Integration: Von Syrien nach Everswinkel

Warendorf
In der Zeit seines Leistungsbezugs wurde Mohammed Alsuliman von Rita Umbreit von der Jobcenter-Anlaufstelle in Everswinkel betreut. Foto: Kreis Warendorf

Everswinkel – 2015 musste Mohammed Alsuliman seine Heimat im syrischen Aleppo verlassen und vor Krieg und Terror fliehen. Mithilfe des Jobcenters Warendorf ist der 27-Jährige heute beim Deutschen Milchkontor (DMK) in Everswinkel tätig.

Der Weg nach Everswinkel führte zunächst über Umwege: In der Türkei arbeitete Mohammed Alsuliman vorübergehend in der Landwirtschaft, um zunächst Geld zu verdienen. Zu Fuß, mit dem Bus und per Bahn führte sein Weg 2016 über die Türkei, Griechenland, Serbien, Ungarn und Österreich schließlich bis nach Bayern. Von dort gelangte er über Dortmund nach Münster. Nach einiger Zeit in der Domstadt wurde er von den Behörden der Gemeinde Everswinkel zugewiesen, wo er sich heute sehr wohl fühlt, wie er erzählt. Dort bewohnt der 27-Jährige eine eigene Wohnung und bestreitet seinen Lebensunterhalt selbständig.

Nach einem neunmonatigen, vom Jobcenter des Kreises Warendorf vermittelten Deutschkurs, erhielt Alsuliman 2016 eine Aufenthaltsgenehmigung. Sie erlaubte es ihm, Arbeit aufzunehmen. In Syrien hatte er mehrere Jahre als Modedesigner gearbeitet, doch daran konnte er in Deutschland bisher nicht anknüpfen.

Stattdessen war Alsuliman für drei Jahre bei einer Leiharbeitsfirma tätig, die ihn unter anderem in der Speiseeisproduktion des Deutschen Milchkontors in Everswinkel einsetze. Heute ist Alsuliman direkt beim DMK beschäftigt, und hofft eine Festanstellung zu erhalten. Auch eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker hatte er in Aussicht. Doch er zog die bessere Bezahlung als angelernte Arbeitskraft der geringeren Ausbildungsvergütung vor, um seine Familie in Aleppo finanziell unterstützen zu können – eine schwierige Entscheidung, wie er selbst offen eingesteht.

Die Behörden in Deutschland hat Alsuliman stets als korrekt und hilfsbereit empfunden und auch von der Everswinkeler Bevölkerung viel Unterstützung erfahren, wie er erzählt.

In der Zeit seines Leistungsbezugs wurde er von Rita Umbreit von der Jobcenter-Anlaufstelle in Everswinkel betreut. „Er hat den Willen, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten und seine sprachlichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Dabei haben wir ihm, wo immer möglich, unter die Arme gegriffen“, bestätigt die Arbeitsvermittlerin.

Nachdem er die Sprachkurse A1 und A2 bestanden hat, will er nun auch den höherwertigen Abschluss B1 schaffen, um sich noch besser für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren.

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