Kreis Borken

Wirtschaft aktuell-Umfrage: Das wollen die Azubis von morgen wirklich!

Gute Nachrichten für die Wirtschaft in der Region: Fast die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler in den Berufsorientierungsklassen der weiterführenden Schulen im Kreis Borken will eine Ausbildung (44,8 Prozent) oder ein Duales Studium (5,3 Prozent) machen. Für ein „normales“ Studium würden sich hingegen nur elf Prozent entscheiden. Das sind einige der Ergebnisse aus einer Wirtschaft aktuell-Online-Umfrage unter fast 1.500 Schülerinnen und Schülern.

Fast die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler in den Berufsorientierungsklassen der weiterführenden Schulen im Kreis Borken will eine Ausbildung oder ein Duales Studium machen. Das ist ein zentrales Ergebniss aus der Wirtschaft aktuell-Online-Umfrage unter fast 1.500 Schülerinnen und Schülern.

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Die Zielgruppe

Das Alter der Befragten

Das durchschnittliche Alter der Umfrageteilnehmenden liegt bei 15,6 Jahren. Die Altersspanne der befragten Schülerinnen und Schüler reicht von unter dreizehn Jahren bis zu über 20 Jahren. Dreiviertel der Teilnehmenden ist zwischen 14 und 17 Jahren alt. Detailliertere Informationen zur Altersstruktur der Schülerinnen und Schüler werden in Abbildung 2 dargelegt.

Derzeit besuchte Schulform

Die Schülerinnen und Schüler, die an der Umfrage teilgenommen haben, teilen sich wie folgt auf die unterschiedlichen Schulformen auf.

Angestrebter Schulabschluss

Die Hälfte der Teilnehmenden besucht derzeit das Gymnasium oder die Gesamtschule. 44 Prozent der Schülerinnen und Schüler streben das Abitur an. 35 Prozent haben als Ziel den Realabschluss angegeben. Ausführlichere Infos zu den angestrebten Schulabschlüssen gibt es in Abbildung 4.

Ziele und Perspektiven nach dem Schulabschluss

Wie soll es nach dem Schulabschluss weitergehen?

Auf die Frage, was der nächste Schritt nach dem (nächsten) Schulabschluss ist, gaben 11,67 Prozent der Befragten an, dass sie weiter zur Schule gehen werden, um die gymnasiale Oberstufe zu absolvieren.
Erfreulich für die Unternehmen: Gut 50 Prozent der Befragten kann sich gegenwärtig vorstellen, eine Berufsausbildung (44,80 Prozent) zu absolvieren oder ein duales Studium (5,27 Prozent) anzutreten. Während die Möglichkeit des Freiwilligendienstes (1,41 Prozent) und die einer Auszeit (2,18 Prozent) eine untergeordnete Rolle spielen, ist knapp ein Viertel der Befragten aktuell noch unentschlossen (23,91 Prozent).

Besonders erfreulich für die Unternehmen in unserer Region: 85,37 Prozent der Befragten würden gerne eine Ausbildung im Münsterland (Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt, Warendorf und die Stadt Münster) absolvieren. Lediglich 6,17 Prozent streben eine Berufsausbildung außerhalb des Münsterlandes an. Für 67,37 Prozent der Umfrageteilnehmenden sind duale Studiengänge in Kooperation mit einem Unternehmen aus der Region eine Ausbildungsoption. Lediglich 24 67,37 Prozent der Befragten gaben an, dass dies aktuell keine Option sei.

Die Informationsquellen der Zielgruppe

Wo informiert sich die Zielgruppe zum Thema?

Spannende Antworten liefert die Umfrage auch hinsichtlich der Frage, wie und wo sich die jungen Menschen über das Thema Berufsausbildung informieren. Neben den zu erwartenden digitalen Lösungen wie Social-Media (68,07 Prozent) und Websites interessanter Unternehmen (51,41 Prozent) haben vor allem die Eltern (64,35 Prozent) einen starken Einfluss auf die Auswahl. Auch die Aktivitäten der Schulen im Kreisgebiet scheinen Wirkung zu zeigen: Knapp jede(r) dritte Befragte gab an, sich im Rahmen von Schulveranstaltungen über das Thema der Berufsausbildung zu informieren.

Social-Media

Auch auf die Frage, welche Social-Media-Kanäle für die Berufsorientierung aktiv genutzt werden, liefert die Umfrage Erkenntnisse: Vorreiter ist hier eindeutig Instagram. 81 Prozent der Befragten gaben an, sich über Instagram über potentielle Arbeitgeber zu informieren. 3 von 5 Personen (60,79 Prozent) holen sich zudem über YouTube entsprechende Informationen. Spannend dürfte die weitere Entwicklung von TikTok sein, zum Zeitpunkt der Umfrage gaben lediglich 2 von 5 Personen (39,43 Prozent) an, sich über TikTok über potentielle Arbeitgeber zu informieren. Angesichts der ransanten Entwicklung dieses Netzwerkes in der jungen Zielgruppe ist davon auszugehen, dass sich künftig mehr potentielle Azubis auch über TikTok informieren.

Was ist der Zielgruppe wichtig?

Einflussfaktoren für die Wahl der Berufsausbildung

Ein weiterer Schwerpunkt der Umfrage zielte auf die Einflussfaktoren bei der Wahl der Berufsausbildung ab. Hinsichtlich der Frage, was den Schülerinnen und Schülern an einer Ausbildungsstelle wichtig ist, verwiesen 71,8 Prozent der Befragten auf die Zukunftsperspektive der jeweiligen Branche. Eine attraktive Ausbildungsvergütung (52,39 Prozent), die gute Reputation des Arbeitgebers (45,99 Prozent) sowie der kurze Anfahrtsweg (38,12 Prozent) landeten auf den weiteren Plätzen.

Länge des Anfahrtswegs

Hinsichtlich der Länge des Anfahrtswegs würden 85 Prozent der Befragten einen Anfahrtsweg von mehr als 15 Minuten in Kauf nehmen. Für 48,31 Prozent wäre auch ein Anfahrtsweg von 16-30 Minuten akzeptabel. Lediglich 4,10 Prozent der Befragten würden einen Anfahrtsweg von mehr als 60 Minuten zurücklegen wollen.

 

Unternehmensgröße

Hinsichtlich der Unternehmensgröße passen die Wünsche der Schülerinnen und Schüler sehr gut zu den Rahmenbedingungen im münsterländischen Wirtschaftsraum: Lediglich 4,36 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Ihre Berufsausbildung gerne in einem Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden absolvieren möchten. Über dreiviertel der Befragten (76,37 Prozent) möchten ihre Ausbildung gerne in einem Unternehmen mit maximal 100 Mitarbeitenden absolvieren. 

Einflussfaktoren bei der Auswahl des Ausbildungsplatzes

Im Rahmen der Umfrage wurden die Schülerinnen und Schüler auch gefragt, wie wichtig sie bestimmte Szenarien einschätzen. Anhand einer Skala konnten die Teilnehmenden die Bedeutung der entsprechenden Punkte auf einer Skala von maximal 100 („sehr wichtig“) bis minimal 0 („unwichtig“) bewerten. Die Punkte wurden addiert und durch die Anzahl der gegebenen Antwor-ten geteilt, somit ergibt sich ein Score zu jeder Frage.

Ein zentrales Ergebnis in diesem Bereich: Hinsichtlich der Verdienstmöglichkeiten ist den Schülerinnen und Schülern die Perspektive auf eine sehr gute Vergütung in den ersten fünf Jahren nach der Ausbildung (Score: 77,82) deutlich wichtiger als eine sehr gute Vergütung in der Ausbil-dung selbst (Score: 68,02).

Als wichtig bewerteten die Teilnehmenden auch die Möglichkeit, schon vor der eigentlichen Ausbildungsentscheidung Einblicke in die Unternehmen zu bekommen und potentielle Arbeitskolleginnen und -kollegen kennenzulernen. Die hiesigen Unternehmen tun also weiterhin gut daran, die Möglichkeiten von Praktika oder des Probearbeitens anzubieten (Score: 77,60).

Während der Ausbildung spielen des Weiteren ein gutes Arbeitsklima, gestützt durch gemeinsame Teamevents wie z. B. Betriebsfeiern oder Azubi-Stammtische (Score: 67,52), sowie die allgemein gute Reputation des Arbeitgebers (Score: 67,41) wichtige Rollen.

Überraschend erschient die Bewertung der eigenen Social-Media-Aktivitäten: Laut der Umfrage informieren sich die Befragten zwar mithilfe von Social-Media über potentielle Ausbildungsbetriebe, die Wichtigkeit, ob die entsprechenden Kanäle der Unternehme belebt und aktiv bespielt werden, scheint bei der Entscheidung indes von untergeordneter Bedeutung zu sein (Score: 54,94). Auch die Möglichkeit, bereits während der Ausbildung internationale Berufserfahrung zu sammeln ist für die Befragten zu vernachlässigen (Score: 49,84). Aus Sicht der Umfrage-Macher könnte das allerdings mit dem niedrigen Durchschnittsalter der Befragten zusammenhängen.

Interessant zu sehen ist die Betrachtung des Spannungsfeldes Ökonomie und Ökologie. Die Befragten sollten auf der definierten Skala die Wichtigkeit eines wirtschaftlich zukunftsfähigen Geschäftsmodells und eines ökologisch zukunftsfähigen Geschäftsmodells bewerten. Demnach ist den Teilnehmenden die ökonomische Zukunftsfähigkeit (Score: 76,53) wichtiger als die ökologische Zukunftsfähigkeit (Score: 59,85). Die Macher der Umfrage vermuten, dass sich Werte in den kommenden Jahren annähern werden. Die Einrichtung eines modernen Arbeitsplatzes hat nur eine mittelmäßige Bedeutung (Score: 64,59).

Kein klares Stimmungsbild hat die Frage nach einer Ausbildung bei der „öffentlichen Hand“ (Behörden, Kommunen, etc.) ergeben: Nur jede(r) dritte Befragte (34,79 Prozent) kann sich eine Ausbil-dung in diesem Bereich vorstellen.

Fazit
Die Befragung der 1.422 Schülerinnen und Schüler im Kreis Borken legt nahe, dass es nach wie vor ein relevantes Ausbildungspotenzial in der Region gibt. Die Umfrage zeigt zudem, was sich die Ju-gendlichen wünschen und was nicht. Unternehmen, die daraus die richtigen Schlüsse ziehen, können sich einen echten Wettbewerbsvorteil im „Kampf um die besten Nachwuchskräfte“ sichern.

 

Für sehr viele Unternehmen im Wirtschaft aktuell-Einzugsgebiet ist die Ausbildung des eigenen Nachwuchses ein zentraler Bestandteil der Personalplanung. Aber auch das ist heute kein Selbstläufer mehr. Viele Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt. Der Handlungsbedarf der Unternehmen steigt. „Umso wichtiger ist es für die Arbeitgeber, mehr Klarheit über die Wünsche und Anforderungen dieser jungen Zielgruppe zu bekommen. Mit der Umfrage setzen wir genau an dieser Stelle an“, benennt Verlagsleiter Robert Scheider die Hintergründe.

1.422 Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Borken haben sich an der Online-Umfrage, die im Rahmen der Wirtschaft aktuell-Sonderpublikation zur „Nacht der Ausbildung“ im November und Dezember 2022 im Kreis Borken erhoben wurde, beteiligt.

Hier die Ergebnisse im Detail:

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