Rund ein halbes Jahr hat B&W Energy an der Planung und dem Aufbau der PV-Anlage beim Ketteler Hof gearbeitet. Seit März 2021 ist sie am Netz und erzielt einen prognostizierten Jahresertrag von 293.000 Kilowattstunden. Dafür sorgen 1.020 Solarmodule mit einer Leistung von insgesamt 357 Kilowattpeak. Die Anlage hat das Unternehmen auf den Dächern der beiden Betriebs- und Maschinenhallen des Freizeitparks installiert. „Die Dachflächen der Hallen sind dafür besonders gut geeignet, da sie relativ flach und in alle vier Himmelsrichtungen ausgerichtet sind, sodass wir das Maximum an Sonnenlicht einfangen können“, erläutert Harald Lütkebohmert, Vertrieb bei B&W Energy.
Technische Herausforderung
Bis die 2.100 Quadratmeter große Anlage ans Netz gehen konnte, stand das Team des Heidener Energieunternehmens aber noch vor einer technischen Herausforderung: Zwischen der Trafostation, also dem Netzverknüpfungspunkt, am südlichen Eingang des Freizeitparks und der PV-Anlage, die im Norden des Areals installiert wurde, lag ein halber Kilometer. Diese Strecke musste mittels vier dicker Kabel überbrückt werden – quer durch den Park an der Sommerrodelbahn und am Wildgehege entlang. „Das war schon ein echtes Stück Arbeit, da die Strecke, die vielfach unbefestigt war, vollständig aufgebaggert werden musste“, blickt Marcel Schütz, technische Betriebsleitung bei B&W Energy, zurück. Um den Besucherbetrieb nicht zu stören, hat das Team die Arbeiten in die Wintermonate verlegt, in denen der Park ohnehin wetterbedingt geschlossen ist.
Mit der PV-Anlage kann der Ketteler Hof nun einen Großteil seines benötigten Stroms selbst produzieren. „Wir haben im Jahr einen Verbrauch von circa 380.000 Kilowattstunden Strom. Davon beziehen wir nun etwa 180.000 aus der Solaranlage. Dadurch sparen wir rund 40.000 Euro“, freut sich Christian Wessels, Projektleitung beim Ketteler Hof. Der Strom, den die Anlage darüber hinaus zum Beispiel außerhalb der Öffnungszeiten des Freizeitparks produziert und den der Ketteler Hof damit nicht für den Betrieb benötigt, wird ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet. „Da die Strompreise auf absehbare Zeit nicht fallen werden, war das für uns ein guter Grund, eine PV-Anlage anzuschaffen“, erklärt Wessels. Hinzu kam außerdem der Umweltgedanke: „Unser Park-Konzept ist darauf ausgelegt, dass wir unseren jährlich rund 450.000 Besuchern die Natur nahebringen. Unsere Hauptkunden sind die Kinder, die natürlich auch in Zukunft unsere schöne Natur erleben wollen. Für eine zukunftssichere, klimaneutrale Versorgung des Parks war es für uns daher ein folgerichtiger Schritt, einen Großteil unserer Energie aus grünem Strom zu beziehen.“
Den Strom benötigt der Freizeitpark zum Beispiel für die Lüftungsanlage im Indoorspielplatz, die Motoren der Fahrgeschäfte oder die Pumpe in der Wasserrutsche. Aber auch die Gastronomie im Ketteler Hof hat einen hohen Energiebedarf: „Wenn in der Mittagszeit viele Besucher gleichzeitig zum Beispiel Currywurst mit Pommes essen möchten, dann laufen unsere Fritteusen auf Hochtouren“, erklärt Wessels.
Rund 350.000 Euro hat der Ketteler Hof in die Anlage investiert, die sich unter Berücksichtigung der eingesparten Kosten sowie der Kosten für Wartung und Reparaturen nach rund sieben Jahren amortisiert haben soll. Für Wessels war die Anschaffung kein Projekt, über das er lange nachdenken musste: „Wenn das Wetter gut ist, dann kommen auch viele Besucher in unseren Park, sodass wir einen hohen Energiebedarf haben. Gleichzeitig kann die Anlage bei Sonnenschein auch den meisten Strom produzieren. Insofern geht die Rechnung mit der PV-Anlage für uns voll auf.“
Die Heidener Energiespezialisten haben dabei mit ihrem Konzept überzeugt. „Zudem verfolgen wir bei allen Geschäftspartnern unseres Hauses den Ansatz, möglichst lokal zu bleiben. B&W Energy liegt praktisch um die Ecke, sodass wir auch im Störfall schnell Hilfe bekommen können“, erklärt Wessels, der die PV-Anlage per App stets im Blick hat.
Auch für B&W Energy war der Auftrag im Ketteler Hof ein besonderes Anliegen: „Aufgrund seiner Bekanntheit in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus ist dieses Projekt auch ein gutes Aushängeschild für uns“, betont Lütkebohmert.