Landkreis Grafschaft Bentheim

Kommunikator und Stratege: Dr. Michael Kiehl verabschiedet

Nordhorn - Mit einem besonderen Abschied endete die letzte Sitzung des Grafschafter Kreistages vor der Sommerpause: Nach 16 Jahren verlässt der Erste Kreisrat Dr. Michael Kiehl die Grafschafter Kreisverwaltung und wechselt zum 1. August zum Landkreis Emsland. Mit stehenden Ovationen würdigten die Kreistagsmitglieder und Landrat Uwe Fietzek die Verdienste des 48-Jährigen für den Landkreis in den vergangenen Jahren.

Landrat Uwe Fietzek (links) verabschiedete den Ersten Kreisrat Dr. Michael Kiehl im Rahmen der letzten Kreistagssitzung. Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim

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In den Redebeiträgen wurde deutlich: Kiehl hinterlässt eine große Lücke. „Du warst ein absoluter Glücksfall für mich. Deine Weitsicht und dein strategisches Denken über den Tellerrand und Parteigrenzen hinaus zeichnen Dich aus“, betonte Landrat Uwe Fietzek bei der Verabschiedung. Der Kreistagsvorsitzende Andre Mülstegen hob Kiehls Qualitäten als Kommunikator zwischen Verwaltung und Politik hervor. Er habe ihn als integer, eloquent, heimatverbunden und loyal schätzen gelernt – als „herausragenden Mitarbeiter der Kreisverwaltung“.

Michael Kiehl war seit 2007 beim Landkreis Grafschaft Bentheim beschäftigt. Im Alter von 32 Jahren übernahm er zunächst die Leitung der damaligen Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung. Zuvor hatte er ein Studium an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund absolviert und war dort anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig gewesen. In den vergangenen Jahren hatte Kiehl als Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung und Bauwesen, Leiter des Fachbereichs Kreisentwicklung, als Kreisrat und ab 2019 als Erster Kreisrat verschiedene Stationen bei der Grafschafter Kreisverwaltung durchlaufen. Als Erster Kreisrat leitete er zwischenzeitlich auch kommissarisch das Dezernat IV des Landkreises. „Immer, wenn es notwendig war, wenn es in anderen Abteilungen ‚gebrannt‘ hat, bist Du eingesprungen und hast geholfen“, blickte Landrat Fietzek zurück.

In den vergangenen Jahren hatte Kiehl viele große Themen begleitet, wie die Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs oder das Raumordnungsverfahren. „Die Grafschaft weiter zu entwickeln, war Dir immer wichtig. Du warst nie zufrieden mit dem Vorhandenen und hast immer wieder etwas Neues für den Landkreis vor Augen gehabt. Dabei hast Du für Deine Überzeugungen gekämpft“, so Fietzek. Als Beispiel nannte er das kreiseigene Klimaschutzmanagement, das Kiehl bereits 2014 ins Leben rief und das zum damaligen Zeitpunkt keine Selbstverständlichkeit war. Neben einem enormen Fachwissen, verfüge Kiehl laut Fietzek über die herausragende Fähigkeit, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen. Fietzek machte deutlich: „Du wirst uns fehlen, als Mitarbeiter und als Mensch.“

Sichtlich gerührt dankte Kiehl dem Kreistag für das Vertrauen in ihn: „Ich hatte das große Glück, in ein Umfeld zu kommen, in dem ich an den Aufgaben wachsen konnte.“ Der Abschied von der Grafschafter Kreisverwaltung sei mit Wehmut verbunden. Schließlich habe ihn dort die Mischung aus konzeptioneller Arbeit und der konkreten Umsetzung von Projekten begeistert. „In einem Landkreis kann man strategische Dinge anschieben, man spürt aber auch unmittelbar, ob die Themen bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen“, verdeutlichte Kiehl. Neben der Umsetzung vieler positiver Projekte, sei seine Zeit aber auch durch verschiedene Herausforderungen geprägt gewesen, wie zum Beispiel den Asche-Skandal rund um die Müllverbrennungsanlage im Europark Laar. Kiehl machte deutlich: „In diesen schwierigen Situationen konnte ich mich immer auf die Kolleginnen und Kollegen im Haus verlassen.“ Er habe die Grafschaft in den vergangenen Jahren lieben und schätzen gelernt, sagte Kiehl abschließend.

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