Kreis Steinfurt

Keller HCW baut 155 Arbeitsplätze ab

Ibbenbüren – Das Technologieunternehmen Keller HCW will 155 der zuletzt 276 Arbeitsplätze am Standort Ibbenbüren-Langenbeck abbauen. 120 Stellen sollen erhalten bleiben. Hintergrund ist, dass sich das Unternehmen aufgrund der Marktentwicklungen und „schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ in den vergangenen Jahren neu ausrichten und dafür Geschäftsfelder bündeln will. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat seien diesbezüglich bereits aufgenommen worden, wie Keller in einer Pressemeldung mitteilt.

Blick auf den Standort von Keller HCW in Ibbenbüren. Foto: Keller HCW

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Keller hat bislang schlüsselfertige Werke, Maschinen und Anlagen für die grobkeramische Industrie entwickelt. Künftig will sich das Unternehmen vor allem auf Wachstumsmärkte konzentrieren und daher beispielsweise Lösungen für die Elektrifizierung von Öfen, Dekarbonisierungsprojekte für bestehende Anlagen und energieeffiziente Verfahrenstechnologien entwickeln. Dazu gehören Lösungen für Trocknungs- und Brennprozesse, die den Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen reduzieren.

Darüber hinaus wird das Unternehmen weiterhin Schleifmaschinen, Abschneider, Palettieranlagen und Folienschälmaschinen entwickeln und produzieren – diese Technologien werden nach Angaben von Keller in zahlreichen Industrien vermarktet und bleiben ein zentraler Bestandteil des Portfolios. International bestehende Anlagen sollen auch weiterhin vom Keller-Team gewartet und modernisiert werden.

Keine Herstellung von schlüsselfertigen Werken mehr

Aufgrund rückläufiger Nachfrage und zunehmendem Wettbewerbsdruck werde Keller künftig allerdings keine schlüsselfertigen Werke zur Herstellung grobkeramischer Produkte – also komplette Anlagen und Maschinen, die bislang als Gesamtlösungen (Werke) entwickelt und geliefert wurden – mehr anbieten. Das Unternehmen bleibe weiterhin Teil der Groupe Legris Industries.

Geschäftsbereiche bündeln

Im Rahmen dieser Neuausrichtung werden die derzeitigen Geschäftsbereiche „Heavy Clay“ (HC) sowie „Spare Parts and Services“ (HC SPS) zum neuen Geschäftsbereich „Keller Technologies & Services“ (KTS) zusammengeführt, wie das Unternehmen erklärt. Alle bestehenden Kunden der Geschäftsbereiche HC und HC SPS werden künftig vom KTS-Team betreut. Diese Änderung soll die Abläufe optimieren und den Service für die Kunden des Unternehmens Kunden verbessern. Keller HCW werde alle derzeit laufenden Verträge und Verpflichtungen erfüllen, heißt es.

CEO Andrea Pasquali erklärt: „Ebenso wie unser Eigentümer bin ich fest überzeugt davon, dass wir mit unserer künftig fokussierten Ausrichtung nachhaltig erfolgreich sein werden. Die Teams von Keller HCW sind weiterhin engagiert, um die Ziele unserer Kunden zu unterstützen und unsere Partnerschaften und den gemeinsamen Erfolg auszubauen.“

Info: 
Das Unternehmen Keller HCW hat seinen Ursprung im Jahre 1894. Damals erfand der Laggenbecker Maschinist Carl Keller den sogenannten Absetzwagen, der den Beginn der Automatisierung in der Ziegelindustrie initiierte. Mit weiteren Erfindungen wurde Keller HCW im 20. Jahrhundert nach eigenen Angaben zum Technologieführer in der grobkeramischen Industrie. Heute ist Keller HCW eine Division des französischen Industriekonzerns Groupe Legris Industries. Keller HCW ist in vier eigenständige Geschäftsbereiche unterteilt: Heavy Clay (HC) ist spezialisiert auf schlüsselfertige Werke, Anlagen und Maschinen für die grobkeramische Industrie, Spare Parts and Services (HC SPS) stellt die Lieferung von Ersatzteilen, die Wartung und die Installation von Anlagen sicher, Infrared Temperature Solutions (ITS) ist spezialisiert auf berührungslose Temperaturmesssysteme, und Intelligent Automation Solutions (IAS) steht für die Steuerung von Produktionsprozessen und Automatisierungslösungen, insbesondere in der Mühlenindustrie sowie in Mischfutterwerken (Lebensmittel, Baustoffe, Chemikalien). Keller HCW erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von 36 Millionen Euro.
 

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