer brachte das Festival zusammen. „Viele waren mit großer Lust gekommen, neue Wege auszuprobieren“, berichtete Wolf.
Mehrere Workshops boten den Rahmen für Erfahrungsaustausch, Wissensvermittlung, Kennenlernen und Zusammenarbeit. Dabei ging es um die Vorsorge im privaten Bereich und für das Unternehmen, um den Product-Market-Fit und die Skalierung eines Start-ups, um IT-Sicherheit und die richtige Rechtsform bei Unternehmensnachfolge und Gründung.
Kathrin Fesenmeyer vom Naturkosmetikhersteller ili Skincare in Münster, der beim letztjährigen Festival beim Start-up-Wettbewerb gewonnen hatte, berichtete über die Entwicklung ihres Unternehmens. Die Erfolgsgeschichte von True Motion Running stellte Christian Arens, einer der beiden Geschäftsführer des Münsteraner Sportschuhherstellers, vor. In der Finance-Lounge informierten zudem Vertreter von Banken und Sparkassen über Finanzierungsmöglichkeiten von Gründungs- und Wachstumsvorhaben.
„Das Münsterland hat viele mutige Gründerinnen und Gründer, die anpacken und ihre guten Ideen in die Tat umsetzen“, schilderte IHK-Geschäftsbereichsleiter Wolf seinen Eindruck von den vielen Gesprächen beim Festival. Was ihnen häufig im Vergleich zu etablierten Unternehmen fehle, sei das Netzwerk, in dem sie Informationen, Unterstützung oder auch Kooperationspartner finden könnten. „Und genau hier setzt unser Festival an“, sagte Wolf. Er berichtete, dass die Zahl „echter“ Unternehmensgründungen, die die IHK Nord Westfalen aus den Gewerbeanzeigen nach einem bundesweiten Standard herausgefiltert hat, 2022 auf 3.895 gestiegen ist. Das Wachstum gegenüber dem vorhergehenden Jahr liege bei 17 Prozent.
Dass das Münsterland in Sachen Gründungsideen eine Menge zu bieten hat, wurde beim Start-up-Wettbewerb deutlich. Aus 27 Bewerbungen von Unternehmen, die nicht länger als drei Jahre bestehen, waren dafür von einer Jury sechs Finalisten für den Final-Pitch ausgewählt worden: SEE.KliFMa (Ascheberg), LetsNet App von PMC-Netcon (Raesfeld), Local-Benefits (Münster), meal & heal (Münster), AckerKapital (Münster) und Stallgrün (Münster). Im Finale warben die Gründerinnen und Gründer für ihre Geschäftsidee und um die Gunst des Publikums.
Der Gewinner meal & heal hat eine digitale Ernährungsberatung per App entwickelt, die den Fokus auf die Erkennung von Nahrungsunverträglichkeiten legt. meal & heal wurde Anfang des Jahres von Michelle Hoffmann und Lukas Jochheim gegründet.
Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro stifteten von den Wirtschaftsjunioren. „Für die junge Wirtschaft ist der Austausch mit Gründerinnen und Start-ups von großer Bedeutung“, unterstrich Johanna Münzer, Vorsitzende der WJ Nord Westfalen. Sie ergänzte: „Wir können viel voneinander lernen, wenn sich junge Menschen in etablierten Unternehmen und Gründerinnen und Gründern vernetzen.“