Apetito: „Wir haben es geschafft, die Umsätze zu stabilisieren“

Steinfurt
Stellten die Zahlen für 2021 für apetito vor: Guido Hildebrandt (Vorstandssprecher, links) und Andreas Oellerich (Geschäftsführer apetito Catering Konzern) | Foto: apetito

Rheine – Die apetito Firmengruppe aus Rheine hat im vergangenen Jahr – und damit zum dritten Mal in der Geschichte des Menüanbieters – einen Umsatz von knapp über einer Milliarde Euro (1,01 Milliarden Euro) erzielt. Das sind 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr (2020: 1,03 Milliarden Euro), Vorstandssprecher Guido Hildebrandt bewertete das Ergebnis bei der Bilanzpressekonferenz „in durchaus herausfordernden Zeiten“ dennoch positiv: „Vor dem Hintergrund der Pandemie ist das eine beachtliche Leistung, auf die wir stolz sind. Wir haben es geschafft, insbesondere in unseren Kernmärkten die Umsätze zu stabilisieren, auch im Ausland. Das betrifft insbesondere die Verpflegung von Seniorinnen und Senioren und die Kita- und Schulverpflegung“.

Im apetito AG Konzern – dazu zählt das Systemgeschäft in Kitas, Schulen, Senioreneinrichtungen, die Verpflegung von Senioren zuhause, in Kliniken und Unternehmen sowie das Retailgeschäft, also das Geschäft mit dem Lebensmitteleinzelhandel – ging der Umsatz um vier Prozent von 792 Milliarden Euro auf 760 Milliarden Euro zurück. Der Konzerngewinn nach Steuern lag mit 40 Millionen Euro um zehn Millionen Euro unter dem Wert 2020. Zur Einordnung und zum Hintergrund: Im August 2021 hat apetito das Convenience-Geschäft veräußert. Die ersten sieben Monate im vergangenen Jahr waren allerdings noch bilanzwirksam. Ohne das Convenience-Geschäft sähe die Bilanz für die AG wie folgt aus: Der Umsatz stieg nach 632 Millionen Euro in 2020 um rund zehn Prozent auf 699 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Zu den stärksten Geschäftsbereichen im apetito AG Konzern zählte 2021 die Kita- und Schulverpflegung. „Zudem sind Essen auf Rädern, also die Verpflegung von Seniorinnen und Senioren zuhause, die Gewinner in unserem Geschäft – auch in unseren internationalen Gesellschaften. Großen Effekt hat die demografische Entwicklung: Wir haben in Deutschland und in anderen europäischen Ländern immer mehr alte Menschen, die immer länger leben und die alle versorgt werden wollen – und müssen“, begründete der Vorstandssprecher. Ebenso sei die Nachfrage nach der Endverbrauchermarke für tiefgekühlte Fisch- und Meeresfrüchte Costa, weiter gut. „Die klassischen und sonst starken B2B-Bereiche, beispielsweise die Betriebsverpflegung, haben durch Corona-bedingte Schließungen von Einrichtungen eher gelitten“, räumte Hildebrandt ein.

Entwicklung im Catering-Geschäft 

Die Entwicklung im apetito catering Konzern – also dem Cateringgeschäft in Betrieben, Seniorenheimen, Kliniken, Schulen und Kitas – hat sich nach Angaben des Vorstands besser als erwartet entwickelt. Dennoch: Der Konzernumsatz lag bei 189,2 Millionen Euro, das sind zwei Prozent weniger als im Vorjahr und war „überwiegend auf den Ganzjahreseffekt der Corona-Pandemie zurückzuführen. 2020 waren die Monate Januar und Februar noch nicht von der Pandemie beeinflusst“, wie Andreas Oellerich, Geschäftsführer apetito Catering Konzern, erläuterte. 

Den Umsatz erzielte apetito catering in drei Segmenten: Im Geschäftsbereich „Business & Industries“ sind die Umsätze seit Ausbruch der Pandemie um 31 Prozent zurückgegangen. „Die letzten Quartale 2021 stimmen uns allerdings positiv: Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum wieder“, betonte Oellerich. Im Geschäftsbereich Care, also Senioreneinrichtungen und Kliniken, schaffte apetito eine „Trendumkehr“ und erzielte ein Umsatzplus von 1,5 Prozent. Vor allem der Zuwachs bei den Senioreneinrichtungen habe dazu beigetragen. Im Plus liegen auch die Umsatzerlöse im dritten Segment „Schulen & Kitas“: Dort erzielte apetito zehn Prozent mehr Umsatz, auch weil es weniger pandemiebedingte Schließungen gab.

Zusätzlich erwirtschaftete apetito einen Catering-Umsatz mit den Service-Gesellschaften, also denjenigen Gesellschaften, in denen das Unternehmen insbesondere mit sozialen Trägern gemeinsam als Gesellschafter eine Catering-Dienstleistungsunternehmung betreibt. Dieser lag konsolidiert bei 76 Millionen Euro und damit 1,7 Prozent höher als im Vorjahr. 

Oellerich fasste zusammen: „Ähnlich wie im Systemgeschäft der AG ist das Catering in Senioreneinrichtungen sowie in Schulen und Kitas ein wichtiger Bereich für uns. Durch coronabedingte Schließungen in Schulen und Betrieben haben wir erneut Einbußen, aber deutlich weniger als im Vorjahr.“

Neuentwicklungen auf den Markt gebracht

Im vergangenen Jahr hat apetito catering auch Neuentwicklungen auf den Markt gebracht. So entstand zum Beispiel die „easy box“, ein rollbarer Kühlschrank, mit dem der Tagesbedarf an Speisen für einen Wohnbereich in Senioreneinrichtungen und Kliniken geliefert und das Arbeiten vor Ort erleichtert werden soll. Speziell für die Betriebsverpflegung hat das Unternehmen außerdem ein neues, digitales Bestell- und Bezahlsystem, „Easy System“, auf den Markt gebracht, mit dem Mitarbeitende der Kunden in ihren Betriebsrestaurants Menüs digital vorbestellen und kontaktlos bezahlen können. Auch auf den anhaltenden Homeoffice-Trend hat apetito reagiert und zwei neue Menüs – ein Paket mit allen Zutaten fürs Selberkochen und bereits fertig zubereitete Gerichte im Glas – entwickelt. Und: „Wir unterstützen den Trend, weniger Fleisch zu essen“, ergänzte Hildebrandt. Daher hat das Unternehmen im Rahmen des Sortimentswechsels im Herbst 2021 das Angebot an vegetarischen Menüs für die Gemeinschafts- und Individualverpflegung um weitere 19 Gerichte ausgeweitet.

Für das Geschäftsjahr 2022 strebt der apetito AG Konzern eine positive Geschäftsentwicklung an. „Erfreulich ist, dass wir gut ins Jahr 2022 gestartet sind“, fasst Hildebrandt die Entwicklung der ersten Monate des neuen Geschäftsjahrs zusammen. „Wir gehen davon aus, dass sich mit Ende der Pandemie weitere Bereiche wieder normalisieren. Wir erkennen jetzt schon eine echte Aufbruchsstimmung und erhoffen uns eine Umsatzsteigerung von sieben bis acht Prozent für das kommende Jahr.“

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