„Gutes Jahr 2021“ für die VR-Bank Westmünsterland

Coesfeld
Der Vorstand der VR-Bank Westmünsterland zog Bilanz für 2021 (von links): Matthias Entrup, Dr. Carsten Düerkop und Berthold te Vrügt | Foto: VR-Bank Westmünsterland

Coesfeld – Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie blickt die VR-Bank Westmünsterland auf ein „gutes Jahr 2021“ zurück. Das Kundengeschäftsvolumen der Genossenschaftsbank ist im vergangenen Jahr um 590 Millionen Euro (plus 9,8 Prozent) auf 6,6 Milliarden Euro gestiegen. „Das ist ein schönes Ergebnis“, bewertete der Vorstandsvorsitzende Dr. Carsten Düerkop die Zahlen im Rahmen einer digitalen Pressekonferenz.

Mit dem Ergebnis setzt die VR-Bank Westmünsterland ihre positive Entwicklung fort: In den vergangenen vier Jahren konnte die Bank ihr Kundengeschäftsvolumen um insgesamt 1,5 Milliarden Euro steigern. „Das zeigt zum einen den sehr guten Kundenzuspruch für unser Haus, zum anderen verdeutlicht dieser Trend, wie prosperierend die Region ist“, betonte Vorstand Matthias Entrup.  

Wachstumstreiber für das Ergebnis 2021 war abermals der Kreditgeschäft. Das Kreditvolumen der VR-Bank stieg um rund 260 Millionen Euro auf 3,1 Milliarden Euro. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate wurden neue Darlehen in Höhe von rund 760 Millionen Euro zugesagt – das sind 9,2 Prozent mehr als 2020. „Dabei zeigte sich die Breite unseres Geschäfts, denn sowohl aus dem gewerblichen Bereich als auch von Privatkunden haben wir Kreditanfragen bearbeitet“, erläuterte Entrup. 283 Millionen Euro der Darlehen gingen an Privatkunden, der Löwenanteil floss an die Unternehmen in der Region. Der Vorstand betonte, dass sich die Corona-Krise 2021 nicht auf das Kreditgeschäft ausgewirkt habe – im Gegenteil: „Die Staatshilfen für Unternehmen, die durch die Pandemie und ihre Beschränkungen stark getroffen sind, helfen. Insofern benötigten sie das Geld nicht, um durch die Krise zukommen, sondern um tatsächliche Investitionen anzuschieben.“

Kredite: Immobilien und Nachhaltigkeit im Fokus

Das Geld verwendeten die privaten und gewerblichen Kunden vor allem für den Bau und Kauf von Immobilien. Gleichzeitig stand bei den Unternehmen aber auch die Finanzierung von Investitionen in Automatisierung, Digitalisierung und nachhaltige Energieversorgung im Fokus. „Die Corona-Pandemie hat sich auf die globale Wertschöpfungskette ausgewirkt. Insofern tun Unternehmen gut daran, ihre eigenen Strukturen unabhängig aufzubauen und zu optimieren“, erklärte Entrup, der auch in diesem Jahr mit einer zunehmenden Nachfrage nach Krediten rechnet. „Der Transformationsprozess der Wirtschaft zur klimaneutralen Produktion geht weiter: Daher erwarten wir mit dem Auslaufen der Corona-Pandemie, das wir hoffentlich 2022 erleben, weitere Investitionsimpulse seitens der Unternehmen.“. Für die Landwirtschaftsbranche zeichnete der Vorstand allerdings ein anderes Bild: „Die schweinehaltenden Betriebe haben aktuell aufgrund der schwierigen Marktbedingungen und der wenig verlässlichen Rahmenbedingung keine gute Grundlage für Investitionen. Hier ist die Politik gefordert, die entsprechenden Leitplanken für den Strukturwandel in der Landwirtschaft zu gestalten“, forderte Entrup.

Wertpapiere und Fondsanlagen stark nachgefragt

Bei den Kundenanlagen blickte der Vorstand auf eine positive Entwicklung. Insgesamt 3,5 Milliarden Euro hatten die Mitglieder und Kunden zum Stichtag bei der VR-Bank angelegt – 326 Millionen Euro (plus 10,4 Prozent) mehr als 2020. Davon entfielen rund 1,07 Milliarden Euro auf Depots, das ist ein Plus von 21,2 Prozent. „Wertpapiere und Fondsanlagen werden weiterhin stark nachgefragt“, betonte Vorstand Berthold te Vrügt. Die Bereitschaft bei den Kunden, in alternative Anlagen zu investieren anstatt das Geld auf dem Konto parken, nehme zu. Die steigende Inflationsrate und Negativzinsen übten Handlungsdruck auf die Sparer aus. „Wenn Sie heute einen Einkaufswagen mit Lebensmitteln für 100 Euro komplett füllen können, dann wird dieser in drei Jahren für das gleiche Geld nur noch zu 88 Prozent voll sein. Verbraucher sollten sich also Gedanken über alternative, nachhaltige Anlage- und Sparmodelle machen“, rechnete te Vrügt vor. Die VR-Bank Westmünsterland hat auf diesen Trend reagiert und ihre zwei Investmentfonds auf nachhaltige Geldanlagen umgestellt sowie eine eigene Vermögensverwaltung aufgelegt. „InvvestMünsterland basiert auf Investmentfonds, wird von regionalen Anlageexperten aktiv gesteuert und lässt langfristig eine stabile Entwicklung erwarten“, erläuterte Entrup.

Deutlich gestiegen ist im vergangenen Jahr das operative Ergebnis der VR-Bank Westmünsterland: um 36 Prozent auf 25 Millionen Euro. „Dieser Wert liegt oberhalb unserer Erwartungen und das freut uns natürlich sehr“, betonte Vorstandsvorsitzender Düerkop.

1.100 neue Mitglieder

Darüber hinaus hat die VR-Bank im vergangenen Jahr 1.100 neue Mitglieder gewonnen. Damit liegt die Anzahl der Mitglieder bei über 48.000. „Das zeigt, dass das genossenschaftliche Geschäftsmodell ankommt“, erklärte Düerkop, der dabei die Relevanz der Filialen unterstrich. „Die Niederlassungen sind unsere Erfolgsquelle, da sie für die Kundennähe sorgen. Auch wenn viele Dienstleistungen rund ums Bankgeschäft mittlerweile digital erledigt werden, ist es für die vertrauensvolle Zusammenarbeit nach wie vor wichtig, sich auch persönlich zu sehen“, machte er klar. Vor diesem Hintergrund modernisiere die Bank zurzeit einige ihrer Filialen. 

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