IHK-Ausschuss für Nachhaltigkeit nimmt Arbeit auf

Borken
28 Unternehmerinnen und Unternehmer aus unterschiedlichen Branchen engagieren sich im neuen IHK-Nachhaltigkeitsausschuss, der von Carsten Sühling und Tatjana Hetfeld (in der Mitte vorne stehend) geführt wird. Foto: MünsterView/IHK

Münster – Der neue Nachhaltigkeitsausschuss der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen hat seine Arbeit aufgenommen. Das Gremium will „einen spürbaren Beitrag leisten“, um die Emscher-Lippe-Region und das Münsterland bundesweit als Vorbildregion für nachhaltiges Wirtschaften zu positionieren. Das betonte Carsten Sühling, Geschäftsführer der Spaleck Holding in Bocholt, nach seiner Wahl zum Ausschussvorsitzenden.

„Wir haben den klaren Beschluss der Vollversammlung im Rücken, die Mitgliedsbetriebe aus allen Branchen für wirkliche ökologische Nachhaltigkeit zu gewinnen“, verdeutlichte Sühling die Marschrichtung gegenüber den Ausschussmitgliedern. Zur zweiten Vorsitzenden wählte der Ausschuss, in dem sich 28 Unternehmerinnen und Unternehmer engagieren, Tatjana Hetfeld, Geschäftsführerin der RDN Agentur für Public Relations aus Recklinghausen.

Die Vollversammlung der IHK Nord Westfalen hatte Anfang Juni beschlossen, einen „Ausschuss für unternehmensverantwortliche Nachhaltigkeit“ einzurichten, und zudem „Grundsätze für eine nachhaltige Wirtschaft im IHK-Bezirk Nord Westfalen“ aufgestellt. Sühling bezeichnete diese Beschlüsse der Vollversammlung als bemerkenswerten Meilenstein und wichtigen Impuls für den tiefgreifenden Wandel, den die Wirtschaft zu bewältigen habe. Er betonte: „Es ist damit Konsens in der regionalen Wirtschaft, dass Ziele der ökologischen Nachhaltigkeit wie zum Beispiel der Klimaneutralität nicht im Widerspruch zum Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft stehen, das die IHK gegenüber Politik und Verwaltung zu vertreten hat.“ Er ergänzte: „Letztendlich ist die dauerhafte Sicherung unserer Lebensgrundlagen auch unabdingbare Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft.“ Je schneller die Unternehmen die Anforderungen bewältigen, ist er überzeugt, umso besser könnten sie sich langfristig im Wettbewerb positionieren und ihre eigene Zukunft sichern.

Auf den hohen Handlungsdruck für die Wirtschaft wies die zweite Vorsitzende des Ausschusses hin: „Die Wirtschaft kann und will mit wirksamen Beiträgen hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise vorausgehen. Andernfalls drohen nicht nur ein erheblicher Verlust an Akzeptanz bei Politik und Bevölkerung, sondern schon kurzfristig nachteilige Bedingungen für alle Unternehmen in der Region“, warnte Hetfeld.

Gleich nach der Wahl der Vorsitzenden stiegen die Ausschussmitglieder deshalb in das Arbeitsprogramm ein. Auf der Tagesordnung stand die Klärung grundlegender Fragen, welche Form von Wirtschaft und Wachstum mit wirklicher Nachhaltigkeit vereinbar ist und welche Unterstützung die Unternehmen beim Wandel dahin benötigen. Aber auch die Erarbeitung ganz konkreter Hilfen für Unternehmen, wie sie den Wandel bewältigen können, war Thema.

Neben Weiterbildungsangeboten setzt der IHK-Ausschuss vor allem auf den Austausch der Unternehmen untereinander, den er organisieren will. „Viele Betriebe in der Region sind fast unbemerkt bereits große Schritte in Richtung Nachhaltigkeit gegangen“, erklärte Hetfeld und betonte: „Das sind Vorbilder, von deren Erfahrungen andere lernen und profitieren können.“ Klar ist für sie: „Hierbei geht es nicht um Greenwashing, dafür ist die Lage zu ernst.“

Gleichzeitig dürfe aber die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen bei allen Maßnahmen nicht außer Acht gelassen werden. Für Dienstleistungsunternehmen sei es meist einfacher, den Anforderungen gerecht zu werden als für Industrieunternehmen. „Aber alle Unternehmen, die im Ausschuss und in der Vollversammlung vertreten sind, eint das Ziel, den Umbau zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu schaffen, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten“, versicherte die zweite Vorsitzende.

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