Als Hersteller von Investitionsgütern spüre die Joest Group in vielen Märkten eine zunehmende Zurückhaltung bei Investitionsentscheidungen, erläuterte Alexander Moormann, Geschäftsführer der Joest Group. Er nahm gemeinsam mit seinem Vater Dr. Hans Moormann am Austausch teil. Moormann hatte das Unternehmen über viele Jahre geführt und zu einem weltweit agierenden Familienunternehmen entwickelt, sich aber vor zwei Jahren im Zuge der Unternehmensnachfolge aus der Geschäftsführung zurückgezogen.
Das klare Bekenntnis zum Hauptsitz in Dülmen sei dabei unverändert geblieben. Aufgrund des internationalen Verbunds der Joest Group seien in Dülmen aufgrund der im internationalen Vergleich hohen Lohnkosten in Deutschland insbesondere Geschäftsfelder mit hohem Wertschöpfungsanteil gebündelt, während andere Geschäftsbereiche an internationale Standorte verlagert worden sind.
Chancen durch Freihandelsabkommen der EU
Große Chancen sehe das Unternehmen in den geplanten Freihandelsabkommen der Europäischen Union, insbesondere mit den Mercosur-Staaten und Indien. Die Joest Group ist mit eigenen Niederlassungen unter anderem in Brasilien und Indien vertreten und erwartet mittelfristig positive Effekte aus den Abkommen. Bis diese jedoch in der Praxis spürbar werden, wird es nach Einschätzung von Alexander Moormann allerdings noch einige Jahre dauern, da die nun getroffenen grundsätzlichen Vereinbarungen erst noch konkret ausgestaltet werden müssen.
Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr erklärte im Anschluss an den Besuch: „Die Joest Group ist ein herausragendes Beispiel für den innovativen und leistungsstarken Mittelstand in unserer Region. Das Unternehmen verbindet höchste technische Fachkompetenz mit internationaler Erfahrung und erschließt mit großer Weitsicht Zukunftsmärkte auf der ganzen Welt. Solche Unternehmen prägen den Wirtschaftsstandort Kreis Coesfeld entscheidend.“ Zugleich betonte der Landrat die Rolle des Kreises und der wfc: „Gemeinsam mit der wfc wollen wir die Rahmenbedingungen am Wirtschaftsstandort Kreis Coesfeld konsequent weiterentwickeln, damit Unternehmen wie die Joest Group auch künftig von hier aus international erfolgreich sein können.“