May 28, 2020

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Digitalisierung: „Jedes Unternehmen muss sich stellen“

Digitalisierung im Kreis Borken: ein Gespräch mit dem Wirtschaft-aktuell-Herausgeber Dr. Heiner Kleinschneider, Geschäftsführer der WFG für den Kreis Borken.

Herr Dr. Kleinschneider, welchen Stellenwert hat das Thema „Digitalisierung“ aus Ihrer Sicht speziell im Kreis Borken?
Digitalisierung hat überall einen hohen Stellenwert, da sich jedes Unternehmen dem Thema stellen muss, um die künftige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Gerade auch produzierende Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe können sich durch digitale Geschäftsmodelle vom internationalen Wettbewerb absetzen, um nicht austauschbar zu sein. Zudem kann Digitalisierung künftige Ressourcen-Engpässe auffangen. Laut einer IHK-Erhebung sind inzwischen 20 Prozent aller Gründer in NRW digitale Gründer und auch im Kreis Borken hatten wir in den vergangenen Jahren sehr erfolgreiche Unternehmensgründungen im digitalen Bereich. Die 80 Prozent der nicht digitalen Gründer nutzen aber selbstverständlich auch digitale Mittel, wie zum Beispiel Internet und Social Media. Insgesamt haben sich die Startbedingungen für Gründer dadurch deutlich verbessert, da vieles leichter zugänglich und günstiger ist.

Wie sind die Unternehmen im Kreis Borken auf die Digitalisierung eingestellt?
Aktuell ist in den Unternehmen der Digitalisierungsgrad und die Bereitschaft zur Digitalisierung noch sehr unterschiedlich, je nach Branche und Unternehmensgröße. Es gibt beispielgebende Vorreiter, aber auch solche, die bisher noch sehr zurückhaltend sind. Besonders kleine und mittlere Unternehmen stellen sich dem Thema häufig noch nicht in ausreichendem Maße. Viele schätzen nach wie vor die Chancen und Risiken, die sich aus der Digitalisierung ergeben, nicht richtig ein. Bei anderen sind die Auftragsbücher einfach zu voll oder es fehlen die entsprechenden finanziellen und personellen Ressourcen. Auch Bedenken über Datensicherheit oder eine schlechte Internetversorgung stellen Hemmnisse dar.
 

Wo sehen Sie die Schwerpunkte der digitalen Entwicklung?
Die Schwerpunkte sind unterschiedlich, da die Unternehmen sich in verschiedenen Stadien der Digitalisierung befinden. Die meisten gehen eher schrittweise vor. Sie starten mit der Analyse einzelner Geschäftsprozesse, um dann schrittweise immer mehr Abläufe digital, wie beispielsweise papierloses Arbeiten, zu realisieren. Das mündet dann oftmals in einer echten Digitalisierungsstrategie oder einem eigenen digitalen Produkt.

Wie unterstützt die WFG „ihre“ Unternehmen mit Blick auf die Anforderungen der Digitalisierung?
Zunächst einmal, indem wir als WFG im engen Schulterschluss mit den Kommunen die Grundvoraussetzung für die Digitalisierung schaffen und vielfach auch schon geschaffen haben: die Breitbandanbindung. Der Kreis Borken ist ein Vorreiter in diesem Bereich und somit schon heute gut auf die Herausforderungen der Digitalisierung eingestellt. Abseits dieser strukturellen Aufgabe fließt das Thema aber auch mehr und mehr in unsere Tagesarbeit ein, zum Beispiel in der Unternehmensberatung, der Gründungsberatung, der Innovationsberatung, der Förderberatung und in vielen anderen Bereichen. Die WFG hat eine feste Ansprechpartnerin für den Themenbereich Digitalisierung implementiert, die den Unternehmen zur Seite steht. Hinzu kommen diverse Fachveranstaltungen, auf denen wir künftig den Unternehmen im Kreis Borken das Thema Digitalisierung in all seinen Facetten näherbringen wollen. Ein nicht zu unterschätzender Faktor sind auch Netzwerke wie der Digital Hub, der im ganzen Münsterland tätig ist, und den auch die WFG unterstützt. Auch eine Praxisbroschüre zum Thema ist gerade erschienen.

Welche wesentlichen Herausforderungen sehen Sie im Dunstkreis der Digitalisierung?
Neben der Anbindung ans schnelle Internet gibt es weitere Herausforderungen. Es gibt beispielsweise zu wenige Berater und Lösungsanbieter und auch die Bandbreite spezifischer Qualifizierungs- und Schulungsangebote ist leider noch nicht ausreichend. Neue Geschäftsmodelle, die im Zuge der Digitalisierung entstehen, erfordern neue Beratungsansätze. Das Problem ist allerdings, dass es dazu in der Regel keine – oder nur wenige – Erfahrungswerte gibt. Letztlich müssen sich alle Beteiligten – Unternehmer und Berater – noch besser auf die Veränderungen, die sich aus der Digitalisierung ergeben, einstellen. In den Unternehmen gehört dazu zwingend auch, dass die Mitarbeiter frühzeitig beim digitalen Wandel einbezogen werden. Aber auch die Politik ist gefordert. Der Zugang zu Förderprogrammen sollte vereinfacht werden und es sollten Programme angeboten werden, die noch besser zu den Anforderungen der Digitalisierung passen. Auch dazu sind wir mit den Entscheidungsträgern im Gespräch.

Montag, 19. Februar 2018
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