Kreis Coesfeld

Lückenschluss B67n: erster Bauabschnitt freigegeben

Dülmen/Reken – Meilenstein für eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte im Westmünsterland: Der erste Bauabschnitt für die Bundestraße 67n zwischen der Anschlussstelle Dülmen-Nord der A43 und der Anschlussstelle B474 ist für den Verkehr freigegeben. Mit der 3,1 Kilometer langen Strecke erfolgt ein weiterer Schritt in Richtung Lückenschluss zwischen Reken und Dülmen, um im weiteren Verlauf die Ost-West-Verbindung zwischen Bocholt/Isselburg (A3) und Dülmen (A43) zu schaffen.

Der erste Bauabschnitt für die Bundestraße 67n zwischen der Anschlussstelle Dülmen-Nord der A43 und der Anschlussstelle B474 ist für den Verkehr freigegeben. Foto: Straßen.NRW

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Bei der offiziellen Freigabe der Teilstrecke betonte Thomas Rensing, Regionalleiter von Straßen.NRW, mit Blick auf alle Beteiligten, insbesondere der örtlichen Landwirschaft: „Nur gemeinsam ist es möglich gewesen, ein solches Projekt zu realisieren“. Die konkreten Planungen für eine neue Verkehrsverbindung zwischen Isselburg/Bocholt und Dülmen/A43 stammen bereits aus den 1970er Jahren. Während der erste Bauabschnitt in dem insgesamt 60 Kilometer langen Abschnitt der B67/B474 bereits 1980 zwischen Borken und Reken fertiggestellt wurde, musste für den Lückenschluss zwischen Reken und Dülmen ein zweites Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. „Dabei wurde auf hohe Transparenz gesetzt, um die Belange von Wirtschaft, landwirtschaftlicher Nutzung und Naturschutz zu berücksichtigen und ihnen mit zahlreichen individuellen Lösungen gerecht zu werden“, erklärte Rensing. Der Planfeststellungsbeschluss habe – ohne eine einzige Klage – 2018 Rechtskraft erlangt. Noch im gleichen Jahr startete der Bau der neuen Verbindung, die eine große Bedeutung für die Wirtschaftsregion habe, ebenso aber auch regional eine Entlastung für Dülmen und den Ortsteil Merfeld bedeute, wie der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen in einer Pressemeldung mitteilte.

Aktuell laufen die Arbeiten, um Ende 2024 das nächste Verbindungsstück zwischen der B474 und Merfeld abschließen zu können. Fertig sein soll die Gesamtstrecke von Reken bis Dülmen 2026. Von den 22 Bauwerken sind bereits 13 realisiert, vier befinden sich aktuell im Bau. Für die noch ausstehenden fünf Bauwerke laufen die Vorbereitungen, damit ab 2024 auch dort die Bauarbeiten starten können. An der Strecke entstehen als Mobilitätsverknüpfungspunkte drei Mitfahrparkplätze mit Abstellplätzen für Fahrräder sowie einer Schnellbusanbindung nach Münster. Für die rund 15,6 Kilometer lange Strecke erfolge „ein vielfältiger ökologischer Ausgleich direkt an der Trasse sowie auf umliegenden Kompensationsflächen in einer Gesamtgröße von rund 130 Hektar“.

Für den Lückenschluss hatte sich in den vergangenen Jahren auch die regionale Wirtschaft stark gemacht: Rund 120 Unternehmen aus den Kreisen Borken und Coesfeld hatten im November 2004 auf Einladung der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen die „Initiative B67n“ gegründet, um der Forderung zum Neu- und Ausbau der Bundesstraße mehr Nachdruck zu verleihen. 

„Das war damals angesichts konkurrierender Straßenbauprojekte ein wichtiges Signal an die Politik: Die Region steht hinter dem Neu- und Ausbau der Bundesstraße“, erinnerte sich Heinrich-Georg Krumme, Sprecher der Initiative und ehemaliger Vorsitzender im IHK-Regionalausschuss für den Kreis Coesfeld. Um an ihr Ziel zu gelangen hat die Unternehmerinitiative gemeinsam mit der IHK zahlreiche Gespräche mit der Politik, den Verkehrsministerien von Bund und Land sowie mit der Kreis- und Straßenbauverwaltung geführt. „Aber auch mit vielen Landwirten, die besonders von der Planung betroffenen waren“, so Krumme.

Er fasste die positiven Effekte der B67n für die Wirtschaft in der Region zusammen: „Der Lückenschluss der B 67n führt zu einer leistungsfähigen West-Ostverbindung, spart Zeit und Kosten und stärkt damit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sowie die Mobilität der Menschen in unserer Region.“ Vor allem für die wirtschaftliche Entwicklung des Westmünsterlandes sei die lückenlose Bundesstraße ein wichtiger Beitrag, betont er mit Verweis auf die A31, von deren Fertigstellung ebenfalls starke Impulse ausgegangen seien: „Ein leistungsfähiges Straßennetz gehört für viele international agierende Unternehmen weiterhin zu den unverzichtbaren Standortfaktoren“, betonte Krumme.

Die B 67n ist für Krumme in zweifacher Hinsicht ein lehrreiches Beispiel. „Sie demonstriert in negativer Hinsicht, wie lange es gegenwärtig weiterhin dauert, Verkehrsinfrastruktur zu planen und zu bauen. Das Projekt zeigt aber auch, wie die frühzeitige Einbeziehung der Beteiligten vor Ort zu einem einvernehmlichen Ergebnis führen kann“, resümierte er.

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