Kreis Borken

Borgers ist zahlungsunfähig

Bocholt – Der Automobilzulieferer Borgers aus Bocholt ist zahlungsunfähig. Vorstand und Geschäftsführung des Unternehmens haben daher die Eröffnung eines Regelinsolvenzverfahrens für die Borgers SE & Co. KGaA, die Borgers Management SE, die Johann Borgers GmbH, die Johann Borgers Berlin GmbH sowie die Borgers Süd GmbH beantragt. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Dr. Frank Kebekus aus Düsseldorf.

Der Standort von Borgers in Bocholt. | Foto: Borgers

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Der Fahrzeugausstatter ist bereits seit längerem in der Krise und hatte in den vergangenen Monaten einen Restrukturierungsprozess angestoßen. Im Sommer verkaufte Borgers die Maschinenbau-Sparte mit den Unternehmen Olbrich und R+S Automotive an die Matthews International Corporation mit Sitz in Pittsburgh, Pennsylvania (USA).

Die „gestiegenen, schwer kalkulierbaren Energiepreise und hohe Materialkosten“ hätten allerdings die bisherigen Restrukturierungserfolge egalisiert und „kurzfristig zu außergewöhnlichen Ertrags- und Liquiditätseinbußen geführt“, teilt das Unternehmen in einer Pressemeldung mit.

Vorstand und Geschäftsführung haben die Belegschaft zunächst schriftlich und nun heute persönlich über den Schritt informiert. 

Der Geschäftsbetrieb soll nun „so reibungslos wie möglich fortgeführt werden“. Damit bewahre sich Borgers alle Optionen, die Gesamtsanierung der Unternehmensgruppe zu ermöglichen. Positiv sei, dass es bestehende Lieferverträge mit Geschäftspartnern gebe, für die Borgers weiterhin entsprechend produziere, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters auf Nachfrage von Wirtschaft aktuell erklärte. Eine weitere Option sei, neue Investoren für die Unternehmensgruppe zu finden.

Die weiteren Schritte sollen nun mit dem Gläubigerausschuss besprochen werden. Insolvenzverwalter Kebekus erklärt: „Mit meinem Team werde ich mich im Interesse der Gläubiger und Beschäftigten dafür einsetzen, diesem über 150 Jahre alten Traditionsunternehmen eine Perspektive zu erarbeiten. In ersten Kontaktaufnahmen wurde zu verstehen gegeben, dass zahlreiche Kunden die Geschäftsbeziehungen mit Borgers fortsetzen wollen.“ 

Für die kommenden drei Monate sind die Gehälter der Mitarbeitenden gesichert, wie der Sprecher des Insolvenzverwalters mitteilte. Zum Jahreswechsel soll dann voraussichtlich das Insolvenzverfahren eröffnet werden.

Die Unternehmensgruppe erwirtschaftete zuletzt mit knapp 1.900 Mitarbeitenden in Deutschland – davon rund 800 am Standort in Bocholt – und rund 2.700 Beschäftigten in Polen, in Schweden, in Spanien, in Tschechien, im Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China einen Jahresumsatz von rund 650 Millionen Euro. Die Gesellschaften und Standorte außerhalb Deutschlands sind von dem beantragten Verfahren nicht unmittelbar betroffen. Für sie wurde kein Insolvenzantrag gestellt. 
 

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