Die Landesregierung würdigt mit dem Preis Handwerksbetriebe, die in herausragender Weise innovative Lösungsstrategien entwickeln und neue Verfahren umsetzen. Der in diesem Jahr zum dritten Mal verliehene Innovationspreis ist mit je 10.000 Euro dotiert.
Bei der Verleihung verdeutlichte Professor Dr. Friedericke Hardering von der FH Münster in ihrem Impulsvortrag zu „New Work im Handwerk: Innovationspotenziale wecken und fördern“ wie mannigfaltig Innovationen im Handwerk sein können. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und Berthold Schröder, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages, ergänzten in einer Talkrunde, dass Handwerkerinnen und Handwerker mit ihren Fähigkeiten und Ideen unverzichtbar für die Energiewende und ein klimagerechtes und zukunftsfähiges Nordrhein-Westfalen seien.
Richtige Rahmenbedingungen und Anreize schaffen
Neubaur: „Der Schlüssel zum Wandel und zur Mitgestaltung der Transformation sind Innovationen. Sie sorgen für eine starke, wandlungsfähige, moderne und damit widerstandsfähige Volkswirtschaft.“ Innovationspolitik bedeute, dass der Staat zum einen die richtigen Rahmenbedingungen setze und zum anderen Anreize für Innovationsaktivitäten schaffe. „In Nordrhein-Westfalen setzen wir den Fokus auf die Anwendung von Innovationen in der Praxis. Die Möglichmacherinnen und Möglichmacher dafür finden wir in unseren Handwerksbetrieben“, so die Ministerin. Sie setzten Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit in der Praxis um. Den Gewinnern des Innovationspreises Handwerk 2023 aus Heek, Havixbeck und Ahaus sei es mit Ideenreichtum, Know-how und großem Engagement gelungen, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und ganz konkret zu mehr Klimaschutz beizutragen. Das mache sie zum Vorbild für andere Betriebe in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus.
Schröder betonte: „Innovation ist ein wichtiger Baustein, um den Herausforderungen der Transformation zu begegnen und die Zukunftsfähigkeit zu sichern.“ Mit den Preisträgern und ihren Innovationen zeige sich einmal mehr, dass das Handwerk ein großer Innovationstreiber sei. Handwerksbetriebe setzten sich in ihrer alltäglichen Arbeit mit Zukunftsfragen auseinander und lösten diese innovativ. Mit dem Innovationspreis Handwerk werde der Einsatz der Betriebe und allen voran der dahinterstehenden Personen gewürdigt.
Eine vom Wirtschafts- und Klimaschutzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Westdeutschen Handwerkskammertag eingesetzte Jury vergibt den Preis alle zwei Jahre in zwei Kategorien. Darüber hinaus hat das Land in diesem Jahr erstmals einen Sonderpreis für Innovationen in den Bereichen Energieeinsparung und Klimaschutz ausgelobt.
Bear-Machines: Nachschneiden von Fahrzeugreifen
In der Kategorie der Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden gewann Bear-Machines aus Heek mit dem automatisiertes Nachschneiden von Nutzfahrzeugreifen. Das Unternehmen hat mit der „Bear-Cut“ eine halbautomatische Maschine entwickelt, die das Nachschneiden von Fahrzeugreifen schnell und einfach ermöglicht. Bisher wurden Reifen von Nutzfahrzeugen noch per Hand nachprofiliert. Die Innovation verlängert die Lebensdauer der Reifen und senkt den Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge. Das spare Kosten und minimiere die Umweltbelastung, heißt es in einer Pressemeldung der Handwerkskammer (HWK) Münster.
Zauberzeug: KI-gestützter Mini-Feldroboter
In der Kategorie der Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitenden überzeugte Zauberzeug aus Havixbeck mit einem autonomen, KI-gestützten Mini-Feldroboter. Die Innovation entstand durch eine Kooperation zwischen Hochschule, Landwirtschaft und Handwerk. Landwirte können in dem kleinen Agrarroboter unterschiedliche Präzisionswerkzeuge zum Jäten, Säen, Untersuchen oder Ernten einsetzen. Das verringere den Personalaufwand und durch innovatives Unkrautmanagement den Einsatz von Pestiziden. Der Mini-Agrarroboter verfügt über die KI-Trainings-Software Learning Loop und ist für den Einsatz auf kleinteiligen Sonderkulturflächen mittelständischer Betriebe ausgelegt.
Sonderpreis für Bäckerei Verweyen
Den Sonderpreis bekam die Bäckerei Verweyen aus Ahaus für den eigenen Weizenanbau in unmittelbarer Nachbarschaft der Bäckerei zugesprochen. Die Bäckerei setzt auf nachhaltige, regionale Lieferketten. Selbst angebauter Weizen aus der Region wird in Zusammenarbeit mit einem Landwirt in einer Kornmühle weiterverarbeitet. Die Wertschöpfung erfolgt vom Anbau über die Verarbeitung bis zur Direktverwertung im Betrieb vor Ort. So stellt die Bäckerei täglich hochwertige Brot- und Backwaren her, spart CO2 und leistet einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, teilte die HWK Münster mit.
Jürgen Kroos, Vizepräsident der HWK Münster, erklärte: „Es hat sich gezeigt, dass aus Betrieben heraus und in der handwerklichen Praxis interessante Innovationen entstehen können. Das gilt besonders im Münsterland.“
Der Innovationspreis Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen wird vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.