Kreis Coesfeld

Arbeitslosenquote: Das sind die aktuellen Januar-Zahlen

Region - Im Januar stieg die Arbeitslosenquote über verschiedene Kreise und in Münsterland und dem Osnabrücker Land leicht an. "Saisontypisch", wie die Arbeitsagenturen selbst schreiben. Ein Überblick über die vorliegenden Zahlen.

Agentur für Arbeit.

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So sieht es in der Region aus - erfasst sind die Zahlen, die von den Arbeitsagenturen bereits gemeldet wurden. Detaillierte Daten für den Kreis Steinfurt oder das Emsland liegen noch nicht vor. 

Region Arbeitslosenquote Veränderung
Münsterland allgemein 4,6 Prozent +0,2 Prozent
Ahlen/Münster 5,4 Prozent +0,2 Prozent
Kreis Coesfeld 3,8 Prozent +0,3 Prozent
Kreis Warendorf 5,6 Prozent +0,2 Prozent
Kreis Steinfurt 4,9 Prozent +0,2 Prozent
Landkreis Grafschaft Bentheim 3,4 Prozent +0,1 Prozent
Osnabrück 4,8 Prozent +0,2 Prozent
Emsland 3,6 Prozent +0,3 Prozent

 

Weitere Zahlen aus den Agenturen:

Münsterland allgemein

Im gesamten Münsterland verzeichneten die Arbeitsagenturen einen Anstieg der Arbeitslogsigkeit. Mit 46.248 Arbeitslosen waren es 2.010 mehr als noch im Dezember. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 0,2 Prozentpunkte und lag zuletzt bei 4,6 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte gestiegen.

Für die Bezirke der drei Arbeitsagenturen im Münsterland zeichnete sich im Januar ebenfalls eine gestiegene Arbeitslosigkeit ab. So stieg die Arbeitslosenquote der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster gegenüber Dezember im Januar um 0,2 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent. Die Arbeitsagentur Coesfeld verzeichnete einen Anstieg um 0,3 Prozentpunkte. Hier lag die Arbeitslosenquote aktuell bei 4,4 Prozent. Mit 4,9 Prozent lag die Arbeitslosenquote für die Agentur für Arbeit Rheine um 0,2 Prozentpunkte über dem Wert aus Januar 2023.
 
Leicht rückläufig war die Anzahl an offenen Stellen. So meldeten die Unternehmen und Verwaltungen im Januar 1.856 neue freie Stellen bei den Arbeitsagenturen und damit 436 weniger als im Vormonat. Insgesamt waren im Münsterland im Januar 15.784 freie Stellen gemeldet.

Ahlen/Münster

Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster ist im Januar 2024 gegenüber dem Vormonat um 664 Personen gestiegen. Damit sind aktuell 18.265 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte. Sie liegt aktuell bei 5,4 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 1.424 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber Januar 2023 um 0,4 Prozentpunkte. Damals lag sie bei 5 Prozent.

Die Nachfrage der Unternehmen und Verwaltungen nach neuem Personal ist im Januar gesunken. Die Arbeitgeber meldeten 913 neue freie Stellen bei der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Das waren 70 weniger als im Vormonat und 157 weniger als noch vor einem Jahr. Insgesamt waren zuletzt 6.154 offene Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Kreis Warendorf

Im Kreis Warendorf verzeichnete die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster im Januar einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Zu Jahresbeginn waren 9.068 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, das waren gegenüber dem Vormonat 357 mehr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich ebenfalls und lag zuletzt bei 5,6 Prozent, 0,2 Prozentpunkte höher als im Dezember. „Nachdem es in den vergangenen Wochen vermehrt Kälte und Frost gab, reagierte auch der Arbeitsmarkt“, erklärt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. "In einigen Branchen wird witterungsbedingt weniger Personal benötigt. Das führt zu einer steigenden Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn“, ergänzt er. Ein weiterer Grund für die Entwicklung am Arbeitsmarkt seien auslaufende befristete Arbeitsverhältnisse. „Auch dies ist nicht überraschend. Im Januar melden sich regelmäßig mehr Menschen arbeitslos, wenn ihr zeitlich begrenztes Arbeitsverhältnis endet und nicht verlängert wird“, erläutert der Arbeitsmarktexperte.  
 
Eine grundsätzliche Trendwende am Arbeitsmarkt sei nicht vorhanden, unterstreicht Joachim Fahnemann und betont, dass die Lage am Arbeitsmarkt weiterhin stabil ist. Zwar liegt die Zahl der Arbeitslosen insgesamt auf einem höheren Niveau als in den Vorjahren. "Das beruht aber nach wie vor vorrangig auf die gestiegene Arbeitslosigkeit durch den Ukraine-Krieg", erklärt der Arbeitsmarktexperte. So waren im Januar kreisweit 721 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit arbeitslos gemeldet. So stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr um 676 Personen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Vergleich zu Januar 2023 um 0,3 Prozent. "Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist aber grundsätzlich saisontypisch", führt der Agenturleiter aus.
 
Nach wie vor hoch ist der Bestand an offenen Stellen, die Arbeitgeber aus dem Kreisgebiet bei der Agentur für Arbeit gemeldet haben. Im Januar waren insgesamt 3.235 Arbeitsstellen gemeldet, 45 mehr als im Vormonat. Im aktuellen Monat meldeten die Unternehmen und Verwaltungen 411 neue Stellenagebote, 26 weniger als im Dezember und 99 weniger als vor einem Jahr. "Angesichts der weiterhin unsicheren konjunkturellen Situation, die unter anderem durch Lieferengpässe und gestiegene Energiekosten hervorgerufen ist, reagieren Personalverantwortliche bei der Einstellung von neuem Personal teilweise abwartend", erläutert Fahnemann. "Fachkräfte sind aber weiterhin gefragt", ergänzt er. So suchten die Arbeitgeber für mehr als zwei Drittel der ausgeschriebenen Stellen Bewerberinnen und Bewerber mit abgeschlossener Berufs- oder Hochschulausbildung. Gefragt waren neue Mitarbeiter vor allem im Einzelhandel. Hier waren116 Stellen gemeldet. Im Maschinenbau gab es 99 offene Stellen, im Metallbau waren es 68. Insgesamt 66 Jobangebote gab es im öffentlichen Dienst. 

Kreis Coesfeld

Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld ist im Januar 2024 gegenüber dem Vormonat um 839 Personen gestiegen. Damit sind aktuell 15.182 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte. Sie liegt nun bei 4,4 Prozent.

Der Blick auf das Vorjahr zeigt, dass die Arbeitslosigkeit im nun abgelaufenen Monat um 1.973 Personen höher war als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit mit 3,8 Prozent um 0,6 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat.

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist im Januar gesunken. So meldeten die Personalverantwortlichen von Unternehmen und Verwaltungen im Januar 511 neue freie Stellen bei der Agentur für Arbeit Coesfeld und damit 101 weniger als im Vormonat. Damit sind es 132 weniger als noch vor einem Jahr. Der Bestand an insgesamt bei der Arbeitsagentur gemeldeten Stellen sank um 755 Stellen und liegt aktuell bei 5.786 offenen Stellen.

Osnabrück

Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Osnabrück stieg im Januar 2024 gegenüber dem Dezember um 764 auf jetzt 14.780. Im Vorjahresvergleich waren 1.272 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Dezember um 0,2 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent und lag damit um 0,3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.
 
„Es ist für die Zeit über den Jahreswechsel typisch, dass die Zahl der Arbeitslosen – weniger in der Grundsicherung, dafür mehr bei der Arbeitsagentur – stark anwächst. Zum Jahresende hin laufen viele befristete Verträge aus, und bei Betrieben, die im Winter nicht oder nur wenig arbeiten können, kommt es vermehrt zu Entlassungen“, kommentiert Christiane Fern, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Osnabrück. „In beiden Fällen gehen wir aber davon aus, dass die Arbeitslosigkeit überwiegend nur temporär ist und die Betroffenen in den kommenden Wochen wieder eine Arbeit finden.“ Diese – spätestens mit Frühlingsbeginn übliche – Dynamik könne aber durch die stetig sinkende Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften eingeschränkt werden. So meldeten die regionalen Betriebe im Januar ganze 560 neue Arbeitsstellen, 12,9 Prozent weniger als vor einem Monat und 18,1 Prozent weniger als im Januar 2023. Fern: „Die Stimmung in der Wirtschaft ist offensichtlich ausbaufähig, die Rahmenbedingungen sind nicht ideal. Dennoch benötigen wir die Arbeitsplätze, um die Menschen wieder in Lohn und Brot zu bringen. Einige Unternehmen verzichten auch auf Stellenmeldungen angesichts der Überzeugung, keine passenden Arbeitskräfte zu finden. Ich appelliere aber an die Arbeitgeber, denjenigen Chancen einzuräumen, die auf den ersten Blick nicht zu passen scheinen. Insbesondere auch dann, wenn es um Sprachdefizite geht. Die lassen sich auch im Job mit unserer Unterstützung nach und nach beheben.“

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