Seit 1984 führt Andrea Luther die Agentur DoppelClic. Mit dem insgesamt siebenköpfigen Team betreut sie vor allem kleine und mittlere Unternehmen, öffentliche Auftraggeber sowie Institutionen aus der Grafschaft Bentheim, dem Emsland, Teilen Westfalens und den benachbarten Niederlanden. Einzelne Kunden stammen auch aus anderen Regionen Deutschlands. Zum Kundenkreis gehören Handwerksbetriebe ebenso wie Versorgungsunternehmen, Kommunen oder kulturelle Einrichtungen, wie sie erklärt. Für diese Zielgruppe entwickelt die Agentur Corporate Designs, Printprodukte und digitale Kampagnen, begleitet Recruiting-Projekte und betreut Social-Media-Auftritte.
Luthers Weg in die Selbstständigkeit begann bereits während des Studiums. Nach ihrer Ausbildung zur grafischen Zeichnerin (heute Mediengestalterin) arbeitete sie zunächst in ihrem Ausbildungsbetrieb, bevor sie Kunst und Design mit dem Schwerpunkt Grafik- und Kommunikationsdesign in Hannover studierte. Parallel gewann sie aber schon erste Kunden in der Region: Für das Nordhorner Küchenzubehör-Unternehmen Naber war sie schon ganz früh aktiv, hinzu kamen Logos, Kataloge und Illustrationen für weitere Unternehmen. 1984 entschied sie sich schließlich für die Selbstständigkeit.
„Mit und an den Aufgaben wachsen, das war immer mein Antrieb“, sagt Luther rückblickend. Der technische Wandel habe ihre Arbeit daher von Anfang an begleitet. Während früher mit Bleistift und Zeichenbrett gearbeitet wurde, entstehen heute viele Inhalte vollständig digital, sagt sie. „Meine Idee war, dem Wettbewerb ein Stück voraus zu sein und technische Veränderungen nicht zu fürchten, sondern als Herausforderung zu verstehen.“
Unterstützung durch KI
Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel derzeit beim Einsatz von KI. Die unterstütze die Agentur inzwischen in vielen Bereichen – etwa bei Recruiting-Kampagnen, Erklärvideos, Social-Media-Inhalten oder der Produktion von Imagefilmen. Auch für Videobotschaften und die Aufbereitung von Bildmaterial kommen KI-gestützte Anwendungen regelmäßig zum Einsatz. Projekte wie die Social-Media-Betreuung des Stadthafens Nordhorn verbinden klassische Filmaufnahmen, Interviews und Drohnenbilder mit KI-gestützter Weiterverarbeitung zu kurzen Videoformaten.
„Heute geht fast nichts mehr aus unserer Agentur heraus, bei dem KI überhaupt keine Rolle gespielt hat“, sagt Luther. Gleichzeitig betont sie, dass der Einsatz neuer Technologien immer mit einer sorgfältigen Prüfung verbunden sei. Datenschutz, Urheberrecht und weitere rechtliche Fragestellungen würden mit der steigenden Nutzung natürlich an Bedeutung gewinnen. „Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch sinnvoll oder rechtlich unproblematisch. Deshalb testen wir neue Anwendungen intensiv, bevor wir sie unseren Kunden empfehlen.“
Nach Luthers Einschätzung bestehen in Teilen der Branche nach wie vor Vorbehalte gegenüber Künstlicher Intelligenz. Sie selbst hält diese Zurückhaltung allerdings für wenig zielführend. „KI ersetzt natürlich keine Kreativität. Sie nimmt uns aber Routinen ab und schafft Freiräume für Ideen und strategisches Arbeiten.“ DoppelClic setzt nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 50 verschiedene Anwendungen ein und bewertet kontinuierlich neue Werkzeuge. Gleichzeitig gehöre es zur Beratungsleistung, Kunden auch von Lösungen abzuraten, die keinen echten Mehrwert bieten.
Weiteres Geschäftsfeld erschließen
Aus dieser Entwicklung soll nun ein weiteres Geschäftsfeld in den Fokus rücken. Künftig will die Agentur verstärkt Schulungen anbieten und Unternehmen dabei unterstützen, KI und digitale Werkzeuge eigenständig einzusetzen. Ziel sei es, Wissen zu vermitteln und Unternehmen in die Lage zu versetzen, neue Technologien sicher und sinnvoll zu nutzen. „Wir wollen unsere Kunden befähigen, sich an vielen Stellen selbst zu helfen. Das sehen wir nicht als Bedrohung unseres Geschäftsmodells, sondern als konsequente Weiterentwicklung.“
Weiterentwicklung gilt im weiteren Sinne auch für die Agentur selbst: Luther arbeitet bereits an einer Nachfolgelösung für den Fortbestand des Unternehmens. Denn dafür gibt es Bedarf – auch ganz analog. Trotz der Digitalisierung spielt nämlich das klassische Printgeschäft für DoppelClic weiterhin eine wichtige Rolle. Geschäftsberichte, Chroniken, Broschüren oder Produktkataloge gehören zum Portfolio und sind zuletzt sogar wieder stärker nachgefragt, wie Luther bemerkt hat. Parallel wächst aber auch der Anteil digitaler Kommunikationsprojekte kontinuierlich.
Für Luther steht dabei weniger die einzelne Disziplin als vielmehr die Qualität der Beratung im Mittelpunkt. „Dienstleistung bedeutet für mich Verlässlichkeit. Kunden müssen sich auf uns verlassen können.“ Dazu gehöre auch, Konzepte ehrlich und kritisch zu hinterfragen und nicht jede Idee ungeprüft umzusetzen. „Mir ist ein gutes Ergebnis für den Kunden wichtiger als ein schnelles Honorar.“